Noch vor Baubeginn gab es Widerstand gegen das Jahrhundertprojekt, das mittlerweile über 1,3 Milliarden Euro verschlingt. Ein Politiker, der vor zehn Jahren wie heute im Karlsruher Gemeinderat sitzt und sich gegen das Großprojekt ausgesprochen hat, ist Jürgen Wenzel von den Freien Wählern.

Was wären damals die Alternativen gewesen, Herr Wenzel?

Video: Ingo Rothermund

Doch nun ist der Spatenstich schon ein Jahrzehnt her. Damals gab es nicht nur "den einen" Grund, der in den Augen des 57-Jährigen gegen die Kombilösung sprach, sondern "ein Sammelsurium von Gründen", so Wenzel im Gespräch mit ka-news.de. Nachdem der Bürgerentscheid die damalige "U-Strab" abgelehnt hat, wollte die Stadtverwaltung das Bauwerk einfach so auf den Weg bringen - ohne die Bürger abermals zu fragen. "Das war für mich im demokratischen Sinne ein Unding", sagt Jürgen Wenzel.

Zeitrahmen war "utopisch"

Für den Stadtrat der Freien Wähler war schon vor Beginn des Baus klar, dass der Kostenrahmen nicht eingehalten werden könne. "Fachleute haben bereits vor dem Spatenstich bestätigt, dass der ganze Bau nicht unter einer Milliarde Euro machbar sei", so der 57-Jährige. Zudem war der Zeitrahmen "utopisch". Außerdem ist er der Meinung, dass nach Beendigung der Bauarbeiten noch lange kein Ende der Kosten in Sicht ist. 

Herr Wenzel, wie lange wird die Kombilösung die Karlsruher noch beschäftigen?

Doch es gibt auch Positives aus dem größten Bauprojekt der Fächerstadt zu gewinnen. "Wir haben eine politische Änderung. Diejenigen, die damals so entschieden haben, wurden von den Wählern bestraft. Der Gemeinderat sieht nicht mehr so aus wie damals", sagt Jürgen Wenzel im Gespräch mit ka-news.de. 

Trotz seiner Kritik glaubt der Stadtrat der Freien Wähle daran, dass Karlsruhe im Nachhinein von der Kombilösung profitieren wird. "Vorausgesetzt die Infrastruktur klappt", betont Wenzel. "Karlsruhe wächst - vielleicht ist die Kombilösung irgendwann uns als großer Stadt würdig."

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