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Karlsruhe OB Mentrup: "Finde es besonders wichtig, dass die Kitas bald wieder öffnen"

Nachdem am vergangenen Montag für rund ein Fünftel der Schüler der Unterricht wieder gestartet ist, steht nun die Frage im Raum: Wann dürfen auch die Kindertagesstätten wieder öffnen? Für Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup ist das einer der wichtigsten, nächsten Schritte im Hinblick auf die Corona-Lockerungen.

Ab Mittwoch, 6. Mai, darf auf den Spielplätzen im Land wieder geschaukelt, gewippt und gesandelt werden. Wohl eine Entlastung für zahlreiche Familien mit kleinen Kindern, denn die Kindertagesstätten sind nach wie vor aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. "Die aktuelle Situation ist nicht nur für Eltern, sondern auch für die Kinder sehr belastend", so die Stadt Karlsruhe in einer Pressemeldung.

Keine Kita: Kinder verpassen Entwicklungsschancen

Dieser Umstand beschäftigt den Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup besonders intensiv, da er vor seiner Zeit im Amt unter anderem vier Jahre als Psychiater in der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Städtischen Klinikum Karlsruhe tätig war. 

"Kinder im Alter von null bis drei und von drei bis sechs Jahren machen ja unglaubliche Entwicklungssprünge", erklärt Mentrup im Video-Interview. Wenn die Kleinen in dieser Zeit nur bei den Eltern sind und die soziale Gemeinschaft der Kindertagesstätte fehlt, würden sie die ein oder andere Entwicklungsschance verpassen. "Deshalb finde ich es besonders wichtig, dass die Kitas bald wieder öffnen", so das Stadtoberhaupt weiter.

Ihm sei keine Infektionskette bekannt, bei welcher das Virus über ein Kindergartenkind von einer auf die andere Familie übertragen wurde. Obwohl sich einzelne Kinder mit dem Virus infiziert haben, sei das Risiko geringer als bei Erwachsenen. Im Nachbarland Frankreich wird die Öffnung der Kindergärten und Grundschulen bereits ab kommender Woche umgesetzt. 

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  •   FCKSUV
    (245 Beiträge)

    07.05.2020 10:47 Uhr
    Mit der "Solidarität"
    ist es ganz schnell vorbei, wenn die ökonomischen Folgen voll durchschlagen. zwinkern

    Schäuble und Palmer liegen da meiner Meinung nach nicht ganz falsch.
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  •   Sabine_Klemm
    (14 Beiträge)

    07.05.2020 07:00 Uhr
    Vielleicht tun wir den Kindern ja gerade einen Riesen Gefallen,
    https://www.youtube.com/watch?v=DERhmXrE7QQ
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  •   silberahorn
    (10330 Beiträge)

    07.05.2020 05:04 Uhr
    Es geht eher um das Geld,
    denn für die Kinderbetreuung rechnen die Kommunen bei einem Monat Schließzeit mit einem Einnahmeverlust in zweistelliger Millionenhöhe.
    In Karlsruhe bekommen die Eltern ihren Beitrag zurück. Die Notfallbetreuung war zumnidest am Anfang der Krise nicht sehr gefragt. Bei 11.000 Eins- bis Sechsjährigen in Karlsruhe waren es laut BNN am 18. März nur 157 Anmeldungen.
    Ein ausgebildeter Arzt und Kinderpsychiater sollte Eltern keine Ängste einreden über verpasste Chancen bei Kindern. Wenn es diese in stärkerem Ausmaße durch eine Pandemie und Hygiene-Vorsichtsmaßnahmen gibt, kann er für größere Räumlichkeiten und mehr Erzieher sorgen. Das kostet aber Geld und wird schon deshalb entfallen.
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  •   silberahorn
    (10330 Beiträge)

    06.05.2020 17:14 Uhr
    In welchem Zeitabschnitt
    und wo: Ihm sei keine Infektionskette bekannt, bei welcher das Virus über ein Kindergartenkind von einer auf die andere Familie übertragen wurde.
    Die Viren sollen sich dort besonders gut verbreitet haben, wo Menschen in Innenräumen dicht beieinander waren. Es gibt aber bereits einige Zeit nur sehr eingeschränkte Kinderbetreuung und viel Platz. Insofern kann man nur wenig Erfahrung zu Infektionsketten bei voller Auslastung mit mehr Kindern haben.

    Deutschlandweit war es aber laut RKI so: In Einrichtungen für Kinder wie Kitas, Horten, Schulen und Kinderheimen haben sich nach den Daten des RKI weitere 1999 Berufstätige infiziert. Davon sind 1800 wieder gesund, sieben sind gestorben.
    Dabei geht es um die Erwachsenen und nicht um die Kinder.

    Unbestritten ist, dass familiär gefährdete Kinder nicht unbetreut bleiben sollten. Mit Entwicklungssprüngen hat das eher wenig oder nichts zu tun.
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  •   trx
    (12 Beiträge)

    06.05.2020 16:36 Uhr
    Falscher Ansatz/falsche Frage
    Die Frage ist nicht, wann die Kinder endlich wieder in die Kindergärten dürfen. Die Frage ist: "Wann sind die Testkapazitäten endlich so weit ausgebaut, dass Eltern ihre Kinder mit der Gewissheit in den Kindergarten geben dürfen, dass dieser, mit großer Wahrscheinlichkeit, kein Pandemieherd ist?"

    Solidarität!
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  •   Waterman
    (6444 Beiträge)

    06.05.2020 16:10 Uhr
    Das mit den verpassten Entwicklungschancen
    sahen andere zu anderen Zeiten ganz anders: siehe Herdprämie.

    Neben Maut, Obergrenze und Stromtrassenboycott, eine weitere Meisterleistung Seehofers aus Bayern. Und jetzt als Innenminister hampelt er an den
    Zitat von https://www.arte.tv/de/videos/097677-000-A/corona-absurde-grenze-in-scheibenhard-t/ Grenzen
    rum, damit seine Stammtischfreunde sich über den Ärger der Österreicher freuen.
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  •   Waterman
    (6444 Beiträge)

    06.05.2020 16:11 Uhr
    Nochmals zum Klicken
    Grenzen
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  •   silberahorn
    (10330 Beiträge)

    06.05.2020 14:54 Uhr
    "Eine Frage hätt ich noch"
    hat mein Kind immer von sich gegeben. Der Dialog mit mir war auch nicht schlecht für meine Entwicklung.

    Meine Frage an den Fachmann der Kinderpsychiatrie: In welcher Kita waren sie (geb. 1964), weil die Entwicklungschance nicht getrübt wurde und die Entwicklungssprünge im Alter von null bis drei und von drei bis sechs Jahren offenbar gelungen sind.

    Auch bei Kindertagesstätten soll es Qualitätsunterschiede geben. Wir haben das damals mit mehreren Eltern im Wechsel geregelt, dass somit Kontakte zu anderen Kindern bestanden, die unbestritten für Kinder wichtig sind. Das letzte was ein Kind im Alter von null bis sechs Jahren braucht sind Signale, dass es irgendwie zurückgeblieben ist, wenn es bereits zwei Monate nicht in einer Kita war.
    Geht es nicht in Wirklichkeit nur um die Beiträge für die Unterbringung?
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