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Baden-Baden Keine Gottesdienste an Ostern: Greift die Corona-Krise in die Religionsfreiheit ein?

Für Ministerpräsident Winfried Kretschmann wird während der Corona-Krise in die Religionsfreiheit eingegriffen. "Die Kirchenleute sagen mir, dass es im ganzen Christentum so etwas nicht gegeben hat, dass keine Gottesdienste stattfinden, nicht einmal bei der Christenverfolgung im alten Rom", sagte Kretschmann im Interview des "Badischen Tagblatts" (Donnerstag). Das Entscheidende sei aber, dass die Kirchen diesen Einschnitten selbst zugestimmt haben. Die Versammlung in Kirchen ist derzeit untersagt. Viele Gottesdienste werden aber über das Internet, im Fernsehen und im Radio live übertragen. So auch über Ostern.

Seine Landesregierung mache keine Basta-Politik, "sondern wir reden immer mit den Menschen, denen wir so viel zumuten wie noch nie", sagte Kretschmann. Und wenn die Krise vorüber ist, steht die Demokratie auf dem Prüfstand: "Denn dann müssen wir so radikal, wie wir jetzt Rechte eingeschränkt haben, sie auch wieder öffnen."

Kretschmann verspricht die Rückkehr zu einer engen Auslegung der Vorgaben im Datenschutz, denn "wir sind doch keine autoritären Krisengewinnler". Jetzt sei es sehr sinnvoll, Daten zu sammeln, "und das machen wir, um die Menschen zu schützen". Am Ende werde der Grundrechtskatalog wieder voll hergestellt, "denn der ist uns heilig, und die liberale Öffentlichkeit wird ein wachsames Auge darauf haben".

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  •   ALFPFIN
    (7159 Beiträge)

    09.04.2020 12:21 Uhr
    Vor einigen Monaten
    habe ich eine hochbetagte Nachbarin am Sonntag zur Kirche begleitet, da sie ziemlich unsicher auf den Beinen war. Bin dann auch mit hinein gegangen. Da saßen dann genau 9 Leute in der Kirche, einschließlich meiner Wenigkeit, nicht katholisch und auch keine Kirchgängerin. Also in dieser Kirche eine absolute Blindgängerin. Tapfer hat der Pfarrer gepredigt. Schätzungsweise 90 Plätze waren leer am Sonntag Morgen!
    Häufig sieht man ja heutzutage bei Gottesdiensten in beiden christlichen Kirchengemeinden nur noch wenige Kirchgänger.
    Herrn Kretschmann und den Kirchenleuten, wie er sich ausdrückte, sollte die Gesundheit und auch das Leben der Bürger in der Zeit der Corona Pandemie wichtiger sein. Gerade weil ja zu den Gottesdiensten in erster Linie nur noch die älteren Menschen in die Kirche gehen.
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  •   ALFPFIN
    (7159 Beiträge)

    09.04.2020 12:06 Uhr
    Da muss der ehemalige Lehrer MP Kretschmann aber nachsitzen
    und die Kirchenleute auch.
    Im alten Rom bestand kein Recht auf Religionsfreiheit. Nicht nur die frühen Christen wurden verfolgt sondern auch andere Kulte wurden unterdrückt.
    Die Gründe für solche Maßnahmen lagen nicht in Glaubensvorstellungen, sondern in Handlungen, die als gefährlich für das Gemeinwesen galten. So fürchtete man, dass die Weigerung der Christen, Opfer darzubringen, den Zorn der Götter heraufbeschwören könne oder ein Zeichen mangelnder Loyalität sei.

    Im alten Rom wurde angeordnet, die neue Religion in ihrem Wachstum aufzuhalten, sie bei der Integration in das römische Gesellschaftssystem zu hindern oder ihre Struktur dauerhaft zu zerschlagen.
    Deshalb haben ja die frühen Christen sich heimlich getroffen.
    Und dann war da noch im Mittelalter die Verfolgung der Protestanten, die den katholischen Kirchenleuten
    ein Dorn im Auge war und viele Opfer gekostet hat. Religionsfreiheit?
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  •   Route66
    (2410 Beiträge)

    09.04.2020 10:13 Uhr
    Die Kirchen
    sind seit Jahren leer. Da muss jetzt nicht auf einmal darauf gepocht werden in die Kirche gehen zu dürfen. Hier geht es doch nur um die Idee seine Rechte wahrnehmen zu dürfen. Wer wirklich gläubig ist, der kann das auch ganz alleine zu Hause sein. Ausserdem gibt es schon seit Wochen tolle Angebote live im Netz an Gottesdiensten teilzunehmen. Gut, für die 90jährigen ist das nix, aber auch diese haben meistens Kinder oder Enkel, die ihnen schon vor Wochen im Netz was hätten einrichten können.
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