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Karlsruhe Zweite Corona-Welle in Karlsruhe? "Das ist aktuell definitiv nicht der Fall"

Seit mehreren Monaten beeinflusst das Corona-Virus das alltägliche Leben. Mit zahlreichen Einschränkungen und vorsichtigen Lockerungen konnte die Lage stabilisiert werden - doch wohin geht der aktuelle Trend? Von den Anfängen bis heute: Jeden Mittwoch gibt es einen Überblick über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Karlsruhe und einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.

Die gute Nachricht zuerst: In der vergangenen Woche ist die Zahl der Neuinfektionen weniger stark gestiegen als noch in der Woche zuvor: 79 Menschen sind am Mittwoch, 2. September, in Karlsruhe mit Corona, genauer dem SARS-CoV-2-Virus, infiziert. In der vergangenen Woche lag die Zahl bei 70, wiederum eine Woche zuvor bei 39.

Das bedeutet: Weniger Menschen infizieren sich aktuell mit Corona - die Zahlen an sich bewegen sich allerdings immer noch auf einem hohen Niveau. Davor warnt auch das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellsten Lagebericht: "Auch wenn die Fallzahlen in einigen Bundesländern wieder abnehmen, bleibt die Entwicklung der letzten Wochen weiterhin beunruhigend."

Bild: Landratsamt Karlsruhe

Als Grund für diesen Trend sieht das Gesundheitsamt Karlsruhe neben den Lockerungen der Corona-Beschränkungen auch die Rückkehr von Urlaubern aus dem Ausland. "Es fällt auf, dass von 110 positiven Fällen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe der letzten sieben Tage 76 im Zusammenhang mit der Rückkehr von Reisen stehen. Ansteckungen im beruflichen Umfeld sind die Ausnahme", heißt es auf Nachfrage von ka-news.de.

Zweite Welle? "Das ist definitiv nicht der Fall."

Auch größere Infektionsgeschehen im Rahmen von privaten Feiern gebe es nur vereinzelt. Insgesamt seien die Steigerungsraten und die Fallzahlen an sich "weitaus geringer als zu Beginn der Pandemie und haben im Moment ein Plateau erreicht", so das Gesundheitsamt weiter. Durch Containment - also Eindämmung - gelinge es nach wie vor, Infektionsketten zu unterbrechen. Auch würden sich die meisten Menschen an die rechtlichen Corona-Vorgaben halten.

Im Großen und Ganzen also sogar ein positives Bild, das das Gesundheitsamt zeichnet. Kann man da überhaupt von der gefürchteten "zweiten Infektionswelle" sprechen?  "Von einer zweiten Welle würden wir bei einem exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen und einer diffusen Verbreitung in der Bevölkerung sprechen. Das ist definitiv nicht der Fall."

Schulstart und Erkältungszeit im Fokus

Damit sei man auch von dem sogenannten Warnschwellenwert noch weit entfernt. Dieser berechnet sich aus der "Sieben Tage-Inzidenz", also wenn sich innerhalb einer Woche mehr als 35 beziehungsweise 50 von 100.000 Menschen mit dem Corona-Virus anstecken. Sind diese Werte erreicht, schlägt ein Frühwarnsystem in Baden-Württemberg "Alarmstufe gelb" beziehungsweise "rot". Dann müssten regional wieder erste Maßnahmen gegen den Anstieg der Corona-Zahlen ergriffen werden.

"Aus dem bisherigen Verlauf der Pandemie haben wir Erfahrungen gesammelt und 'Reaktionsmuster' für verschiedene Ausbruchsszenarien, etwa in Pflegeheimen, Kliniken und anderen medizinischen Einrichtungen, entwickelt und erprobt", so das Gesundheitsamt Karlsruhe. "Intention ist dabei, dass Einschränkungen zielgenau und gestuft erfolgen."

Besonderes Augenmerk gelte es daher auf den Schulstart am 14. September sowie die bevorstehende Erkältungszeit zu legen, da das Risiko einer schnelleren Verbreitung und einer schwierigeren Identifikation von Corona-Infektionen steigt. Deshalb appelliert das Gesundheitsamt, noch gewissenhafter auf die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln zu achten. Die Schließung ganzer Schulen oder andere pauschale Lockdown-Szenarien sollen nach Möglichkeit vermieden werden."

2. Vergangene Entwicklung der Neuinfektionen in Karlsruhe

Der derzeitige Anstieg könnte einen dritten Höhepunkt der Neuansteckungen für Karlsruhe bedeuten. Wie die Grafik zeigt, klettert die Rate der Neuansteckungen aktuell zum dritten Mal in die Höhe.

Nach dem großen Ausbruch in März und April hat die Fächerstadt bereits eine zweite, kleinere Spitze hinter sich: Nachdem das Infektionsgeschehen über mehrere Wochen nahezu zum Stillstand kam, stiegen Ende Juni die Zahlen wieder an.

Im Wesentlichen steht das mit dem Gottesdienst in einer Karlsruher Freikirche in Zusammenhang, bei dem sich 22 Menschen infiziert hatten, sowie dem Corona-Ausbruch am Edith-Stein-Gymnasium in Bretten. Hier haben sich fünf Personen - vier Schüler und eine Lehrerin - mit dem Virus infiziert.

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils rund eine Woche nach Einführung der Restriktionen war die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem RKI fünf bis sechs Tage.

In anderen Worten: Sollte es beispielsweise aufgrund der Urlaubsrückkehrer und der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften weiterhin zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später an den Zahlen abgelesen werden. 

Dateiname : Aktueller RKI-Lagebericht
Dateigröße : 1.94 MBytes.
Datum : 02.09.2020 15:00
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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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  •   Freigeist1
    (1464 Beiträge)

    03.09.2020 11:22 Uhr
    Vorsicht
    ist keine Panikmache
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  •   Propagandahilfskraft
    (1605 Beiträge)

    03.09.2020 10:21 Uhr
    Ich habe da schwere Zweifel ...
    ... ob eine Gesellschaft über längere Zeit Panik und Hysterie aushält. Das total verdrehte Risikoempfinden lässt die Menschen dann zu irgendwelchen falschen Propheten überlaufen und dann war es das mit der FDGO (freiheitlich-demokratischen Grundordnung). So gesehen zündeln Polit- und Medienkaste gerade herum und gefährden den inneren Frieden.

    Unabhängig davon kann das verdrehte Risikobewusstsein die Menschen auch zu gesundheitsgefährdenden Verhalten animieren. Besonders die Orientierungslosigkeit bei Eintreten der sgg. kognitiven Disonanz ist gefährlich. Zusammen mit den Ausblenden der anderen Gefahren - wie der hundsgemeinen Influenza - sind weitere Probleme vorprogrammiert.
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  •   Freigeist1
    (1464 Beiträge)

    03.09.2020 11:22 Uhr
    Vorsicht
    ist keine Panikmache.
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  •   kunvivanto
    (253 Beiträge)

    03.09.2020 14:50 Uhr
    Richtig
    Mit Vorsicht schützt man sich selbst.
    Mit Panikmache macht man die Mitmenschen verrückt - oder lässt sie abstumpfen.
    Das ist tatsächlich ein Unterschied.
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  •   wolkenschauer
    (1430 Beiträge)

    03.09.2020 09:36 Uhr
    Stichwort Unzufriedene, Berlin-Demo
    Mal ne Kurzzusammenfassung von Frontal21. Sehr appetitlich... https://www.zdf.de/politik/frontal-21/corona-demo-in-berlin-102.html
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  •   Propagandahilfskraft
    (1605 Beiträge)

    03.09.2020 10:14 Uhr
    Diese Vorstellung ...
    ... hat ja einen tiefen Eindruck bei Dir hinterlassen. Beruhige Dich! Das sind nur paar Durchgeknallte, die man Show machen lassen hat. Man hat die regelrecht zum Jagen getragen, eine Kundgebung in der Bannmeile vorm Reichstag erlaubt ... was eigentlich gar nicht so zulässig wäre. Nur auf die eigenen Fähigkeiten gestellt wären die Protagonisten irgendwo in der Provinz gestrandet und hätten sich - spätestens bei einem Ausfall des Mobilfunks - in der öden Wildnis von Brandenburg verlaufen. Und die Erzählung von den Brutkästen war noch viel unappetitlicher. Und über die alten Kamellen aus dem letzten Jahrtausend schweige ich lieber. Aber pünktlich gezahlt hat die BILD. Es war nicht alles schlecht, damals. *fiesgrins*
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  •   Route66
    (2716 Beiträge)

    04.09.2020 15:53 Uhr
    1932
    Dachte man auch noch es wären ein paar Durchgeknallte...
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  •   wolkenschauer
    (1430 Beiträge)

    03.09.2020 10:37 Uhr
    Hier auch nochmals extra für Dich meine i.d. Tat schlechten Eindrücke wiederholt
    Hör Dir mal Deine Freunde von Deiner 'Querdenker'-Gruppierung an. Stichwort 'Nazi-Regime', s. https://www.zdf.de/politik/frontal-21/corona-demo-in-berlin-102.html

    Sehr appetitliche Leute! Sieht so der Gemeinsinn aus, die neue Friedfertigkeit, um Ausgleich bemühte Leut? Der Film entlarvt in gut 8 Minuten mit wem man hier gemeinsam auftritt, was man für Leut auf den Veranstaltungen duldet (bringt auch sicher auch mehr Masse, Lautstärke und Radikalität...) und gegen wen man sich ausdrücklich und verbal sehr radikal abgrenzt und wo einem nur Bilder stören.

    Sich beschweren, dass besonders radikale Aussagen, Umtriebe gesendet werden und dann mit ausgestrecktem Zeigefinger von Friedfertigkeit einerseits und Nazi-Regime andererseits faseln (siehe in der Reportage 4:50 bis 5:50).

    Und von ner Abgrenzung gegenüber Reichsbürgern und anderen Radikalen kann hier überhaupt keine Rede sein. Man hat bewusst gemeinsame Sache gemacht. Die Aufrufe - siehe Reportage - waren alle bekannt. Widerlich !
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  •   tom1966
    (528 Beiträge)

    03.09.2020 10:30 Uhr
    Tiefer Eindruck!
    Ja, die Bilder haben bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen! Und mich beunruhigt!

    Es mögen zwar "nur ein paar Durchgeknallte" sein, aber diese bewegen sich in eine Richtung, die in meinen Augen mit Demokratie nichts mehr zu tun hat.

    Ein Parlament ist ein Sinnbild der Demokratie, es zu stürmen symbolisiert, dass man das, was dort beschlossen wird, nicht akzeptiert und das ist nicht demokratisch.
    Ich muss Beschlüsse des Bundestages nicht mögen, ich kann dagegen klagen oder demonstrieren, aber ich muss sie als Mehrheitsentscheidung akzeptieren - das ist Demokratie!
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  •   Mondgesicht
    (2404 Beiträge)

    03.09.2020 10:39 Uhr
    Nur gut
    dass die "Stürmung" des Reichstags bei irgendwelchen Greenpeace-Aktionen niemanden stört. Linke und grüne Aktionen sind per se gut, da ist alles erlaubt.
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