23  

Karlsruhe Gesundheitsamt stockt Personal für Pandemiestufe 3 auf: "Erreichen Warnschwellenwert in wenigen Tagen"

Die Vorwarnstufe ist da - Am Montag, den 19. Oktober, wird für Baden-Württemberg voraussichtlich Pandemiestufe drei ausgerufen. Das heißt: Ab Montag greifen die Maßnahmen, die von Bund und Länder am vergangenen Dienstag beschlossen worden waren. Doch was tritt jetzt in Kraft? Und wie wird das zukünftige Kommunikationsmanagement des Gesundheitsamtes gestemmt ? Darüber informierte das Landratsamt Karlsruhe am Freitag, den 16. Oktober, in einer Pressekonferenz. ka-news.de hat die Neuigkeiten für euch zusammengefasst.

Eines vorweg: Karlsruhe ist mit seinen  aktuell 155 Neuinfektionen und einem Inzidenzwert von 23,4 noch nicht in der Hotspot-Strategie von Bund und Länder angekommen.

Dafür benötige es einen Inzidenzwert von 35 pro 100.000 Einwohner. Das ist allerdings, so die Vermutung von Landratsamt und Gesundheitsamt, auch nur noch eine Frage der Zeit, wenn die Zahlen weiterhin steigen. 

Tritt dieser Fall ein, steht es dem Ordnungsamt frei auch Sperrstunden in der Gastronomie zu verhängen. Noch ist das nicht der Fall.

Personal im Gesundheitsamt wird aufgestockt

"Wenn sich die Infektionszahlen so weiterentwickeln, erreichen wir den Warnschwellenwert in wenigen Tagen", sagt Landrat Christoph Schnaudigel.  Deshalb wolle man nicht erst warten, bis "die Situation mal da sei", sondern bereits im Vorfeld zu handeln.

Landrat Christoph Schnaudigel | Bild: Verena Müller-Witt

Aus diesem Grund muss das Gesundheitsamt bereits Vorkehrungen treffen, damit es den stets wachsenden Ansturm in der Kommunikation standhalten kann. So soll das Gesundheitsamt in Zukunft von 80 neuen, geschulten Mitarbeitern unterstützt werden. 30 davon sind bereits im Einsatz. Auch Soldaten sollen das Gesundheitsamt im Kampf gegen Corona zukünftig unterstützen.

Der Konferenzraum im Landratsamt Karlsruhe | Bild: Michael Kappeler/Landratsamt Karlsruhe

Laut Peter Friebel, Leiter des Gesundheitsamtes Karlsruhe, sei das wichtig, um die Nachverfolgungen von Kontaktpersonen sicherzustellen, die dann telefonisch kontaktiert werden müssen. Nach eigenen Angaben sind das einige hundert Anrufe am Tag à zirka 15 Minuten. 

Das heißt: "Je mehr die Infektionen steigen, desto mehr steigt die Arbeit des Gesundheitsamtes", ergänzt Christoph Schnaudigel. So mussten in der Kalenderwoche 42 bisher rund 1380 Kontaktpersonen im Landkreis kontaktiert werden.

Erweiterte Maskenpflicht in den Schulen

Deshalb spricht sich das Gesundheitsamt auch für eine erweiterte Maskenpflicht in den Schulbetrieben aus. "Die Inzidenzahlen werden wir eh alle erreichen", ergänzt Ulrich Wagner, stellvertretender Leiter vom Gesundheitsamt Karlsruhe.

Ulrich Wagner, stellvertretender Leiter vom Gesundheitsamt Karlsruhe | Bild: Verena Müller-Witt

"Wenn beidseitig Maske getragen wird, dann schrumpft die Wahrscheinlichkeit, dass wir beide in Quarantäne schicken müssen. Wir wollen uns um die Stellen kümmern, an denen die Infekte gerade aktuell aufpoppen", so Wagner weiter.

Das heißt: Ab Montag muss die Maske auch im Unterricht getragen werden. Von Lehrern und Schülern.

 

Weihnachtsmärkte eingeschränkt denkbar

Auch das Thema "Weihnachtsmarkt" wurde während der Pressekonferenz aufgegriffen. Doch das Gesundheitsamt Karlsruhe bezieht dazu klar Stellung. "Die derzeitige Infektionslage der Pandemie ist nicht in Einklang zu bringen mit einem klassischen Weihnachtsmarkt", erklärt Wagner zum Abschluss.

Wenn überhaupt sei nur eine "abgespeckte Variante" vom Weihnachtsmarkt denkbar - ohne Alkohol. Denn: "Nach dem zweiten oder dritten Glühwein ist der zwischenmenschliche Kontakt ein anderer".

 

Mehr zum Thema
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (23)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Route66
    (2718 Beiträge)

    18.10.2020 20:13 Uhr
    Und weiter
    gehts. Aber von Ihnen erwarte ich auch nichts anderes. Schönes Egoleben noch.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Kruppstahl
    (1225 Beiträge)

    20.10.2020 02:08 Uhr
    Ein Egoleben isz es,
    wenn man trotz weiterführender Iformationen zum eigenen Wohl an der Maskenvergewaltigung festhält. Jeder kann sich für seine Person ausreichend schützen. Einfach mal daheim bleiben, so wie man es jetzt von allen Bürgern erwartet. Die Propaganda der sogenannten Regierung hat mächtig eingeschlagen. Alle haben die Hosen voll und kaufen Klopapier.
    Keiner fragt mehr, was mit dem Lügenbaron Scheuer wird, oder wieviele Flüchtlinge aus dem abgebrannten Lager in Griechenland schon hier sind. Oder wieviele Abschiebungen man hätte durchführen müssen uns wieviele tatsächlich stattgefunden haben.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   tom1966
    (542 Beiträge)

    22.10.2020 13:34 Uhr
    @Kruppstahl: Wollen Sie...
    noch mehr Ihrer politischen Überzeugungen präsentieren?

    Es gibt immer noch Leute, die nicht verstanden haben, dass es beim Tragen der Maske nicht darum geht, sich selbst nicht anzustecken, sondern darum, dass man niemanden anderes ansteckt, sollte man infiziert sein und die Infektion nicht bekannt ist, z.B. da man keine Symptome hat.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Jossele
    (66 Beiträge)

    20.10.2020 09:09 Uhr
    Gibt es
    belegte Fälle von Maskenvergewaltigung? Sind Sie selbst betroffen oder kennen sie jemanden? Ich kann mir das gar nicht vorstellen.
    Wenn die wirklich so gefährlich sind, sollten wir vielleicht wirklich lieber alle zu Hause bleiben, und die Wirtschaft runterfahren, statt diesen Stoff im Gesicht zu tragen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   patrickkk
    (1698 Beiträge)

    16.10.2020 21:18 Uhr
    ...
    Wenn jetzt schon klar ist dass der Anstieg so stark ist dass neue Maßnahmen nötig werden wäre es sinnvoller jene Maßnahmen sofort einzuführen um es gar nicht erst dazu kommen zu lassen, bzw. wenn es dann trotzdem noch dazu kommt nicht ausufern zu lassen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Rino
    (324 Beiträge)

    16.10.2020 19:04 Uhr
    Man soll es nicht glauben
    Wenn dem so ist, wieviele liegen dann auf der Intensivstation.
    Viele zeigen gar keine Symptome, die mit leichten und "normalen" sollte man einfach nicht einrechnen.
    Sondern nur die mit Kinik-Aufenthalt und Intensiv-Fälle.
    Da die Tests eh sehr mit Vorsicht zu geniessen sind, mal ist man pos, mal neg, ist das Ganze doch sehr zweifelhaft.
    So ganz allmählich drehen alle durch ohne Hirn und Verstand.
    Bei 155 Neuinfektionen und 1380 Telefonate sind das rund 345 Stunden in Woche 42.
    Wieviele Mitarbeiter sind da am Rundruf beteiligt?
    Fragen über Fragen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   tom1966
    (542 Beiträge)

    20.10.2020 12:24 Uhr
    Wer sagt denn,
    dass alle nur "normale" oder "leichte Fälle" sein werden? Gerade um die Wahrscheinlichkeit schwerer Verläufe, die ja mit der steigenden Zahl der Infizierten einher geht, zu reduzieren, ist die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit notwendig. Zugegeben, Karlsruhe ist aktuell nicht gerade ein Hotspot, das kann sich aber schnell ändern.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Jossele
    (66 Beiträge)

    16.10.2020 20:34 Uhr
    Wenn man abwartet,
    ... bis die Intensivstationen halbvoll sind, bevor man gegensteuert, dürfte es eher kritisch werden.

    Ich finde es gut, dass keine allzu große Panik geschoben, sondern sachlich und vernünftig überlegt und diskutiert wird, wann welche Maßnahme dran ist.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Tantalus
    (47 Beiträge)

    17.10.2020 12:31 Uhr
    Für welche Patienten
    Es wird aber nicht diskutiert, sondern einfach über alle Köpfe hinweg bestimmt!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Route66
    (2718 Beiträge)

    17.10.2020 14:07 Uhr
    In einer Pandemie
    wird auch nicht diskutiert und dem Bürger ein Volksentscheid angeboten. Aus gutem Grund. Wir haben keine Zeit um alles auszudiskutieren, schau Dir die Zahlen an. Bei uns steigen sie nun auch täglich und wahrscheinlich hatte Merkel Recht mit ihrer Prognose, dass wir bis Weihnachten 19.000 Infizierte/Tag haben werden. Conte in Italien diskutiert auch nicht rum, aber die Italiener nehmen das Ganze sowieso viel ernster als wir, die hatten genug Tote in ihren Familien.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 (3 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.