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Karlsruhe Urlauber lassen Infektionszahlen steigen: Zahlen, Daten, Grafiken - der aktuelle Corona-Trend für Karlsruhe

Seit mehreren Monaten "lebt" das Corona-Virus bereits inmitten unserer Gesellschaft. Mit zahlreichen Einschränkungen und vorsichtigen Lockerungen konnte die Lage stabilisiert werden. Doch wohin geht der aktuelle Trend? Von den Anfängen bis heute: In einer neuen ka-news.de-Serie geben wir jeden Mittwoch einen Überblick über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Karlsruhe in der zurückliegenden Woche.

Die Pandemie hat das Jahr 2020 geprägt. Der fast gespenstische Stillstand des öffentlichen Lebens und somit einer gesamten Gesellschaft wird wohl noch lange im Gedächtnis bleiben. In der Zwischenzeit scheint die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle zu sein. Vielerorts erinnert alleine die seit Ende April geltende Maskenpflicht an die noch immer andauernde Pandemie.

1. Gefahr durch Urlauber: Die aktuelle Corona-Lage

Die Infektionszahlen sind in der letzten Woche deutschlandweit gestiegen. Da die Corona-Beschränkungen  gelockert wurden, kommen zahlreiche Menschen aus dem Urlaub zurück oder veranstalten Feiern im größeren Kreis. Das birgt ein Risikopotential: "Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden", so das Robert Koch-Institut (RKI) im Situationsbericht vom 28. Juli.

Von dieser Entwicklung ist in Karlsruhe noch nichts zu spüren. In der vergangenen Woche wurden in der Stadt lediglich zwei neue Fälle gemeldet. Aktuell sind nur sechs der über 300.000 Einwohner mit dem Corona-Virus infiziert. Für den gesamten Landkreis liegt die Zahl bei 39.

 

Die Lage in Karlsruhe scheint derzeit stabil zu sein. Doch: Aller Voraussicht nach wird die Stadt im Hinblick auf den aktuellen Trend nicht ungeschoren davon kommen:  "Wir erwarten durch die anstehende Hauptreisezeit und das Nachlassen der Corona-Disziplin in den nächsten Wochen wieder steigende Fallzahlen in der Region", teilt das Gesundheitsamt auf Nachfrage von ka-news.de mit.

Welche Corona-Regeln an welchem Ferienort gelten, erfahren Deutschlandurlauber jetzt über einen "Tourismus-Wegweiser".
Durch Urlaubsrückkehrer steigen die Corona-Fallzahlen wieder an. | Bild: Christian Charisius/dpa

Wie stark diese Entwicklung ausfallen wird, würde maßgeblich vom verantwortungsbewussten Verhalten jedes Einzelnen anhängen. "Wir appellieren an Reisende, sich über das richtige Verhalten und besondere Risiken zu informieren", so das Gesundheitsamt weiter. Dazu zählt auch die Einhaltung der zweiwöchigen Quarantäne nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet.

Damit Urlaubsrückkehrer das Virus nicht einschleppen, sollen ab kommender Woche Corona-Tests zur Pflicht werden. Jeder, der aus einem Risikogebiet wieder nach Deutschland reist, soll sich noch am Flughafen testen lassen müssen. Ein entsprechender Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn könnte kommende Woche in Kraft treten.

2. Entwicklung der Neuinfektionen in Karlsruhe

Die Infektionszahlen in Karlsruhe haben sich stabilisiert. Haben sich zu Spitzenzeiten, als die Pandemie zwischen März und April ihren Höhepunkt nahm, jede Woche über 100 Menschen in der Stadt mit dem Virus angesteckt, bewegen sich die Zahlen nun im einstelligen Bereich.

Doch: Nachdem das Infektionsgeschehen über mehrere Wochen nahezu zum Stillstand kam, stiegen Ende Juni die Zahlen wieder an. Die Kurve der gemeldeten Fälle zeigt einen zweiten Höhepunkt.

 

 

Wie konnte es zu einem zweiten Anstieg kommen? Im Wesentlichen steht das Infektionsgeschehen Ende Juni mit den Vorfällen in einer Karlsruher Freikirche in Zusammenhang, teilt das Gesundheitsamt Karlsruhe mit. Während eines Gottesdienstes hatten sich 22 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. Familiäre Kontakte hatten die gegenseitige Ansteckung begünstigt.

Fast zeitgleich war das Virus unweit von Karlsruhe am Edith-Stein-Gymnasium in Bretten ausgebrochen. Hier haben sich fünf Personen - vier Schüler und eine Lehrerin - mit dem Virus infiziert. Nach wenigen Tagen Schulschließung und über 60 negativen Tests wurde der Unterricht wieder aufgenommen.

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Die lokalen Ausbrüche zeigen, dass das Corona-Virus bei unachtsamem Verhalten rasch wieder größere Kreise ziehen kann. "Wir müssen mit der Pandemie leben", brachte es Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Pressekonferenz Mitte Juni auf den Punkt.

Die übergeordnete Strategie heißt demnach "Containment" - zu deutsch: Eindämmung. Dahinter verbirgt sich das Ziel, Infektionsketten schnell zu unterbrechen und alle Kontakte lückenlos nachzuverfolgen.

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, das Corona-Virus in seine Schranken zu weisen. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen ihre Wirkung entfaltet.

 

Jeweils nach rund einer Woche ist die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) fünf bis sechs Tage.

Das bedeutet: Sollte es nun aufgrund der Urlaubsrückkehrer und der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften wieder zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später festgestellt werden. 

 

Mehr zum Thema
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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Kommentare (14)
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  •   Apu
    (79 Beiträge)

    29.07.2020 16:00 Uhr
    Grund zur Panik, Nein
    Vorsicht...ja. 6 infizierte derzeit bei 300000 einwohner in Ka, seit ca April, 4 monate, etwas mehr als 206000 infizierte bei 84 millionen Einwohner, wobei die meisten das ganze überstanden haben. Wieviele grippetote gab es denn dieses jahr?
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  •   teflon
    (3015 Beiträge)

    29.07.2020 14:45 Uhr
    Statistik und ihre Interpretationen
    -je höher die Anzahl von Infizierten an dem Ort ist, an dem man sich aufhält, umso höher ist das eigene Infektionsrisiko - was jedem klar sein sollte . Was aber in keinster Weise etwas über den Risikofaktor aussagt, dass oder ob man an Coronagrippe erkrankt bzw selbst wenn das passiert ist unklar, wie hoch das Sterberisiko oder das Bleiben von Folgeschäden ist. Letztlich sind die ganzen bekannten Zahlen auf viel zu vielen Annahmen und Schätzungen aufgebaut und selbst die ganzen Tests haben so eine Ungenauigkeit, dass ihre Aussagefähigkeit damit auch eingeschränkt ist. Klar ist nur, dass man bei Vorerkrankungen und einer Coronaerkrankung ein wesentlich höheres Sterberisiko hat und das die bisher einzig beweisbar wirksame Maßnahme der Mundschutz + die Abstandsregeln sind.Ob es je einen flächendeckend wirksamen Impfschutz gibt, ist ebenfalls unklar. Daher bringt die ganze Panikmache nichts - Corona ist einfach da und wir müssen das akzeptieren-inkl stückweise zurück zur Normalität kommen
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  •   Riewespitz
    (92 Beiträge)

    29.07.2020 12:22 Uhr
    Die Sommerferien
    in Mecklenburg-Vorpommern gehen zu Ende. Welche Hotspots sind dort entstanden und wieviel positiv getestete Personen sind
    während der sechswöchigen Ferienzeit erkrankt und wie ist die Situationen den Kliniken mit Covid19 erkrankten dort? Es kommen ja schon seit 4 Wochen bestimmt Urlauber zurück.
    Ich sehe aktuell nur, dass in Deutschland nur Schlachtbetriebe
    Gemüsebauernhöfe, kirchliche und andere religiöse Veranstaltung, Feiern der ominösen Großfamilien und der eine oder andere Gastronomiebetrieb die Zahlen pushen. Allesamt durch mehr oder weniger Verstöße gegen die Hygienevorschriften.
    Kennt aktuell jemand noch andere Ursachen ?
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  •   andip
    (10456 Beiträge)

    29.07.2020 12:05 Uhr
    Ist das eigentlich nachgewiesen
    dass rückkehrende Urlauber massenhaft den Virus mitbringen(werden) oder ist das mal wieder nur eine blosse Vermutung?
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  •   tom1966
    (203 Beiträge)

    29.07.2020 13:48 Uhr
    Warum ein Nachweis?
    Wenn jemand aus einem Risikogebiet zurückkommt, KANN er das Virus mitbringen. Das sollte doch genügen, um sich testen zu lassen und entsprechend vorsichtig zu sein.

    Vor ein paar Wochen gingen die Bilder aus den Clubs auf Mallorca herum. Was wäre, wenn sich in den Räumen auch Infizierte aufgehalten haben? Wie viele andere hätten dabei angesteckt werden können?
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  •   andip
    (10456 Beiträge)

    29.07.2020 15:49 Uhr
    Wenn man aus der Kneipe heimkommt
    kann man ebenfalls von dort den Virus mitbekommen haben.
    Soll man sich deswegen testen lassen und so lange erstmal in Quarantäne?
    Und die Feier in Malle hat wohl bisher keine irgendwelchen Infizierungen ausgelöst , jedenfalls ist davon nichts bekannt.
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  •   BMWFahrer
    (295 Beiträge)

    23.07.2020 18:25 Uhr
    Die Begriffe
    "infiziert" und "erkrankt" werden im Artikel auch willkürlich durcheinander geworfen.
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  •   Propagandahilfskraft
    (1428 Beiträge)

    29.07.2020 13:49 Uhr
    ... aber auch ...
    ... die Zahl der positiven Tests wird mit den Infektionszahlen gleichgesetzt. Auch das ist ziemlich falsch. Wer beruflich als wissenschaftlicher und technischer Redakteur vorbelastet ist, der liest die aktuelle Berichtbestattung nur noch mit Grausen.

    Erschwerend kommt noch eines hinzu: Die Quote der positiven Tests ist irgendwo im Bereich der Messgenauigkeit von sorgfältigen Mehrfachtests angekommen und weit niedriger als bei unzuverlässigen Einfachtests. Oder anders: Die Aussagekraft der Zahlen ist sehr gering und wird durch das statistische Hintergrundrauschen überlagert.
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  •   Winston_Smith
    (686 Beiträge)

    29.07.2020 21:08 Uhr
    So siehts aus - allein die Tatsache, dass die Testungenauigkeit, die zu
    ...falschen Positivergebnissen führt, nur relativ wenige Tests erfordert, um dann bereits oberhalb der noch tolerablen Quoten zu sein, lässt einen grausen.
    Was allein da für ein Schindluder- oder nennen wir es "Steuerungs"potenzial drinstecken könnte...
    Theoretisch natürlich nur, wir sind schliesslich keine Verschwörungstheoretiker. Und ganz sicher gibt es keine Profiteure der momentanen Situation.
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  •   bluhdworschd
    (72 Beiträge)

    30.07.2020 16:19 Uhr
    wenns alleine nur sie Testungenauigkeit
    wäre:
    Zahlenspiel
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