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Karlsruhe ka-news.de-Leser besorgt: Nutzen Eltern die Kita-Notbetreuung während des Lockdowns aus?

Baden-Württemberg hat entschieden: Die Kindergärten bleiben mindestens bis zum 31. Januar geschlossen - einzig die Kindernotbetreuung hat noch geöffnet. Doch hier fängt das Problem bereits an: Während im Frühjahr nur Eltern zur Notbetreuung berechtigt waren, die bei systemrelevanten Arbeitsstellen beschäftigt waren, dürfen im zweiten Lockdown nun deutlich mehr Elternteile einen Anspruch stellen - das treibt die Nachfrage nach oben. Aber ist das in einem Lockdown noch sinnvoll?

Seit dem 18. Januar gilt: Die Kitas und Grundschulen bleiben weiterhin geschlossen, nur Notbetreuungen sind in den Kindergärten noch möglich. Das heißt: Nur wenn beide Erziehungsberechtigte aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit an der Betreuung gehindert sind, dürfen sie ihre Kinder weiterhin zur Kita bringen.

Laut der Sozial- und Jugendbehörde Karlsruhe macht das in Karlsruhe im Schnitt zirka 33 Prozent vom regulären Betrieb aus. Deutlich mehr als im ersten Lockdown - da wurden rund zehn Prozent aller Kinder in die Notbetreuung aufgenommen. Grund hierfür sind Änderungen bei den Vorgaben, wer sein Kind zur Notbetreuung anmelden darf. 

Kita-Kinder müssen gegen Masern geimpft sein - Ausnahmen von dieser Regel gibt es nur in wenigen Fällen.
(Symbolbild) | Bild: Christin Klose/dpa-tmn

Während das Angebot im ersten Lockdown nur für Eltern mit systemrelevanten oder anwesenheitspflichtigen Jobs gültig war, können seit Dezember auch Eltern im Homeoffice darauf Anspruch erheben. Kurzum: Es kommt nicht mehr darauf an, ob der Beruf Zuhause oder außerhalb ausgeübt wird. 

Großzügige Regeln für Eltern

Dennoch gibt es klare Vorgaben. "In der Orientierungshilfe vom Kultusministerium ist ganz klar vorgegeben, wer sein Kind in die Notbetreuung bringen darf und wer nicht", erklärt Elke König, Abteilungsleiterin des Fachbereichs Kindertagesbetreuung. "Da gibt es keine Spielräume für die Einrichtungen."

Ist das wirklich der Fall? Keine Spielräume? Fakt ist: Die Orientierungshilfe besagt, dass Kinder für eine Notbetreuung in Frage kommen, wenn "beide Erziehungsberechtigten durch ihre berufliche Tätigkeit an der Betreuung gehindert sind und auch keine andere Betreuungsperson zur Verfügung steht",  so der Wortlaut. Ein Nachweis seitens des Arbeitgebers ist erforderlich.

Elke König, Abteilungsleiterin des Fachbereichs Kindergartenbetreuung der Sozial- und Jugendbehörde Karlsruhe.
Elke König, Abteilungsleiterin des Fachbereichs Kindertagesbetreuung der Sozial- und Jugendbehörde Karlsruhe. | Bild: Sozial- und Jugendbehörde Karlsruhe

Ob dieser Nachweis schriftlich, elektronisch oder auf andere Weise erfolgen soll - die Orientierungshilfe des Kultusministeriums gibt keine Formvorschriften vor. "Das kommt immer auf den Betrieb an, welche Art von Nachweis gefordert wird", sagt König im Gespräch mit ka-news.de. "Für viele reicht auch eine mündliche Erklärung der Eltern, dass die Kinder nicht zu Hause bleiben können."

"Kommt einer versteckten Öffnung gleich"

Hier liegt der Knackpunkt. Eine Kinderbetreuung wird Eltern zu leicht gemacht, findet ein  ka-news.de-Leser. Die Regeln zur Notbetreuung sind konträr zu den Lockdown-Maßnahmen. "Es kommt einer versteckten Öffnung gleich und die Auslastung in vielen Kitas geht in vielen Regionen von 50-90  Prozent in die Spitze. Das ist Augenwischerei, verfehlt den Lockdown-Effekt und sicher auch den Willen der Politik", schreibt er in einer Mail an die Redaktion.

Der Leser habe zwar Verständnis, kritisiert jedoch auch die Einstellung vieler Eltern und Kitas. "Eine Notbetreuung ist ein Minimum an Angeboten während die Eltern arbeiten. Die Erwartungshaltung ist aber zum Teil eine andere. Es soll genau so weitergearbeitet werden wie zu den pandemiefreien Zeiten. Ja das wünschen wir uns alle. Am besten für alle Kinder. Aber doch nicht jetzt in der Pandemiezeit.“

Die Notfallbetreuung im zweiten Lockdown ist deutlich lockerer als im ersten. Das fasst auch die Fachbereichsleiterin der städtischen Kitas positiv auf. | Bild: Thomas Riedel

Also doch Kinderbetreuung - nichts mit Lockdown? Nutzen Eltern die großzügigen Regeln sogar aus? König widerspricht: "Wir gehen nicht davon aus, dass Eltern uns die Unwahrheit sagen, sondern im Sinne eines gemeinsamen Miteinanders agieren." 

So seien zwar schon Eltern abgewiesen worden, weil diese die Voraussetzungen nicht erfüllten, aber wegen vollen Kitagruppen wurde bislang noch niemand weggeschickt. Eine festgelegte Obergrenze der Kinderanzahl gibt es für einen jeweiligen Hort nämlich nicht.

Auslastungen zwischen 15 und 50 Prozent

Diese Flexibilität empfindet König wiederum als einen großen Fortschritt. "Im Frühjahr wurden die Vorgaben ständig erweitert oder abgeändert. Jetzt läuft es deutlich besser, da wir keine ständigen Diskussionen mit den Eltern haben, warum welches Kind jetzt aufgenommen wird und welches nicht." Das somit die Kapazitäten der Kindergärten eventuell ausgereizt werden könnten, negiert König im Gespräch mit ka-news.de. "Aktuell arbeiten die städtischen Tagesstätten mit einer Auslastung von 15-50 Prozent", sagt sie.

(Symbolbild) | Bild: Thomas Riedel

50 Prozent und mehr seien ihrer Meinung nach die Ausnahmen und wohl eher in den betrieblichen Kindertagestätten vorzufinden. Ob sich daran im Zuge der nächsten Bund-Länder-Beratungen nochmal etwas verändert, kann die Fachbereichsleitung momentan schwer einschätzen. "Da müssen wir schlussendlich abwarten, ob die Regeln weiter verschärft werden", so König im Gespräch mit ka-news.de. "Vorher lässt sich da keine Aussage treffen."

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Kommentare (21)
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  •   dfisch
    (2 Beiträge)

    19.01.2021 20:13 Uhr
    Kindeswohl
    Ganz unabhängig von Homeoffice, Sytemrelevanz, etc. kann laut Richtlinie des Kultusministeriums die Notbetreuung auch in Anspruch genommen werden, falls "das Kindeswohl es erfordert*.

    Es reicht eine Bestätigung der Eltern. Keine Ahnung wieviele die Notbetreuung aktuell in Anspruch nehmen, aber es sollten sich mit Hilfe dieser Regelung hoffentlich immer mehr trauen.

    Kinder haben bei den Verantwortlichen keine Lobby. Auf eine offizielle Öffnung kann man daher wahrscheinlich noch eine ganze Weile warten.
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  •   dfisch
    (2 Beiträge)

    19.01.2021 20:05 Uhr
    Kindeswohl
    Unabhängig von Homeoffice, Sytemrelevanz, etc. kann laut Richtlinie des Kultusministeriums die Notbetreuung auch in Anspruch genommen werden, falls "das Kindeswohl es erfordert*.

    Es reicht eine Bestätigung der Eltern. Keine Ahnung wieviele die Notbetreuung aktuell in Anspruch nehmen, aber es sollten sich mit Hilfe dieser Regelung hoffentlich immer mehr trauen.

    Kinder haben bei den Verantwortlichen keine Lobby. Auf eine offizielle Öffnung kann man daher wahrscheinlich noch eine ganze Weile warten.
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  •   Mysza
    (8 Beiträge)

    19.01.2021 15:55 Uhr
    "Kitas bleiben geschlossen"
    Es ist so wahnsinnig ärgerlich, dass die Medien diesen Satz unterstützen! Irgendwo kleingedruck liest mann dann was von NOTbetreuung. Aber was hat es denn mit Notbetreuung zu tun, wenn 80-90% der Kinder in die Kita kommen und dann auch noch neue Kinder eingewöhnt werden!?!

    Ich bin Leitung einer Einrichtung und definitiv am Limit angekommen.
    Ständig neue Texte lesen, welche man sich zum Großteil selbst heraussuchen muss. Die Verantwortung wird ständig weiter runter deligiert und letztendlich, sind es die pädagogischen Fachkräfte und vor allem die Leitungen, welche die Verantwortung für alles tragen!
    Jeder Träger bzw. jede Einrichtung entscheidet gefühlt für sich- an einheitlichen Schriftzügen fehlt es- vom Vorgehen mal ganz abzusehen!
    Ich hoffe so sehr, dass die Leute in der Politik was aus der Pandemie lernen! (gerne auch alle anderen:)
    Naja, wir müssen wohl weitermachen und alle Kraft investieren, dass wir unseren Beruf gut ausüben aber unter den Bedingungen ist es verdammt schwer!
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  •   kritiker_2014
    (701 Beiträge)

    19.01.2021 15:03 Uhr
    Es ist immer wieder das selbe.
    Es wird was beschlossen ohne die Voraussetzungen dafür zu schaffen.
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  •   timo
    (3305 Beiträge)

    20.01.2021 18:58 Uhr
    Wo anfangen?
    Corona zeigt doch mal wieder: Ohne Druck geht nix. Plötzlich ist in so vielen Firmen HomeOffice möglich.

    Klar, unsere Infrastruktur und Gesetze sind nicht ideal, aber das größere Problem ist die Einstellung. Bei AG und AN.
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  •   Karlsruher1986
    (502 Beiträge)

    19.01.2021 14:53 Uhr
    Horror-Office
    Ich berichte live aus dem Horror Office! Seit gestern kommt es immer wieder zu Ausfällen im Internet. Laut Internetanbieter liegt das an der gestiegen Anzahl der Leute die von Zuhause aus arbeiten. Man muss vorerst mit Einschränkungen rechnen. Man arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung!

    Für meinen Arbeitgeber und mich hat sich das Thema Homeoffice vorerst erledigt. Ab morgen fahre ich wieder mit dem Zug in mein Grossraumbüro. Und beide Kinder gehen in die Not-Betreuung!
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  •   joy-03
    (83 Beiträge)

    21.01.2021 07:15 Uhr
    Und sie glauben das
    sich dann weniger Menschen im Internet bewegen. Weil Sie in Großraumbüro gehen.
    Was eine Vorstellung manche Menschen doch haben.
    NOTBETREUUNG setzt sich auf dem Wort NOT - Betretung zusammen.
    Und hier liegt KEIN NOT vor .
    Oder ist ihr Job Bürokrankenschwester.

    Und was ist wenn ihr Kind sich ansteckt... Dann is das große Geheule da.
    Unmöglich !!!!!
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  •   Karlsruher1986
    (502 Beiträge)

    21.01.2021 12:04 Uhr
    @Joy-03
    Im Büro habe ich eine stabile Internetleitung.

    Vor Corona habe ich keine Angst.

    Meine Frau ist im Pflegedienst tätig und kommt regelmäßig mit Corona-Patienten in Kontakt. Da ist die Angst vor einer Ansteckung kein guter Begleiter. Warum auch?

    PS: Ich hatte bereits Corona zwinkern
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  •   timo
    (3305 Beiträge)

    20.01.2021 18:56 Uhr
    Welcher Anbieter?
    Selbst Vodafone Kabel, ex Unitymedia, ex KabelBW...nicht gerade mit besten Ruf versehen, macht trotz viel HO keine Probleme. Bin da überrascht.
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  •   Karlsruher1986
    (502 Beiträge)

    21.01.2021 11:57 Uhr
    @timo
    Vodafone BW.

    Folgende Info habe ich erhalten

    Lieber Vodafone-Kunde,
    der Corona Virus (COVID-19) hält uns alle in Atem. Durch den starken Anstieg an Heimarbeit ist auch die Last in unserem Netz stark gestiegen. Dies kann zu Beeinträchtigungen Ihrer Internetgeschwindigkeit führen. Wir arbeiten an einer Lösung und bitten um Ihr Verständnis. Ihr Vodafone Team
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