Karlsruhe Zahl der Arbeitslosen deutlich gestiegen: Über 9.000 Unternehmen der Region in Kurzarbeit

Kurzarbeit und Jobverlust: Die Corona-Krise wirkt sich stark auf den Arbeitsmarkt aus. Die Zahl der Arbeitslosen ist deutlich gestiegen und über 9.000 Unternehmen in der Region haben Kurzarbeit angemeldet. 23.800 Arbeitslose hat die Agentur für Arbeit für den Monat April erfasst - 20 Prozent mehr als im Vormonat. Die Unternehmen reagieren auf die Situation und stellen weniger Personal ein.

"Wir haben mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet. Der Arbeitsmarkt ist durch die Corona-Krise unter Druck geraten, weshalb sich die Frühjahrsbelebung nicht fortsetzt", sagt Ingo Zenkner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt. 

Ingo Zenkner, Chef der Karlsruher Arbeitsagentur.
Ingo Zenkner, Chef der Karlsruher Arbeitsagentur. | Bild: privat

"Es gibt zwar auch weiterhin eine gewisse Dynamik, allerdings ist diese aus dem Gleichgewicht geraten. Die Zahl der Menschen, die sich im April arbeitslos melden mussten, ist im Vergleich zu den vergangenen Monaten gestiegen. Jedoch agieren die Unternehmen weitaus vorsichtiger und haben im April deutlich weniger neues Personal eingestellt als zu dieser Jahreszeit üblich", so Zenkner über den Anstieg der Arbeitslosenquote.

9.066 Unternehmen in Kurzarbeit

Einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des Arbeitsmarkts stellt die Kurzarbeit dar. Seit dem Beginn der Krise vor gut einem Monat haben 9.066 Unternehmen im Bezirk der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt auf diese Möglichkeit zurückgegriffen. Wie viele Menschen tatsächlich und in welchem Umfang in Kurzarbeit sind, wird sich jedoch erst zeigen, sobald die Betriebe die Abrechnungsanträge vorgelegt haben und diese bearbeitet sind.

Die Bundesagentur für Arbeit gibt ihre Statistik für den April bekannt.
Die Bundesagentur für Arbeit gibt ihre Statistik für den April bekannt. | Bild: Marijan Murat/dpa

"Ohne diese intensive Nutzung der Kurzarbeit wäre die Arbeitslosigkeit wohl weit höher ausgefallen. Denn durch das Kurzarbeitergeld soll Arbeitslosigkeit vermieden werden und den Arbeitnehmern die Arbeitsplätze und den Betrieben die Fachkräfte erhalten bleiben. Die Unternehmen haben diese Chance ergriffen. Sobald die Wirtschaft wieder auf Normalniveau ist, werden sie davon profitieren", sagt Ingo Zenkner.

Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Arbeitsagentur Karlsruhe-Rastatt hat sich von März auf April um 3.953 auf 23.846 Personen erhöht. Vor einem Jahr waren noch 5.903 Menschen weniger ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,7 Prozent und liegt aktuell bei 4,1 Prozent - ein Prozentpunkt über dem Vorjahresniveau. "Die Corona-Krise ist uns mitten in den Frühjahrsaufschwung geplatzt", so Zenkner.

Während sich im vergangenen Monat 7.347 Menschen neu arbeitslos melden mussten, konnten 3.403 Bürger ihre Arbeitslosigkeit beenden. Aktuell gibt es 7.136 offene Arbeitsstellen.

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