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Karlsruhe Wurde einem ungeimpften Patienten die Behandlung verweigert? Städtisches Klinikum bezieht Stellung nach Social-Media-Video

Wurde ein Patient im Städtischen Klinikum sich selbst überlassen, weil er ungeimpft war? Diese Botschaft vermittelt neuerdings ein Video und eine dazugehörige Sprachaufnahme, die in den sozialen Medien viral ging. Bei den Aufnahmen wird ein Mann gezeigt, der offenbar mit einem Bruch am Oberschenkel und einer Lungenentzündung in das Klinikum eingeliefert wurde und dort auf einer Matratze auf dem Boden liegt. Inzwischen soll der Mann verstorben sein. Nun hat sich das Karlsruher Klinikum zu dem Vorfall geäußert und will gegen die "unberechtigten Vorwürfe" rechtliche Schritte einleiten.

Anlässlich eines Videos, welches seit dem vergangenen Wochenende auf diversen Social-Media-Kanälen kursiere und den Vorwurf gegen das Städtische Klinikum erhebt, dass eine ungeimpfte Person nicht adäquat behandelt worden sei, hat die Geschäftsführung des Städtischen Klinikums in einer Pressemitteilung auf die erhobenen Vorwürfe reagiert und diese "ausdrücklich und vollumfänglich" zurückgewiesen.

Behauptungen sind aus dem Geschehen gerissen

"Die Behauptungen sind nicht nur nicht im Gesamtkontext, sondern auch für sich genommen unwahr und völlig aus dem konkreten Behandlungsgeschehen gerissen. Das Klinikum hat eine umfassende Behandlungspflicht gegenüber allen Patienten, die es in jedem Fall und unabhängig vom individuellen Impfstatus der behandlungsbedürftigen Personen grundsätzlich uneingeschränkt wahrnimmt", heißt es in den ersten Zeilen.

Ein Patient liegt in einem Krankenzimmer auf der Covid-19 Intensivstation im SRH Waldklinikum.
Ein Patient liegt in einem Krankenzimmer auf der Covid-19 Intensivstation (Symbolbild). | Bild: Bodo Schackow/dpa-zentralbild/dpa

Die Geschäftsführung und der interne Krisenstab (sog. Einsatzleitung) seien seit Wochen tagtäglich damit beschäftigt, eine bestmögliche Versorgung aller behandlungsbedürftigen Personen – sowohl geimpft wie nicht geimpft – sicherzustellen. Jede Behandlungs- und Therapieentscheidung werde in jedem Einzelfall "individuell auf Grundlage der jeweiligen medizinischen Indikation getroffen und in Absprache mit dem betreffenden Patienten beziehungsweise mit den entsprechend legitimierten Angehörigen entsprechend der ärztlichen Heilkunst umgesetzt."

Behandlungsmaßnahmen ohne Einwilligung nicht zulässig

Allerdings, so betont das Klinikum, seien auch die Grenzen der ärztlichen Behandlungspflicht zu beachten, wenn einwilligungsfähige Patienten "Therapie- und Behandlungsmaßnahmen in Kenntnis der medizinischen Faktenlage oder aufgrund fehlender Krankheitseinsicht" ausdrücklich ablehnen würden.

"Hält der Arzt eine Maßnahme in der konkreten Situation mit Blick auf das mit dem Patienten gemeinsam festgelegte Ziel für indiziert, obliegt es dem Patienten zu bestimmen, ob und wie er behandelt werden will. Lehnt ein Patient beispielsweise eine angebotene lebenserhaltende Maßnahme ab, darf der Arzt diese Maßnahme nicht durchführen, wenn im konkreten Falle keine Hinweise auf einen die freie Willensbildung ausschließenden Zustand vorliegen. Selbst bei bestehender Lebensgefahr hat der Arzt den ausdrücklich erklärten entgegenstehenden Willen des Patienten zu respektieren", heißt es in der Mitteilung weiter.

Ärztliche Behandlungsmaßnahmen ohne Einwilligung des Patienten seien  rechtlich nicht zulässig.

Matratze auf dem Boden als Schutz vor Stürzen

Auch, der Vorwurf, dass Patienten nicht wie üblicherweise im Klinikbett versorgt würden, weist das Klinikum zurück. Der Grund: In Einzelfällen würden Patienten auf einer Matratze am Boden versorgt werden, um zum Beispiel Verletzungen (Stürze et cetera) vorzubeugen oder eine Fixierung zu vermeiden.

Eine Krankenpflegerin schiebt ein Krankenbett durch einen Flur.
Eine Krankenpflegerin schiebt ein Krankenbett durch einen Flur. | Bild: Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Im "Hinblick auf die unberechtigten Vorwürfe" habe das Klinikum bereits Strafanzeige erstattet und prüfe derzeit mögliche weitere rechtliche Schritte. Es seien entgegen jeglicher Faktenlage unwahre Tatsachen behauptet worden, die auch im "mutmaßlichen wohlverstandenen Interesse des Verstorbenen als verleumderisch" bezeichnet werden könnten.

Die Redaktion sammelt aktuell weitere Informationen zu diesem Vorfall und plant derweil, einen weiteren Artikel zu verfassen. Die Angehörigen dürfen sich diesbezüglich gerne über unsere E-Mail-Adresse redaktion@ka-news.de oder unter unseren ka-Reporter-Link direkt an die Redaktion wenden. Außenstehende Personen bitten wir darum, von Anfragen / E-Mails zu diesem Thema abzusehen.
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Kommentare (45)
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (43 Beiträge)

    17.11.2021 14:32 Uhr
    Armer Kerl
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere Netiquette und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   Oitastisch
    (476 Beiträge)

    18.11.2021 04:00 Uhr
    Der Kerl...
    Der "Kerl" war Unternehmer einer Firma und ist in seinem eigenem Geschäft gestürzt, aber er wurde zu spät gefunden und war daher sehr unterkühlt. Der arme Kerl hatte jedoch aktive Angehörige, welche den Prozess gut dokumentierten und an die Öffentlichkeit brachten. Eben diese behaupten anhand von aufgezeichneten Telefongesprächen und einem eher verstörendem Handy-Video, dass der Mann Opfer einer unterlassen Hilfeleistung geworden ist, vermutlich weil er nicht geimpft war.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (43 Beiträge)

    18.11.2021 07:16 Uhr
    Hallo Oitastisch,
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere Netiquette und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   silberahorn
    (11120 Beiträge)

    17.11.2021 15:35 Uhr
    Eine Unterschrift,
    wenn sich jemand nach einem Aufklärungsgespräch nicht weiter behandeln lassen will, sollte es aber geben. Zumindest muss man unterzeichnen, dass man auf eigene Gefahr geht, wenn man nicht ordnungsgemäß von einem Arzt entlassen wird. Bei Corona kommt diese Möglichkeit, also sich selbst zu entlassen, womöglich wegen der Quarantänepflicht nicht in Betracht.

    Instrumentalisiert wird die Behauptung, dass er nicht geimpft gewesen sein soll und man ihn deshalb nicht wie andere Patienten versorgen wollte. Das ist ein derber Vorwurf, den man tatsächlich abweisen kann, zumal man sich fragen muss, woher das diese Leute genau wissen wollen.
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  •   Gelegenheits-Kommentator
    (86 Beiträge)

    17.11.2021 13:08 Uhr
    Zuviel spekulatives:
    "Wurde?", "soll", "offenbar".

    Am besten holen wir unsere Informationen nur noch bei RT (Russia today)
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (43 Beiträge)

    17.11.2021 14:17 Uhr
    Wie wahr
    Und die aktuellen Corona-Informationen bei Xavier Naidoo, beim "Wendler" und bei Joshua Kimmich. Das sind die wahren Experten !
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  •   Dobermann
    (339 Beiträge)

    16.11.2021 14:44 Uhr
    Gibt es Fakten , Zeugen , Anwesende ....
    die Medien machen euch alle kaputt.. früher gab es ARD/ZDF und ein 3. Programm. Tagesschau um 20.00 Uhr für wichtige Relevante Berichterstattungen. Heute geht es um Likes, Einschaltquoten , Sensationen, Lügen, Rufmord, stinkende Autos , die Geißens , Supertalent und und und.. aber die Hungersnot auf dieser gottverdammten Erde, Aids, Armut und Diktatur, Ebula, Umweltverschmutzung, Ausbeutung und Fremdenhass , Korruption und Wassernot . das wird immer mehr totgeschwiegen damit ist kein Geld zu verdienen aber das Herr Promi eins mit frau Promi 1 jetzt zusammen sind,das ist sehr wichtig.. Ich glaube nichts mehr, schaue keine Sensationssendungen mehr an, nach dem Motto.. alle sagten das geht nicht, bis einer kam der das nicht wusste und hat es einfach getan !! Denkt mal drüber nach.
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  •   Laetschebachschorsch
    (3230 Beiträge)

    16.11.2021 09:40 Uhr
    sozialen Medien
    So lange in sozialen Medien ungeprüfte Dinge anonym behauptet und gelogen werden dürfen, so lange gibt es für mich diese Medien nicht. KA-News sind für mich da grenzwertig, aber die Kommentarverfasser sind immerhin ermittelbar. Auch erfolgt eine gewisse Kontrolle. Auch freie Meinungsäußerung hat seine Grenzen. Nur deshalb bin ich auf dieser Seite.
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  •   Kommentar
    (1284 Beiträge)

    16.11.2021 14:12 Uhr
    Wieso
    sollte Kommentarverfasser hier grundsätzlich ermittelbar sein?

    Und man sollte grundsätzlich erstmal nachdenken, wenn man etwas liest oder hört - egal wo.
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  •   Laetschebachschorsch
    (3230 Beiträge)

    16.11.2021 16:16 Uhr
    Stimmt, erst denken
    Jeder, der sich hier äußert, ist bei ka-news angemeldet und damit von der Redaktion oder der Staatsanwaltschaft ermittelbar. Außerdem Reihenfolge beachten: Nachdenken kann eigentlich erst nach Lesen und/oder Hören erfolgen.
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