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Karlsruhe Umzug im Städtischen Klinikum: Corona-Intensivstation bekommt neue Heimat - sofern die Zahlen unten bleiben

Weniger Corona-Patienten, sinkende Inzidenzen und auf dem besten Weg in Pandemiestufe eins. So könnte man die aktuelle Lage im Städtischen Klinikum kurz und knapp zusammenfassen. Höchste Zeit also, um ein paar organisatorische Vorbereitungen für den Covid-Bereich zu treffen. Was das mit dem erst kürzlich eröffneten Haus M zu tun hat, erläuterte Klinik-Chef Michael Geißler auf einer Pressekonferenz am Freitag.

Im Karlsruher Klinikum ist "durchatmen" angesagt. Denn seit über acht Monaten ist die Inzidenz deutschlandweit unter 20 gesunken. Auch in Karlsruhe können sich die Bürger über niedrige Werte und entsprechende Lockerungen freuen.

Im Krankenhaus ist das nicht anders, weshalb nun zum 21. Juni eine Bettenreduzierung vorgenommen werden soll. Sechs Intensivbetten sollen dann noch im Betrieb sein. Aktuell befindet sich im Klinikum vier Patienten auf der Intensiv, wovon drei beatmet werden müssen.

Der medizinische Geschäftsführer vom Klinikum, Michael Geißler, ist optimistisch: "Ich bin zuversichtlich, dass ein 'Rebound' von den Pfingstferien womöglich ausbleibt. Sogar ein Public Viewing könnte mit Abstand und entsprechenden Hygienekonzepten funktionieren."

OPs werden nachgeholt

Auf den Lorbeeren ausgeruht wird sich aber auch in den ruhigeren Zeiten nicht. Der Grund: Durch den Rückgang der Covid-Patienten auf der Allgemein- und Intensivstation können wichtige Operationen endlich aufgeholt werden. Doch das kostet Zeit. 

Blick in ein OP-Saal: Chirurgen verhalfen mehreren querschnittgelähmten Patienten mit einem neuen Verfahren zu Arm- und Handbewegungen. Symbolbild: Maurizio Gambarini
Blick in einen OP-Saal (Symbolbild) | Bild: Maurizio Gambarini

"In vielen Bereichen, außerhalb von Corona, herrschte ein anderer Arbeitsrhythmus. Es wird dauern bis sich das alles wieder eingespielt hat", gibt Geißler zu. Aber: Sind die Systeme erst einmal hochgefahren könnte mithilfe des Neubaus ein Großteil der anstehenden Eingriffe ab September/Oktober abgearbeitet sein. 

Corona Intensivstation kommt ins Haus M

Apropos Neubau: Angesichts der niedrigen Inzidenzen finden aktuell diverse "Umzüge" von den umliegenden Gebäuden in das sogenannte Haus M statt. So werden Stück für Stück alle Intensivstationen in den großen Neubau verschoben, um die Arbeitskapazitäten durch kürzere (Kommunikations)Wege zu optimieren. 

Der Haupteingang und die neue Fassade von Haus M.
Der Haupteingang und die neue Fassade von Haus M. | Bild: Thomas Riedel

Auch die Covid-Intensivstation soll zukünftig auf den Neubau ausgelagert werden. Allerdings nur, solange sich diese in der Pandemiestufe 1 befindet. Sobald die Intensiv wieder in die zweite Stufe fallen sollte, also ab dem 6. besetzten Intensivbett, wird die Behandlung der infizierten Personen wieder in Haus C fortgeführt. Darum wird auch dort weiterhin Equipment zur Verfügung stehen. 

"Wenn wir in die Stufe 2 zurückkommen sollten, wird auch die Inzidenz wieder entsprechend hoch sein und wir werden das Haus M leerziehen müssen", erzählt Michael Geißler auf Anfrage von ka-news.de. Der Grund hierfür sei die Sicherheit der Mitarbeiter und Non-Covid-Patienten, die zu 100 Prozent gewährleistet sein müsse. Auch wenn das - wenn es soweit kommt - wieder mit personellen Aufwänden verbunden sei.

 

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  •   Mondgesicht
    (2605 Beiträge)

    13.06.2021 17:07 Uhr
    Intensivbetten
    Wie ist das eigentlich mit den gemeldeten Intensivbetten? Wurden alle Zahlen aus Karlsruhe korrekt übermittelt? Siehe Bericht des Bundesrechnungshofs. Das wäre doch mal ein Thema für investigativen Journalismus, anstatt immer nur die wöchentlichen (Eigen-)Lobeshymnen zu kopieren.
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  •   Kicherente
    (154 Beiträge)

    12.06.2021 09:11 Uhr
    Falsches Bild
    Das Bild zeigt Haus D. Von Haus M ist nur die Baugrube zu sehen.
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  •   UngueltigDannZuLang
    (263 Beiträge)

    13.06.2021 14:56 Uhr
    Immer noch?
    Ich war schon lange nicht mehr in der Klinik. Frueher war das einer meiner Radwege. Das naechste Mal hoffentlich erst dann, wenn ich tot bin. zwinkern
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