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Karlsruhe Knappe Schutzmittel: Wie ist die Lage bei Karlsruher Krankenhäusern?

Preiskampf, teure Transportwege und lange Lieferketten - in der Corona-Krise werden Schutzkleidung und Desinfektionsmittel nachgefragt wie nie zuvor. Wie ist die Lage in den Karlsruher Kliniken?

Man habe Schutzkleidung vom Land geliefert bekommen und auch als Kommune Mittel bestellt, so Oberbürgermeister Frank Mentrup bei einer virtuellen Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch. Auf große Vorräte könne man derzeit nicht zurückgreifen, aber: "Die Versorgung ist sichergestellt."

Preiskampf bei Schutzkleidung

In der Branche tobt ein Preiskampf, die Methoden bezeichnete baden-württembergischer Gesundheitsminister Manfred Lucha jüngst wie im Wilden Westen, Ministerpräsident Winfried Kretschmann schilderte einen brutalen Konkurrenzkampf auf dem Markt.

Frank Mentrup sieht die Spitze des Preiskampf inzwischen überschritten. Dennoch seien die Lieferketten noch unübersichtlich und die Transportkosten übersteigen "alles was man aus der Vergangenheit kennt". Das begrenze den Zugang an Schutzmitteln insgesamt.

Vor Ort sei die Lage stabil, in Sicht auf die bundesweite Lage sieht Mentrup einen "ungeordneten Zustand" zwischen Bund und Ländern. Es sei alles noch nicht so gesichert, wie man sich das wünsche, so das Stadtoberhaupt. 

Wie ist die Lage an Karlsruher Kliniken?

Knapp ist es nicht nur bei Schutzkleidung: Auch bei Desinfektionsmitteln kommen die Produktionen an ihre Grenzen. Einige Bundesländer haben ihre Bestimmungen gelockert - Firmen wie der Getränkehersteller Jägermeister lieferten Alkohol zur Produktion von Desinfektionsmittel an Kliniken.

Auch in der Region wollen viele Unternehmen bei der Produktion von Desinfektionsmitteln helfen. Sie können vor allem Alkohol für Flächendesinfektion  herstellen - die Brauerei Hoepfner prüft eine entsprechende Umstellung.

Aber wie sieht es eigentlich aus - bei Karlsruher Kliniken? Wird Alkohol gebraucht? "Unser Bestand ist ausreichend, wir haben gerade in dieser Woche eine größere Lieferung an Alkohol erhalten", teilen die ViDia-Kliniken auf Nachfrage von ka-news.de mit.

Ein zusätzlicher Bedarf an Alkohol aus Brennereien bestehe derzeit nicht. Die beiden Apotheken des Klinikverbundes können derzeit noch ausreichend Desinfektionsmittel herstellen.

"Wir haben Angebote von Brennereien erhalten"

Beim Städtische Klinikum Karlsruhe reichen die derzeitigen Bestände ebenfalls aus, sind jedoch knapp bemessen. "Jede reguläre Bestellung der gängigen Hände-Desinkfektionsmittel ist im Moment mit einer unvorhersehbaren Verzögerung verbunden", sagt Christian Degenhardt, Apothekendirektor des Klinikums auf Nachfrage von ka-news.de.

Damit die ärztliche Versorgung nicht von der Marktsituation abhängig ist, wird das Städtische Klinikum selbst Hand-Desinfektionsmittel herstellen. "Wir haben Angebote von Brennereien und beziehen den benötigten Alkohol inzwischen Lieferanten in größeren Gebinden", so Degenhardt weiter.

Um aus dem angelieferten Alkohol Desinfektionsmittel herzustellen, werden zum einen für die Schonung der Haut sogenannte Rückfetter zugesetzt, zum anderen Wasserstoffperoxid, das zusätzlich zum Alkohol Sporen abtötet. Dabei richte sich das Städtische Klinikum nach den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Der Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

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  •   myopinion
    (13 Beiträge)

    06.04.2020 07:54 Uhr
    die versorgung ist sichergestellt?
    der bm ist sehr fern jeglicher realität. wie sieht es denn in den arztpraxen aus? natürlich sind die selbst verantwortlich für schutzmaßnahmen und -mittel. nur....bekommen tun sie nichts. der markt für handschuhe, desinfektionsmittel oder ähnliches ist fast leergefegt. wie soll ein funktionierender schutz von kranken (es gibt noch andere krankheiten) da gehen? diese fragen beantwortet die politik natürlich nicht.
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  •   Davoiz
    (2 Beiträge)

    04.04.2020 11:54 Uhr
    Schutzschildef
    Bitte nehmt Kontakt auf
    https://www.makervsvirus.org/de/
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  •   Davoiz
    (2 Beiträge)

    04.04.2020 11:52 Uhr
    Gesichtsschilde
    Hallo liebes KA-News Team,

    ich Drucke gerade mit vielen anderen Leuten für den Verein Fablab in Karlsruhe gesichtsschilde. Bitte verbreiter diese Info das sie möglichst viele erreicht.
    Hier der Link zum Kontakt:
    https://www.makervsvirus.org/de/
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