Vom 7. bis 8. Mai fand in der Karlsruher Innenstadt das sogenannte "Fest der Sinne" statt. Der Clou: Das Event füllte die leeren Taschen der Einzelhändler und Gastronomen, die nun endlich von den weggefallenen Corona-Maßnahmen profitieren können. Aber damit nicht genug.

Oberbürgermeister Frank Mentrup ist zuversichtlich, dass mit dem Fest der Sinne sowohl ein "guter Start in den Frühling, als auch ein guter Startschuss für die Bahn-freie Kaiserstraße" in die Wege geleitet wurde.

"Aufbruchsstimmung" in der Innenstadt

"Ich beobachte schon seit Wochen, dass sich die Kaiserstraße wieder allmählich füllt und die Personen ihr Ausweichverhalten auf den Schienen aufgeben, weil sie merken, dass doch keine Bahn mehr kommt", berichtet der Rathaus-Chef auf der Video-Konferenz am Donnerstag.

All dies deute auf eine "Aufbruchsstimmung" in der Innenstadt hin - eben auch, da das Fest der Sinne viele Besucher von außerhalb in die Fächerstadt gelockt habe. Ein Eindruck, den auch Citymanager Frank Theurer mit ihm teilt. 

Oberbürgermeister Frank Mentrup
Oberbürgermeister Frank Mentrup auf einer Pressekonferenz. | Bild: Carsten Kitter

"Im Großen und Ganzen waren die Einzelhändler und auch die Gastronomen von Karlsruhe positiv überrascht und sagten: ' Was ein Wochenende'", so der CIK-Chef. "Manche Händler haben uns auch vor dem Fest mitgeteilt, dass das Geschäft schon stark anzieht. Ich bin zuversichtlich, dass dies der Startschuss in eine bessere Zukunft gewesen ist."

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An diesen Status Quo soll künftig natürlich auch weiterhin angeknüpft werden. Zum Beispiel, indem noch weitere Bereiche - wie die südliche Karlstraße - bei derartigen Events noch stärker miteinbezogen und die Angebote weiter ausgeweitet werden. "Da gibt es schließlich auch Geschäfte", sagt Theurer. 

Geht es mit dem Einzelhandel und der Gastronomie wieder aufwärts?

Doch trotz der positiven Resonanz sei "nicht alles Gold, was glänzt", wie Theurer betont. Denn: Wie sich auf Nachfrage von ka-news.de herausstellt, könne trotz dieser festlichen "Erfolgsgeschichte" von finanzieller Entspannung noch lange keine Rede sein.

Frank Theurer
Frank Theurer, Citymanager und Geschäftsführer der City Initiative Karlsruhe | Bild: City Initiative Karlsruhe

Zwar würden die steigenden Besucherzahl-Frequenzen in der Innenstadt die Stadt und die CIK zuversichtlich stimmen, aber um den Einzelhandel und die Gastronomie wieder auf Kurs zu bringen, werde es wohl noch Jahre dauern.

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"Wir sind auf einem guten Weg und erarbeiten aktuell Konzepte, wie der Einzelhandel und die Gastronomen wieder ruhiges Fahrwasser kommen kann", erläutert Theurer auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Für diesen Prozess der "Innenstadt-Transformation" stehen der Stadt rund 5 Millionen Euro zur Verfügung, die in 5 Jahren effektiv genutzt werden sollen. 4,2 Millionen werden vom Bund gezahlt.

Die Läden wollen ja, aber...

Darüber hinaus hätten beide Bereich - sowohl Gastronomie als auch Einzelhandel - mit einem noch gravierenderen Problem zu kämpfen: dem Personalmangel. Personalmangel, der sich infolge der Corona-Pandemie manifestierte und die Kräfte in andere Bereiche trieb. Viele kamen nicht zurück. Der Grund: Keiner wusste und weiß, wie es mit Corona weitergeht. Das gilt auch für den kommenden Herbst. 

Die rasant steigenden Preise wirken sich auf das Einkaufsverhalten der Menschen in Deutschland aus.
Der Einzelhandel und die Gastronomie werden noch eine Weile brauchen, um sich zu erholen. | Bild: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

"Ich kenne viele Gastronomen, die gerne länger und häufiger offen hätten, aber einfach das Personal fehlt", erzählt Mentrup. Dem Einzelhandel ergehe es nicht anders, argumentiert Theurer: "Ich kenne auch Einzelhändler, die müssen selbst an allen Ecken und Enden helfen, weil ihnen einfach Personal fehlt. Es sind aktuell einfach schwierige Zeiten für Geschäfte."

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