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Karlsruhe Vierte Corona-Welle im Herbst? Das sagen Karlsruher Virologe und das Gesundheitsamt zur Delta-Variante in der Fächerstadt

Seit über einem Jahr beeinflusst das Corona-Virus das alltägliche Leben. Inzwischen ist die dritte Welle, ausgelöst durch eine Corona-Mutation, gebrochen und die Infektionszahlen beginnen zu sinken - doch wohin geht der Trend? Von den Anfängen bis heute: Jede Woche gibt es einen Überblick über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Karlsruhe und einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.

1. Aktuelle Corona-Lage: Inzidenz sinkt weiter

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt: Die Corona-Lage im Stadt- und Landkreis Karlsruhe bleibt weiterhin angespannt, denn: Die Anzahl der Neuinfektionen befindet sich immer noch auf einem hohen Niveau. Dennoch ist in ganz Deutschland ein Abwärtstrend zu beobachten, der auch Karlsruhe erreicht hat. 

Zum Vergleich: Waren am Montag, 31. Mai, noch 217 mit dem Virus infiziert, so sind es am Freitag, den 11. Juni, noch 80. Der 7 Tage-Inzidenzwert liegt im Stadtkreis Karlsruhe bei 11,9 und im Landkreis bei 20. 

Bild: Landratsamt Karlsruhe

Dennoch warnt das Robert Koch Institut (RKI) in seinem aktuellsten Lagebericht: "Seit dem 01.06.2021 stuft das Robert Koch-Institut aufgrund der anhaltend hohen Fallzahlen die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt als hoch ein."

37 "Delta-Fälle" in den Karlsruher Kreisen

Doch trotz der sinkenden Zahlen, gibt es ein Thema, welches deutschlandweit Sorgen aufwirft: Die Delta Variante. Sie ist verantwortlich für die prekäre Situation in Indien und für Großbritanniens Einstufung als Virusvariantengebiet. Das heißt: Sämtliche Lockerungen wurden dort erstmal auf Eis gelegt.

Selbst im Städtischen Klinikum  seien bereits Patienten gewesen, die sich mit  dieser Mutation infiziert hatten. Dies veranlasst doch wiederum zur Frage: Sind auch unsere Lockerungen durch diese neue Mutation gefährdet? Davon geht das Karlsruher Gesundheitsamt weniger aus. Der Grund: Die Delta Variante sei bei uns in der Fächerstadt bislang nur sehr gering vertreten.

"Die Delta Variante wurde am 14. April erstmals im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes bei einem Reiserückkehrer nachgewiesen. Seitdem sind 37 Fälle der Delta-Mutation bekannt. Im gleichen Zeitraum (14. April bis 7. Juni) wurden rund 5.500 Coronavirusinfektionen erfasst. Der Anteil dieser Mutation beträgt also weniger als ein Prozent", heißt es auf Anfrage von ka-news.de.

Der Eingang vor dem Karlsruher Gesundheitsamt | Bild: Thomas Riedel

Zu der Vermutung, dass die Delta Variante - wie von Virologe Christian Drosten vorhergesagt - ab dem kommenden Herbst in Deutschland dominieren wird, möchte das Amt hingegen keine Stellung beziehen. "An Spekulationen möchten wir uns nicht beteiligen", heißt es.

"Zunahme der Delta-Variante sehr wahrscheinlich"

Ein wenig anders fällt da die Meinung vom Virologen Dietmar Forster aus dem Städtischen Klinikum aus. Er halte dieses Szenario "wie viele andere auch, für wahrscheinlich" und schließe sogar eine vierte Welle nicht aus. Auch der Aussage von Oberbürgermeister Mentrup, der am vergangenen Mittwoch von einer zunehmenden Ausbreitung der Delta Variante berichtete, pflichtet der Experte bei: "Eine Zunahme von Infektionen mit der Delta-Variante im Laufe der nächsten Wochen und Monaten ist sehr wahrscheinlich. Die Frage ist, wann und wie schnell die Zahl solcher Infektionen ansteigen wird."

An einer Frau wird ein Corona-Schnelltest vorgenommen.
An einer Frau wird ein Corona-Schnelltest vorgenommen. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Doch der Virologe hat auch gute Nachrichten: "Es gibt mittlerweile Daten, dass eine vollständige Impfung mit insbesondere dem Biontech-Impfstoff, aber auch mit dem AstraZeneca-Impfstoff,  einen sehr guten Schutz vor einer schweren Infektion mit der Delta-Variante bietet", so Forster. Für Menschen ohne Immunität sei das mutierte Virus - hinsichtlich der leichteren Übertragung - aber tatsächlich "gefährlicher." 

Dass es jedoch zu einer Übertragung kommen könnte, indem "nur etwas in einer Einrichtung abgegeben oder abgeholt" wurde, kann der Virologe so weder bestätigen noch negieren. Die Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) hatten Anfang dieser Woche über eine derartige Situation berichtet. 

Nichtdestotrotz halte er die Lockerungen, angesichts der derzeit niedrigen Inzidenzen, für "angemessen und vertretbar". Allerdings müsse man dazu bereit sein, die "Maßnahmen bei Bedarf wieder zurückzunehmen." 

Laut der englischen Gesundheitsbehörde besteht bei der Delta-Variante ein höheres Risiko für schwerere Covid-Verläufe.
Laut der englischen Gesundheitsbehörde besteht bei der Delta-Variante ein höheres Risiko für schwerere Covid-Verläufe. | Bild: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

2. Entwicklungen der Neuinfektionen in Karlsruhe

Im Verlauf der Corona-Pandemie hat Karlsruhe nun mehrere Hochs und Tiefs hinter sich. Wie die Grafik zeigt, kletterte die Rate der Neuansteckungen zuletzt im November 2020 in die Höhe, danach im März 2021. Inzwischen sind die Zahlen deutschlandweit aber wieder am Sinken, was unter anderem der fortschreitenden Impfkampagne zugeschrieben wird.

Dennoch sind Infektionsketten oft nicht mehr bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen, weshalb eine eindeutige Zuordnung schwierig ist. 

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen jeweils ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils rund eine Woche nach Einführung der Restriktionen war die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) fünf bis sechs Tage. In anderen Worten: Sollte es aufgrund der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später an den Zahlen abgelesen werden.

Dateiname : RKI Lagebericht 10.06
Dateigröße : 2.93 MBytes.
Datum : 11.06.2021 08:10
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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus hält Karlsruhe in Atem: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für die Fächerstadt und die Region in diesem Dossier.
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Kommentare (13)
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  •   Dobermann
    (319 Beiträge)

    11.06.2021 11:53 Uhr
    Die vierte CORONA-Welle...
    kommt erst nach den Wahlen.....
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  •   kritiker_2014
    (830 Beiträge)

    11.06.2021 11:35 Uhr
    Herr Lauterbach
    hat dafür keine Zeit.Er tingelt lieber von Talkshow zu Talkshow anstatt sich im Parlament einzubringen.
    Im übrigen ist die Delta Variante die indische Variante.
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  •   Beiertheimer
    (1370 Beiträge)

    11.06.2021 11:13 Uhr
    Ist den die Glaskugel
    nicht bei H.Lauterbach?
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