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Karlsruhe Umstrukturierung im Städtischen Klinikum: "Wir haben ein Covid- und ein Non-Covid-Krankenhaus geschaffen"

Das Städtische Klinikum Karlsruhe hat seine Umstrukturierung vollendet. "Wir haben die Hälfte der Patienten entlassen und praktisch zwei Kliniken geschaffen", sagt der medizinische Geschäftsführer Uwe Spetzger. Damit will das Klinikum den erwarteten größeren Ansturm von Covid-19-Patienten stemmen können.

"Bei 1.500 Betten haben wir die Hälfte der Patienten entlassen, die Hälfte der Akutstationen geleert und 13 Stationen vom Netz genommen", erklärt Spetzger in einem Videostatement. Er danke hier besonders den Patienten "für ihre Bereitschaft, vier bis sechs Wochen zu warten und auf die Zähne zu beißen".

"Jetzt schaffen wir auch den großen Patientenansturm"

Die Trennung des Klinikums in ein Covid- und ein Non-Covid-Krankenhaus sei laut Spetzger wichtig für die perspektivische Planung, "da wir so jetzt auch den großen Patientenansturm schaffen können". Die Versorgung von Notfallpatienten, die nicht an Corona erkrankt sind, werde aber natürlich weiter aufrecht erhalten.

Bild: Hammer Photographie

"Wir sind optimistisch. Stand Donnerstagmorgen haben wir 20 Corona-Patienten, davon werden sieben invasiv beatmet - das ist immer noch weniger als der süddeutsche Durchschnitt", so der medizinische Geschäftsführer über die aktuellen Patientenzahlen. Fast 50 Prozent hätten zudem die Intensivstation wieder verlassen können, weitere 50 Prozent konnten von den Normalstationen nach Hause entlassen werden.

Auch die anderen Krankenhäuser im Stadt- und Landkreis sowie überregional seien bisher nicht über die 100 Prozent-Belastungsgrenze hinausgegangen. "Der Ruf nach Patientenverlegungen in andere Teile Deutschlands ist damit noch viel zu früh", so Uwe Spetzger.

Lage im Elsass entspannt sich

Auch die beiden Patienten aus dem Elsass habe man inzwischen in die Heimat zurückführen können. "Momentan entspannt sich die Lage im Elsass ein wenig, weil viele Patienten in andere französische Kliniken verlegt werden konnten", sagt Spetzger. "Das stimmt uns auch hier optimistisch, aber wir stehen parat, bei Engpässen jederzeit Patienten zu übernehmen."

Das Hauptaugenmerk liege zudem aktuell auf der Versorgung der Patienten in den Altenheimen der Region. "Es ist uns nicht geholfen, wenn die Versorgung im Klinikum perfekt organisiert ist, es geht um das große Ganze", sagt der Klinikchef. Einige Altenheime seien personaltechnisch bereits "am Kippen".

"Die Bereitschaft zu helfen ist riesengroß"

Spetzger sei daher umso dankbarer, dass das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sowie die Rettungsdienste als Unterstützung zur Verfügung stehen. "Das wird die Situation stabilisieren." Auch die Lieferung von Schutzausrüstung vom Land und von regionalen Unternehmen wie L'Oréal trage dazu bei.

"Die Bereitschaft, uns zu helfen, ist riesengroß - dafür können wir gar nicht genug danken"; erklärt der Klinik-Geschäftsführer und ergänzt: "Über die Osterfeiertage sind wir für einen größeren Patientenansturm gerüstet. Im Moment ist es keine dramatische Situation."

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    (458 Beiträge)

    10.04.2020 20:31 Uhr
    Ruhe bewahren und Abstand halten
    und die Lebensfreude nicht vergessen.

    "Ruf´doch mal an."
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