5  

Karlsruhe "Wichtiger Teil der Stadtidentität kehrt zurück": Mentrup froh über Lockerungen im religiösen Bereich

Seit einigen Tagen gelten Lockerungen im religiösen Bereich. "Mit der Erlaubnis für öffentliche Gottesdienste und Gebetsveranstaltungen kehrt ein wichtiger Teil unserer Stadtidentität zurück", reagiert Oberbürgermeister Frank Mentrup in einer Mitteilung der Stadt Karlsruhe.

"Schon Markgraf Karl-Wilhelm hat die Religionsfreiheit bei der Stadtgründung 1715 als ein zentrales Grundrecht in seinem Privilegienbrief und damit in unserem Selbstverständnis verankert", erinnert er. Dieses tolerante Miteinander von Gläubigen aller Religionen wie auch Nicht-Gläubigen präge die Stadtgesellschaft bis heute. "Auch in deren Namen wünsche ich den Kirchen und Religionsgemeinschaften wie allen Gläubigen neue Freude und Zufriedenheit im Feiern gemeinschaftlicher Gottesdienste und Gebetsveranstaltungen", so der Oberbürgermeister.

Angesichts des muslimischen Fastenmonats Ramadan, der am 26. Mai endet, und angesichts der im Mai und Juni bevorstehenden christlichen und jüdischen Feiertage sei die Zulassung von Gottesdiensten und Gebetsveranstaltungen dringend geboten gewesen. "Schon der vorherige mehrwöchige Verzicht war für die Gläubigen schwer zu ertragen, denn er fiel für die meisten in eine Zeit hoher Feiertage und zentraler, traditionell gemeinschaftlich begangener religiöser Feste und Zeremonien", sagt Mentrup.

Rückkehr von Gemeinschaft

Gleichzeitig dankt der Oberbürgermeister den Karlsruher Kirchen und Religionsgemeinschaften für die Einhaltung der Verbotsregel. Auch der Wegfall von Gottesdiensten und Gebetsveranstaltungen habe dazu beigetragen, die Verbreitung des Corona-Virus in Karlsruhe einzudämmen. Auch wenn ein normales gemeindliches Leben aufgrund der notwendigen Beschränkungen und Hygienemaßnahmen noch lange nicht möglich sein werde, ermögliche die Lockerung die Rückkehr von Gemeinschaft.

"Nicht nur ältere Menschen haben diese Gemeinschaft, das Miteinander schmerzlich vermisst", stellt der Oberbürgermeister fest. Daher begrüße er, dass neben Gottesdiensten und Gebetsveranstaltungen auch die sehr belastenden Einschränkungen von religiösen Zeremonien wie Taufen, Hochzeiten, Bestattungen, Urnenbeisetzungen und Totengebeten zumindest gelockert werden konnten.

"Gefahr durch das Corona-Virus ist nicht gebannt"

Der Oberbürgermeister bittet alle Menschen, die nun wieder von der Möglichkeit der gemeinschaftlichen Religionsausübung Gebrauch machen, weiter um Rücksicht und Geduld. "Die Gefahr durch das Corona-Virus ist nicht gebannt, wir alle müssen weiterhin die notwendigen Kontaktbeschränkungen, Abstand und Hygienemaßnahmen einhalten, um uns selbst und andere zu schützen", appelliert Mentrup.

Mehr zum Thema
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (5)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   jaw
    (153 Beiträge)

    11.05.2020 07:46 Uhr
    Gott ist doch nicht überall... oder?
    Wie wenn man nicht im stillen beten kann. Sie sagen doch immer Gott ist überall... aber so bekommt das ganze eine interessante Wendung.
    Scheinbar ist das Seelenheil direkt mit dem Pfarrer bzw. Dem Besuch eines Sakralbaus gekoppelt.
    Zumal dann die Kollekte ausbleibt. Und die katholischen Pfarrer auf ihre Messdiener verzichten müssen.
    Alles untragbare Zustände.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ALFPFIN
    (7227 Beiträge)

    11.05.2020 09:55 Uhr
    Also,
    wenn der liebe Gott, wie die Gutgläubigen meinen, uns geschaffen und zur weiteren Produktion freigegeben hat, dann müsste er schon sehr lange die Augen davor verschließen, wenn er sich die Entwicklung seines Produktes im Laufe der Weltgeschichte ansieht.

    Aber bitte, wem es ein Trost und ein Bedürfnis ist ……….

    Zumindest ist ja der Zulauf in den meisten christlichen Kirchen so gering geworden, dass der Sicherheitsabstand eingehalten werden kann.

    Bei uns um die Ecke treffen sich vor allen Dingen die Alteingesessenen schon vor der Kirche,
    um die Neuigkeiten auszutauschen, hast du schon gehört?, hm …. Sicherheitsabstand, die meisten hören nicht mehr so gut. Es sei ihnen trotzdem gegönnt, wenn sie die Regeln einhalten.😊
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   patrickkk
    (1531 Beiträge)

    10.05.2020 12:16 Uhr
    ...
    Infektionsrate ist wieder über 1 aber hauptsache diese Intressensgruppe zufrieden stellen während die Weltlichen Probleme weiter aufgeschoben werden.

    Damit hätte man echt noch warten können.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   nurdiewahrheit
    (351 Beiträge)

    10.05.2020 10:10 Uhr
    Volle Zustimmung
    Auf jeden Fall sollte die Öffnung von Kirchen, Moscheen und Synagogen an erster Stelle stehen. Denn zuhause oder alleine beten ist schließlich unmöglich. Mit anderen Bereichen lassen wir uns aber schön Zeit und ziehen das ganze noch häppchenweise ein paar Monate in die Länge oder, unter Berücksichtigung einer zweiten Welle, bis ins nächste Jahr. Wer braucht schon Einnahmen aus einer selbständigen Tätigkeit, um sein Dach über dem Kopf, die eigene Existenz und sein möglicherweise über Jahre aufgebautes Leben auch weiterhin finanzieren zu können? Und wenn das alles weg ist, na dann soll derjenige halt nochmal bei Null anfangen. Schließlich lebt er ja unendlich lange. Die Befürworter der Maßnahmen können ja mal auf einen Kaffee dort vorbeigehen und erklären, warum das alles notwendig und unausweichlich war. Danach ein kleiner Klaps zur Aufmunterung und vergessen ist ein zerstörte Leben (mal 100.000)
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   kunvivanto
    (157 Beiträge)

    10.05.2020 11:22 Uhr
    Buch Exitus, Kapitel 4 (Corona), Vers 1-5
    Habe ich gerade heute in meinem Blog geschrieben:

    1. Dann sagten sie: Auf schaffen wir eine Medizin, die alle Krankheiten heilt! So wollen wir uns einen Namen machen und ewig leben, bis ans Ende aller Tage.
    2. Da stieg der HERR herab, um sich ihre Zivilisation und Medizin anzusehen, die die Menschenkinder bauten.
    3. Und der HERR sprach: Siehe, technisch mächtig sind sie und ein Ziel haben sie alle. Und das ist erst der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen nichts mehr unerreichbar sein, wenn sie es sich zu tun vornehmen.
    4. Auf, steigen wir hinab und verbreiten wir dort einen Virus, so dass sie vor lauter Angst die Grundlagen ihrer Macht vernachlässigen und so zerstören und keiner mehr den anderen retten kann.
    5. Und der HERR verwirrte so ihren Geist, und die Menschen starben wieder so, wie es ihnen vom HERRN bestimmt war.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.