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Karlsruhe Wie sicher ist die neue Corona-App? KIT-Experte beantwortet die dringlichsten Fragen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie soll in Zukunft eine App für das Smartphone diejenigen warnen, die Kontakt mit einer infizierten Person hatten. Bund und Länder haben sich Anfang Mai auf die Entwicklung einer solchen App verständigt. Doch wie genau soll das Smartphone die Bürger vor dem Corona-Virus bewahren und wie werden die Gesundheitsdaten der Erkrankten geschützt?

In der Öffentlichkeit kommen sich die Menschen mitunter trotz des Abstandsgebotes nahe. Nachdem die Corona-Verbote Stück für Stück gelockert wurden, herrscht in den Bussen, Bahnen und Einkaufszentren wieder reger Publikumsverkehr. Doch die Pandemie ist noch nicht besiegt. Aus diesem Grund soll künftig eine sogenannte Tracing-App die Bürger warnen, wenn sie jemandem zu nahe gekommen sind, der positiv auf das Corona-Virus getestet wurde. 

(Symbolbild)
Eine App soll die Nutzer warnen, wenn sie in Konrakt mit Infizierten standen. (Symbolbild) | Bild: pixabay.com © Pexels

Veröffentlicht ist die App noch nicht, die Eckdaten der Anwendungen sind aber bereits bekannt: Ihre Nutzung soll für die Bürger freiwillig sein, die Datenweitergabe an das Robert-Koch-Institut (RKI) darf abgelehnt werden und Bewegungsprofile werden nicht erfasst. Das geht aus dem Beschluss von Bund und Ländern von Mittwoch, 6. Mai, hervor.

Die Nutzer müssen Bluetooth aktivieren

Das Grundprinzip der App: Wird ein Nutzer positiv auf das Virus getestet, kann er dies in der Anwendung eintragen. Daraufhin werden alle Mobiltelefone ermittelt, die in der Nähe des Infizierten erkannt wurden. Menschen, die Kontakt zu der erkrankten Person hatten und die App ebenfalls installiert haben, werden daraufhin benachrichtigt.

"Dabei wird die Information benötigt, dass sich zwei Telefone in einer gewissen Distanz zueinander aufgehalten haben - alle anderen Daten müssen theoretisch nicht erfasst werden", sagt Thorsten Strufe, Professor für praktische IT-Sicherheit am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). "Allerdings kann selbst diese eine Information sensibel sein und sollte geschützt werden."

Thorsten Strufe, Professor am Institut für Telematik (Informatik). | Bild: KIT

Damit sich das Virus von Person auf Person überträgt, müssen sich die Menschen in unmittelbarer Nähe zueinander befinden. Diese Information soll die Tracing-App erfassen können. "Die große Hypothese ist, dass die Abstands-Erkennung mit Bluetooth funktioniert", erklärt Strufe.

Sehr genau sei das allerdings nicht. Je nach Handy-Modell könne es hierbei zu starken Verzerrungen kommen, die die Genauigkeit der Abstands-Messung um den Faktor zehn verschlechtern. 

Positives Testergebnis stellen User selbst ein

Grundlegend für das Funktionieren einer derartigen Anwendung ist, dass die Nutzer angeben, sobald sie positiv auf das Virus getestet werden. "Um hierbei Missbrauch vorzubeugen, muss es eine Schutzfunktion geben", so Thorsten Strufe im Gespräch mit ka-news.de. "Denkbar ist, dass die Ärzte oder das zuständige Gesundheitsamt den infizierten Personen Passwörter erteilen, um Falschmeldungen zu vermeiden."

Erst wenn die App erfasst hat, dass die Person mit dem Virus infiziert ist, kann sie andere Smartphone-Nutzer informieren. Dieser Schritt wird "Matching" genannt. Es wird abgeglichen, welche anderen Mobiltelefone sich in den vergangenen drei Wochen in der Nähe des Telefons des Erkrankten aufgehalten haben. 

Anonym bleiben - und dennoch Personen warnen

Ein großes Streitthema bei der Entwicklung der App ist der Datenschutz. Denn die Information, welche Person am Virus erkrankt ist, ist sehr sensibel. Aus diesem Grund sollen die Smartphones nur Pseudonyme an andere Geräte senden, die die Identität der Nutzer verbergen. "Es gibt langfristige und kurzfristige Pseudonyme", erklärt Thorsten Strufe. Ein einfaches Beispiel für ein langfristiges Pseudonym sei die Nummer des Personalausweises.

Thorsten Strufe, Professor am KIT am Institut für Telematik (Informatik). | Bild: KIT

"Bei langfristigen Pseudonymen kann leichter herausgefunden werden, welche Identität sich dahinter verbirgt", so Strufe weiter. "Es werden derzeit viele Diskussionen geführt, wie die Pseudonyme gewählt werden." Würde die Tracing-App sogenannte kurzfristige Pseudonyme verwenden, könnten diese innerhalb nur weniger Minuten wechseln. Dabei sei eine Variante, die kurzfristigen aus den langfristigen Pseudonymen abzuleiten. 

Wo werden die Daten gespeichert und ausgewertet?

Ein weiterer Streitpunkt in Sachen Datenschutz ist die Frage, ob der Datenabgleich - das Matching - zentral auf einem Server oder dezentral auf den Mobiltelefonen erfolgen soll. Für Letzteres müssten sich die Handys in regelmäßigen Abständen einen Online-Datensatz herunterladen. 

Wird der Datenschutz betrachtet, stellen sich bei den beiden Ansätzen unterschiedliche Schwierigkeiten ein. "Das Problem bei einem zentralen System ist, dass der Server eine Art 'sozialen Grafen' erstellen kann", erklärt Informatikprofessor Strufe.

Netzwerkkabel in einem Serverraum. Foto: Sebastian Kahnert/Archivbild
Netzwerkkabel in einem Serverraum. Foto: Sebastian Kahnert/Archivbild | Bild: dpa

Zwar handle es sich hierbei um ein anonymisiertes Netz, doch solche Graphen könnten sich in einigen Fällen leicht de-anonymisieren lassen. Ein weiteres Risiko: Bei einem Datenleck würden alle Daten auf einen Schlag angegriffen werden. 

Dem entgegen steht der dezentrale Ansatz. "Das Problem hierbei ist, dass Personen untereinander, wenn sie vor einer potentiellen Infektion gewarnt werden, leichter feststellen können, wer infiziert ist", so Strufe weiter. 

Für schnelle Tests: Bürger sollen die App nutzen

Die Wissenschaftler des KIT und des FZI Forschungszentrum Informatik empfehlen, die beiden Funktionsweisen zu kombinieren: Die Daten sollen auf den Mobiltelefonen gespeichert werden und nur im Falle einer positiven Diagnose auf zentrale Server geladen werden. Darüber hinaus soll es nicht nur einen dieser Server geben, sondern die Tracking-Daten auf mehrere Standorte verteilt werden. 

Unter anderem sollen die Unternehmen SAP und Telekom die App für Deutschland entwickeln. Der Zeitpunkt, ab wann den Bürgern die Anwendung zur Verfügung steht, kann noch nicht genau festgesetzt werden. Doch eines ist laut Bund und Ländern sicher: Sobald sie verfügbar ist, "wird es darauf ankommen, dass breite Teile der Bevölkerung diese Möglichkeit nutzen." 

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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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  •   maehdrescher
    (1452 Beiträge)

    12.05.2020 18:11 Uhr
    Absolute Sauerei
    Dann ist es eben doch eine Zwangsapp von Spahns Gnaden. Wenn ich irgendwann ohne so was nicht mehr einkaufen oder essen gehen darf.

    Wir brauchen noch viel mehr und viel größere Demonstrationen.
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  •   Schiller
    (192 Beiträge)

    12.05.2020 18:31 Uhr
    Ach, der Axel Voss
    muss sich doch in der Krise auch ins Bild rücken...
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  •   Schiller
    (192 Beiträge)

    12.05.2020 16:58 Uhr
    Verhaltenserzwingung
    dann steht die EU also nicht mehr für Gleichheit, Freiheit...
    Ob die EU in Sachen App überhaupt was zu sagen hat, steht noch mal auf einem anderen Papier...aber das Thema wird jetzt durch die Medien als "Yo, ist sinnvoll" geschoben und dann sind alle eingestimmt.
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  •   andip
    (10523 Beiträge)

    12.05.2020 16:01 Uhr
    Aha
    Und woraus geht hervor, dass die App in bestimmten Situationen zwingend vorgeschrieben sein wird?
    Irgendwelche Erkenntnisse oder doch nur Phantasie?
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  •   kommentar4711
    (2675 Beiträge)

    12.05.2020 16:06 Uhr
    ANTWORT AUF "AHA"
    https://www.faz.net/aktuell/politik/wer-die-corona-app-hat-soll-zuerst-wieder-ins-restaurant-duerfen-16759932.html
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  •   mein-senf
    (998 Beiträge)

    12.05.2020 17:21 Uhr
    also sind wir wieder soweit
    oder auf dem Weg dahin , Ausgrenzung mit Diskrminierung , ist das Zauberwort.
    Hatten wir das nicht schon einmal ?! Ach ja, da war doch was mit so einer Volksgruppe , mussten die nicht so einen Stern tragen ? Waren die denn nicht auch am Anfang von vielen Dingen ausgegrenzt ? Hatte man damals dem dummen Volk nicht auch als gut und notwendig verkauft ?
    Was danach geschah steht in den Geschichtsbüchern .... Ich weiss der Vergleich könnte hinken, aber wehret den Anfängen . Jedwede Kontrolle der Bürger durch den Staat in dieser Art und Weise wie diese App, muss immer sehr kritisch gesehen werden, denn die perversen Träume der Machthaber egal welcher Culeur sind präsent , und der Missbrauch ist dann nur ein Mausklick weiter.
    Man muss es dem dummen Volk nur "plausibel" verkaufen wie z.B. die Angst vor dem Unbekannten .

    Erklär-Bär: Ich bin keine Corona Leugner , eher jemand der die tolle Lockerung kritisiert , denn der Virus kennt das Wort Kompromiss nicht .
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  •   heikoka
    (314 Beiträge)

    12.05.2020 11:57 Uhr
    Selig sind die ...
    Man ist ansteckend ohne es zu wissen. Da macht die App keinen Unterschied.
    Das Ergebnis nennt sich "Dunkelziffer".
    Werde Ich aber positiv getestet - weil ich Symptome entwickelt habe oder weil ich zu einer Gruppe gehöre die (warum auch immer ) getestet wurde, können dank der App die potentiellen Kontaktpersonen anonym informiert werden.
    Diese können sich dann präventiv in häusliche Quarantäne begeben oder werden ggf. getestet um eine mögliche Infektionskette zu zerbrechen. Die Infos sollen dann ja acuh in der App den Betroffenen angezeigt werden.
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  •   kommentar4711
    (2675 Beiträge)

    12.05.2020 12:00 Uhr
    ANTWORT AUF "SELIG SIND DIE ..."
    Und eben da beginnen die Probleme (siehe den Link in meinem anderen Posting): Es gibt zig Gründe, warum man dann als "false positive" in der App benachrichtigt wird und Maßnahme ergreift obwohl diese gar nicht notwendig sind.
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  •   DerSpinner
    (2056 Beiträge)

    12.05.2020 11:24 Uhr
    Das mußt du die Initiatoren fragen.
    Einnahmen für die Entwickler auf jeden Fall und Daten...
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  •   barheine
    (367 Beiträge)

    12.05.2020 08:55 Uhr
    Eine sinnvolle Anwendung, wenn sich dann genug Leute finden, die die App auch installieren. Schade, dass einige Politiker mit ihrer Forderung nach Zugriff auf die nicht-anonymisierten Daten der Anwender und ihrer Kontakte im Vorfeld schon wieder soviel Vertrauen zerstört haben.
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