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Karlsruhe Voll öko auf's Fest?! So grün könnte dein Festival-Tag sein

Überfüllte Parkplätze, Berge an Müll und kaputter Rasen soweit das Auge reicht: Dieses Bild zeichnet sich wohl oft ab, wenn ein Festival sich dem Ende neigt. Das Fest in Karlsruhe möchte dem vorbeugen und unternimmt von kostenlosen Fahrrädern über recycelbare Becher bis hin zu Kompost-Toiletten so einiges, damit die Besucher mit gutem Gewissen feiern können. ka-news.de hat ein Gedanken-Experiment gewagt: Mit diesem Tagesplan machst du deinen Fest-Besuch grün!

9 Uhr: Auf zu Das Fest - natürlich grün!

Morgenstund hat Gold im Mund: Selbstverständlich geht es schon früh am Morgen auf zum Fest, denn der Tag will schließlich genutzt werden. Allerdings nicht mit dem Auto: Denn das Fest-Ticket kann bequem als Fahrkarte des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) genutzt werden. Wer ein wenig Frühsport nicht scheut, kann zudem auch mit dem Rad anreisen: Fest-Besuchern, die am Karlsruher Hauptbahnhof ankommen, stehen nämlich kostenlose Leihräder zur Verfügung. 

Das Fest - letzte PK
Der Fahrradverleih bei Das Fest macht die An- und Abreise einfach und öko. | Bild: Hammer Photographie

In Kooperation mit dem Unternehmen Swapfiets werden insgesamt 75 Räder für die Fest Besucher an zwei  Stationen - einmal am Hauptbahnhof und einmal an der Europahalle neben dem Fest-Gelände - bereitstehen. Das Prinzip ist einfach: Personalausweis vorzeigen und losradeln. Bonus: Die lästige Parkplatzssuche für das Auto entfällt.

10 Uhr: Zeit für den ersten Kaffee

Angekommen in der Günther-Klotz-Anlage steht erst einmal ein kleiner Morgenspaziergang rund um die angelegten Seen an. Noch nicht ganz ausgeschlafen vom Abend zuvor? Ein Kaffee wäre da genau das Richtige. Doch wo kann ich meinen Kaffee mit gutem Fair-Trade-Gewissen schlürfen?

Kaffee
Ein Kaffee am Morgen gehört für viele einfach dazu. (Symbolbild) | Bild: pixabay.com@Engin_Akyurt

Auf dem Weg oberhalb der Alb entlang in Richtung Hauptbühne steht die Antwort in Form eines Kaffee-Standes der Rösterei Ettli. Hier gibt es biozertifizierten Fair-Trade-Kaffee - nicht nur gut gegen die morgendliche Müdigkeit, sondern auch gegen umweltschädlichen Bohnenanbau.

12 Uhr: wenn der Hunger kommt

Nach einem Besuch im Sportbereich rund um das Europabad oder der ersten Tanzeinlage des Tages vor den Bühnen schlägt so langsam der Hunger zu. Da kein Essen mit durch die Einlasskontrollen auf das Fest-Gelände darf, stellt sich nun die Frage: Zu welchem der vielen Food-Stände soll es gehen? 

Essens- und Getränkestände gibt es bei Das Fest so einige. | Bild: DaLa

Ein Blick ins Progammheft verrät: "Ein Großteil der der Anbieter stammt aus der unmittelbaren Region und verarbeitet weitgehend regionale Produkte." Wir finden: Da schmecken Hamburger, Flammkuchen und Co. gleich doppelt so gut!

15 Uhr: ein Unwetter zieht vorbei? Kein Problem!

Man kennt das ja: Eigentlich war so schönes Wetter vorhergesagt, doch nun verdecken Wolken den Himmel. Wohl dem, der einen Pulli und eine Regenjacke mit im Gepäck hat - denn sonst müssten die nun noch auf die Schnelle gekauft werden. Und wie jeder weiß: Der nachhaltigste Konsum ist schließlich kein Konsum. 

Fest-Merch: Die T-Shirts wurden aus Bio-Baumwolle hergestellt. | Bild: DaLa

Doch auch wer in der morgendlichen Eile die zweite Schicht Kleidung vergessen hat und ein Fest-Shirt erwirbt, ist auf der sicheren Seite: Die Shirts werden aus Bio-Baumwolle hergestellt, ohne genetisch verändertes Saatgut, ohne Pestizide und ohne Düngemittel.

17 Uhr: auf Bier folgt ein Besuch auf dem Ö-Klo

"Kein Bier vor vier" - diese Regel ist auf Festivals bekanntlich außer Kraft gesetzt, der Gerstensaft fließt also spätestens jetzt - zur Einstimmung auf die Hauptacts des Abends - in Hülle und Fülle. Ein schlechtes Gewissen muss man hier aber nicht haben (höchstens gegenüber seiner Leber), denn: Einen weiten Transportweg haben die Flaschen nicht. Sie stammen von der lokalen Brauerei Hoepfner. Doch was ist mit den Bechern, sind die nicht unbrauchbarer Müll?

Alle Kaltgetränke gibt es in Bechern aus natürlichem Kunststoff - zu 100 Prozent recyclebar. | Bild: Reiff

Müll ja, unbrauchbar - nicht unbedingt: Alle Kaltgetränke werden in PLA-Bechern ausgeschenkt, einem Kunststoff, der zu 100 Prozent aus nachwachsenden Pflanzenrohstoffen hergestellt wird. "Kunststoff ist nicht immer schlecht, man muss ihn nur richtig nutzen", meint Torsten Müller vom Fraunhofer Institut bei der Das-Fest-Pressekonferenz am Mittwoch. Die Becher werden anschießend wieder in Granulat verwandelt und so wieder recycelt.

Im Hügelbereich finden sich in diesem jahr keine Chemie-Toiletten, denn Das Fest setzt auf "Ö-Klos". | Bild: DaLa

Schließlich kommt es aber, wie es kommen muss: Bevor es an der Hauptbühne mit den ersten Acts losgeht, will das Bier wieder heraus - eine Toilette muss her. Also auf zu einer der 30 Toiletten im Hügelbereich. Auch hierbei - man glaubt es kaum - wird etwas für die Umwelt getan: Denn anstatt von Chemie-Toiletten setzt das Fest in diesem Jahr zum ersten mal im gesamten Hügelbereich auf Kompost-Toiletten - die sogenannten Ö-Klos.

23 Uhr: Solarleuchten erhellen den Heimweg

Mittlerweile ist es schon dunkel in der Klotze, ein weiterer Fest-Tag neigt sich dem Ende entgegen und die ersten Besucher machen sich auf den Heimweg. Wer selbst hier noch nachhaltig unterwegs sein möchte, dem sei der Juncker-und Ruh-Weg in Richtung Stadt empfohlen. Hier leuchten - ganz ohne Stromverbrauch - Solarlampen den Weg.

Mehr zum Thema
Das Fest Karlsruhe: Programm, Line-up, Tickets und alle Neuigkeiten und Gerüchte immer aktuell auf ka-news.de
Wann? 19. bis 21. Juli 2019
Wo? Karlsruhe - Günther-Klotz-Anlage
Tickets? 10 Euro pro Tag für Hügelbereich
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Kommentare (92)
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  •   Freigeist1
    (744 Beiträge)

    20.07.2019 22:57 Uhr
    Man muss ja den Fest-Co2 Wert pro Person
    vergleichen mit dem, was diese Personen an Nicht-Festtagen so zusammenbringen. Da ist schon mal das Bier aus regionaler Herkunft etc. besser als z.B. ein Durchnittsbierkauf im Geträkemarkt xv... Wer auf dem Fest stundenlang rumsteht, tanzt oder schlendert fährt in dieser Zeit schon mal z.B. nicht Auto und fliegt über dieses Wochenende nicht nach Malle oder Bratislava. Die Stände von Greenpeace, VCD, ADFC, etc. haben schon manchen zum Planetrettungs-Aktivisten werden lassen. Also liebe Festmacher: macht weiter so, hinterfragt jeder Jahr Eure Konzepte und Umweltbilanzen. Ich habe da ein gutes Gefühl und volles Vertrauen.
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  •   maehdrescher
    (1194 Beiträge)

    20.07.2019 18:56 Uhr
    "So grün könnte dein Festival-Tag sein"
    Nein danke. Ich will keine grünen Tage. Im Gegenteil: Ein Tag ohne grünes Gedöns ist ein guter Tag.
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  •   Freigeist1
    (744 Beiträge)

    20.07.2019 23:07 Uhr
    Aha, ein Dino von der "Roten Liste". Wenn Du
    eben Pro KZ-Fleisch, SUV-Anfahrt zum nächsten Bäcker, freiem Wegwerfkomfort etc. bist, kannst Du das ja ruhig sein. Viele Menschen sehen das aber anders und setzen sich für Änderungen ein. Sorry, aber Deinesgleichen ist am Aussterben oder quasi, zumindest hier in unserer Lebenswelt KA, BaWü etc. PS.: Viel Spaß mit den resistenten Keimen und solchem Gedöns.
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  •   Ihr_Lappen
    (1 Beiträge)

    19.07.2019 13:39 Uhr
    Hoepfner Bier
    Das Hoepfner Bier wird im Odenwald gebraut und damit sehr wohl von weit hergekarrt. Also keinen Schmarrn schreiben sondern besser mal im eigenen Archiv informieren, ka-news... https://www.ka-news.de/wirtschaft/regional/Bitterer-aber-notwendiger-Prozess-Hoepfner-fuellt-Bier-nun-im-Odenwald-ab;art127,2218426 Danke.
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  •   RonjaRaeubertochter
    (10 Beiträge)

    18.07.2019 16:25 Uhr
    Es ist...
    ... für mich und die meisten Menschen in meinem Umfeld schon seit vielen Jahren eine Selbstverständlichkeit in allen Bereichen des Alltags auf die Umwelt zu achten. Ich finde es auch gut dass ein Festival hinsichtlich der Umweltverschmutzung verbessert wird. Aber mal so ne Frage liebe Genossen: der tatsächlich sehr wohlschmeckende Ettlikaffee aus Guatemala, Mexico, Brasilien, Kolumbien, Indien, Nicaragua, Kenia und Äthiopien wird neuerdings mit dem Segelboot nach Europa gefahren?
    Nein, wird er natürlich nicht. Und deshalb könnt ich kotzen wenn mir schon aus der Überschrift wieder diese politische Agenda ins Gesicht springt!
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  •   DangerMouse
    (88 Beiträge)

    18.07.2019 21:27 Uhr
    Es ist...
    Eine Tasse Kaffee sind 60g CO2.

    Wer seine Klimabilanz ansieht wird feststellen, dass Konsum+Ernährung zusammen mit Heizen/Wärme oft die Elefanten in darin sind.
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  •   Iglaubsnet
    (268 Beiträge)

    18.07.2019 23:17 Uhr
    Können
    Sie mal die Berechnung zeigen!
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  •   DangerMouse
    (88 Beiträge)

    19.07.2019 01:05 Uhr
    Das können sie selbst...
    mit einem CO2 Rechner Ihrer Wahl berechnen.

    Ich kann nur jedem empfehlen mal eine wenigstens grobe CO2 Bilanz aufzustellen. Es mag für den einen oder anderen niederschmetternd sein, aber wenigsten weiss man danach welche Massnahmen etwas bringen und was nicht. Soll ich in die Verkehrswende investieren oder mache ich Gebäudesanierung und eine neue Heizung. Viele wissen gar nicht dass sie mehrere SUV im Keller stehen haben und der Auspuff ist auf dem Dach des Hauses, so dass man es nicht so wahrnimmt.
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  •   Iglaubsnet
    (268 Beiträge)

    19.07.2019 07:02 Uhr
    Kommen
    Sie mir aber bitte nicht mit so ner Propaganda-App von einem Umweltverein!
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  •   elisuS
    (180 Beiträge)

    20.07.2019 07:56 Uhr
    Schlagen doch Sie bitte hier
    einen seriösen CO2 Rechner vor. Den können wir dann benutzen....
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