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Karlsruhe Weniger Impfzentren - mehr Arbeit für Ärzte? So soll die Corona-Auffrischungsimpfung ab September laufen

Seit über einem Jahr beeinflusst das Corona-Virus das alltägliche Leben. Inzwischen ist die dritte Welle, ausgelöst durch eine Corona-Mutation, gebrochen und die Infektionszahlen beginnen zu sinken - doch wohin geht der Trend? Von den Anfängen bis heute: Jede Woche gibt es einen Überblick über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Karlsruhe und einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.

1. Aktuelle Corona-Lage: Inzidenz steigt wieder an

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt: Die Corona-Lage im Stadt- und Landkreis Karlsruhe befindet sich (noch) in einer recht entspannten Position. Allerdings beginnen die Zahlen in Karlsruhe, wieder etwas nach oben zu klettern.

Zum Vergleich: Waren am Mittwoch, 28. Juli, noch 80 Personen mit dem Virus infiziert, so sind es eine Woche später, am 4. August, noch 70 Personen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt im Stadtkreis Karlsruhe bei 14,7 und im Landkreis bei 9. 

Bild: Landratsamt Karlsruhe

Auffrischungsimpfungen beginnen ab September

Die Entscheidung ist gefallen. Ab September sollen die ersten Corona-Auffrischungsimpfungen mit den Impfstoffen Moderna und Biontech stattfinden. Das bestätigte uns auf Nachfrage das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration. 

Wer wird geimpft?

Entsprechend des Beschlusses der Gesundheitsministerkonferenz am vergangenen Montag, sollen speziell vulnerablen Gruppen eine Auffrischimpfung angeboten werden. In der Regel mindestens sechs Monate nach Abschluss der ersten Impfserie.

Seniorin Ursula Neuberger hält ihren Impfpass, in dem eine Grippe-Impfung (oben) und ihre erste Corona-Impfung vermerkt sind.
(Symbolbild) | Bild: Stefan Puchner/dpa

Ebenfalls sollen Patienten mit Immunschwäche oder Immunsuppression sowie Pflegebedürftige und Höchstbetagte in ihrer eigenen Häuslichkeit eine Auffrischimpfung angeboten bekommen, die "im Wesentlichen" durch ihre behandelnden Ärzte ausgeführt werden sollen. Allerdings sei eine Impfung auch in einem Kreisimpfzentrum möglich.

Wo wird geimpft und wer impft?

Da die Zentralen Impfzentren (ZIZ) demnächst ihre Pforten schließen werden, hat das Land eine Verlängerung der Kreisimpfzentren bis zum 30. September durchgesetzt. Damit soll die Möglichkeit bestehen, ein dezentrales Angebot im ganzen Land zu erhalten, bevor die Regelversorgung durch niedergelassene Ärzte übernommen wird. Bis dahin werden auch diejenigen, die noch keine Erstimpfung erhalten haben, die Gelegenheit dazu haben.

Durch die Auffrischungsimpfungen sollen auch die niedergelassenen Ärzte sowie die Betriebsärzte eingebunden werden. Außerdem werden die Mobilen Impfzentren (MIT) wieder verstärkt im Einsatz sein.

Warum bleiben die Impfzentren nicht bestehen, um die Ärzte zu entlasten?

Wie bereits angekündigt sollen die ZIZ allmählich abgebaut- und die KIZ bis Ende September verlängert werden. Eine Übergangslösung, sagt das Land. Im Nachgang sollen die niedergelassenen Ärzte das Impfen komplett übernehmen, da "das medizinische System in Deutschland und auch in Baden-Württemberg sehr gut und leistungsfähig" ist. 

Das Kreisimpfzentrum in der Karlsruher Schwarzwaldhalle | Bild: Paul Needham| Mohawkvisuals

"Die Impfzentren waren wichtig und notwendig, da möglichst viele Menschen in einer kurzen Zeit so schnell wie möglich geimpft werden konnten und letztlich auch die Gegebenheiten der Impfstoffe eine große Herausforderung darstellten", so das Ministerium gegenüber ka-news.de. Für die Regelversorgung und um auch die Auffrischungen sicherzustellen, seien die niedergelassenen Ärzte jedoch ausreichend.

Wie weit ist Karlsruhe mit den Vorbereitungen?

Wie die Stadt auf Nachfrage mitteilt seien bisher noch keine konkreten Planungen zu dem Vorhaben angelaufen. "Es gibt dafür noch keinerlei Vorgaben und alle Kommunen können erst handeln, wenn es dafür Landesvorgaben gibt", so eine Sprecherin gegenüber ka-news.de am gestrigen Dienstag. "Dass das Thema weiter aufkommt, ist logisch, aber wir können da noch nichts zu sagen."

2. Entwicklungen der Neuinfektionen in Karlsruhe

Im Verlauf der Corona-Pandemie hat Karlsruhe nun mehrere Hochs und Tiefs hinter sich. Wie die Grafik zeigt, kletterte die Rate der Neuansteckungen im November 2020 in die Höhe, danach im März 2021. Zwischenzeitlich begannen die Zahlen deutschlandweit zu sinken, was unter anderem der fortschreitenden Impfkampagne zugeschrieben wird. Aktuell steigt die 7-Tages-Inzidenz durch die Ausbreitung der Delta-Variante wieder.

Das Problem: Häufig sind Infektionsketten nicht mehr bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen, weshalb eine eindeutige Zuordnung schwierig ist. 

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen jeweils ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils rund eine Woche nach Einführung der Restriktionen war die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) fünf bis sechs Tage. In anderen Worten: Sollte es aufgrund der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später an den Zahlen abgelesen werden.

Mehr zum Thema
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus hält Karlsruhe in Atem: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für die Fächerstadt und die Region in diesem Dossier.
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  •   ALFPFIN
    (7775 Beiträge)

    04.08.2021 17:25 Uhr
    Es gibt auch
    Leute, die in Impfzentren geimpft wurden und derzeit in keiner ärztlichen Behandlung sind. Die Arztpraxen werden dann wohl überlastet sein, wenn die Impfzentren ausfallen.
    Ich habe für zwei alte Nachbarinnen Termine in Impfzentren buchen können, eine der Nachbarinnen hat derzeit keinen Hausarzt. Sie hatte bei zwei Hausärzten nachgefragt, bevor sie sich an mich gewandt hat,
    Frage: Sind sie bei uns Patientin, NEIN
    Antwort: Dann können wir sie nicht annehmen.
    Ob das richtig ist, darüber kann man natürlich diskutieren, manche ältere Personen lassen sich da dann sicher verunsichern.
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  •   Mondgesicht
    (2674 Beiträge)

    04.08.2021 18:05 Uhr
    Stimmt.
    Erst mal geht es ja um Ältere Ü 70, da haben doch die allermeisten einen Hausarzt.

    Aber man denke dann an später, wenn alle eine Auffrischungsimpfung bekommen sollen (und das wird wohl so kommen), hier insbesondere an junge Menschen, die eigentlich so gut wie nie einen Arzt brauchen und daher keinen Hausarzt haben. Oder an die Studenten, die von irgendwo zugezogen sind und dann hier in Karlsruhe keinen Arzt haben.

    Wenn sichergestellt ist, dass die Arztpraxen dann auch solche Personen eben nur für die Impfung annehmen, dann kann es funktionieren. Wenn die Ärzte aber wegen der Zusatzarbeit lieber abblocken, dann geht das Theater wieder von vorne los, dass sich Leute impfen lassen wollen, aber keinen Termin bekommen.
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