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Karlsruhe Städtisches Klinikum in Zeiten von Corona: "Wir sind für den Ernstfall gerüstet"

Am Mittwoch, den 28. Oktober, fand die Jahrespressekonferenz des Städtischen Klinikums in Karlsruhe statt. Hauptthema: Die Corona Pandemie und die zukünftige Behandlung erkrankter Patienten. Diese soll trotz steigender Infektionszahlen, auch weiterhin gewährleistet werden. Wie sich das Klinikum für diese Herausforderung aufstellt und andere wichtige Themen - ka-news.de fasst alles für euch zusammen.

Ein aufregendes Jahr liegt hinter dem Städtischen Klinikum. Nicht nur wegen Corona - auch ein Wechsel der Geschäftsleitung sowie der Baufortschritt des Hauses M standen beim größten Krankenhaus des mittleren Oberrhein auf dem Programm. 

Vorkehrungen in der Corona Pandemie

Eine vorgezogene Inbetriebnahme des Hauses M könne aufgrund von Corona in Betracht gezogen werden, sobald die Kapazitäten es fordern, so der Geschäftsführer Markus Heming. Man sei aber für den weiteren Anstieg der Infektionszahlen "gerüstet", ergänzt Geißler. 

Dennoch begrüße das Krankenhaus die Idee eines "Light Lockdowns", um die Infektionszahlen zu senken.

Neuer Leiter des Städtischen Klinikums: Prof. Dr. Michael Geißler | Bild: Thomas Riedel

Bis zu 42 Intensivbetten können, laut Geißler, zur Verfügung gestellt werden, um Corona Patienten zu versorgen. Auch für genügend Beatmungsgeräte sei gesorgt.

Aktuell werden 20 Covid-19 Patienten im Städtischen Klinikum behandelt, drei davon befinden sich auf der Intensivstation. An der Erkrankung sind bisher 23 Patienten verstorben. 

Trennung zwischen covid Patienten und nicht-covid Patienten

Des Weiteren sei infolge der Pandemie ein Zahleneinbruch von rund 30 Prozent bei den Notaufnahmen zu verzeichnen. Der Grund: Die Menschen trauen sich wegen infizierter Corona-Patienten nicht ins Krankenhaus. Laut Geißer sei diese Sorge aber unbegründet.

Fallzahlenentwicklung der Covid-19 Patienten | Bild: Thomas Riedel

So soll mithilfe eines Fragebogens, eines sogenannten "Point of Care Tests", bereits vorab abgeklärt werden, ob der Patient an Corona erkrankt sei. Herfür werden separate Behandlungsteams eingesetzt, die die Patienten in covid-19 Patienten und nicht-covid-19 Patienten einteilen. Dementsprechend sei das Krankenhaus in ein covid-Krankenhaus und ein Non-covid-Krankenhaus eingeteilt worden.

Richtungsweisungen im städtischen Klinikum | Bild: ka-news.de

Die separate Erstbehandlung erfolgt in einem extra errichteten Containerkomplex vor dem Gebäude der zentralen Notaufnahme (ZNA), bestehend aus 10 Containern.  

Notfallpatienten, bei denen kein Corona Verdacht besteht, werden dann zur weiteren Versorgung in den Gebäudetrakt der ZNA weitergeleitet. Bestätigte covid-19 Fälle werden, sofern eine stationäre Aufnahme erforderlich ist, auf die Infektstation oder auf eine eigene covid-Intensivstation gebracht.

Das Zeltlager vor der Notaufnahme zu Beginn der Pandemie | Bild: ka-news.de

Wechsel in der Führungsetage

Das Klinikum steht nun unter neuer Leitung. Nach 20 Monaten überreicht Uwe Spetzger die Führung an Michael Geißler. Spetzger möchte sich fortan auf seine Stelle als Direktor der Neurochirurgischen Klinik und auf seinen Lehrauftrag am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) konzentrieren.

Dr. Uwe Spetzger gibt sein Amt an Michael Geißler weiter. | Bild: Thomas Riedel

Geißler ist Infektologe und hat aus seiner Tätigkeit am Corona-Krisenstab der Stadt Esslingen einiges an Erfahrungen bezüglich Pandemiebekämpfung sammeln können.

Positive Bauentwicklungen

Bezüglich des baulichen Fortschritts von Haus M und Haus T zeigt sich Geschäftsführer Markus Heming zufrieden. Zeit und Kostenrahmen konnten eingehalten werden - insgesamt 194,2 Millionen Euro sind in die Baumaßnahmen eingeflossen. Ende März soll das Haus in Betrieb genommen werden.

Geschäftsführer Markus Heming | Bild: Thomas Riedel

Mehrkosten und Wirtschaftliche Folgen

Das Wachpersonal wurde ebenfalls verstärkt, wodurch das Krankenhaus mit mehr Kosten zu rechnen habe. Dennoch soll die Personalgewinnung und -bindung auch in der Zukunft an oberster Stelle des Städtischen  Klinikums stehen. So wurde das Pflegepersonal inzwischen auf 1600 Vollkraftstellen aufgestockt.

Eine Pflegefachkraft mit sieben Berufsjahren verdient heute monatlich 3337,47 Euro brutto. Ab dem 1. April 2021 verdienen Pflegekräfte mit sieben Jahren Berufserfahrung monatlich 3457,47 Euro und ein Jahr später 3568,44 Euro.
Wegen der Pandemie musste Schutzkleidung und Personal aufgestockt werden. | Bild: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Doch nicht nur der verstärkte Sicherheitsdienst, auch Schutzkleidung und Desinfektionsmittel mussten infolge der Pandemie aufgestockt werden. So stieg der Verbrauch von Handschuhen, Mundschutz und Co. um 140 Prozent. Bei Hand und Desinfektionsmitteln um 23 Prozent.

Die wirtschaftlichen Folgen seien zwar "gravierend, aber noch nicht abschließend kalkulierbar", so das Städtische Klinikum. Der Jahresabschluss 2019 stelle sich aber noch positiv dar. So verzeichne das positive Ergebnisveränderung von 0,8 Millionen Euro.

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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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  •   kawai
    (209 Beiträge)

    29.10.2020 21:25 Uhr
    Ein bisschen kurz gedacht
    Die Zahl der Covid-19 Intensivpatienten in Deutschland hat sich in den letzten 9 Tagen verdoppelt. Bis zur nächsten Verdoppelung wird es keine 9 Tage mehr dauern. Und die darauf folgende Verdoppelung wird noch schneller gehen. Darauf kann kein Städtisches Klinikum der Welt vorbereitet sein!

    Positive Effekte des kleinen "Lockdowns" wird es frühestens in 3 Wochen geben. Bis dahin sind wie gesagt nochmal 2-3 ungebremste Verdoppelungen drin.
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  •   IchKA
    (954 Beiträge)

    29.10.2020 19:23 Uhr
    Für Ernstfall gerüstet?
    noch - ich würde sagen das kommt auf die Zahlen an. Derzeit gibt es in Stadt- und Landkreis 1231 Infizierte bei drei Patienten auf Intensiv plus Dunkelziffer. Bei 65 Intensivbetten. Bei 26000 Erkrankten in Stadt und Land wäre das Ende der Fahnenstange statistisch bereits erreicht. Bei den gegenwärtigen Zahlen würde ich sagen: Kein Grund sich entspannt zurück zulehnen. Wenn der Wellenbrecher nicht funktioniert sieht es ziemlich düster aus und die Ergebnisse des Ethikrats kommen zum Tragen. Den finanziellen Überschuss bitte gleich ans Personal statt für finanzielle Abenteuer von staätdischen Finanzhasadeuren abzuzweigen
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