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Karlsruhe "Karlsruhes Werkzeugkoffer" für Öffnungen - So will sich die Stadt für mögliche Corona-Lockerungen vorbereiten

Der Lockdown hält die Bewohner Karlsruhes größtenteils noch mindestens bis 18. April in den eigenen vier Wänden und die Rufe nach Lockerungen und Öffnungsstrategien werden lauter. In der Fächerstadt soll nun ein großes Konzept für mögliche Öffnungsszenarien entwickelt werden. Obwohl von der Landesregierung noch keine konkreten Vorgaben gemacht wurden, die sollen in ein bis zwei Wochen kommen. Deshalb bereiten die Verantwortlichen der Stadt sich nun auf eine Öffnungsstrategie des Landes vor.

Unter dem Motto "Wir bereiten uns vor" plant die Stadt Karlsruhe ihre nächstmöglichen Öffnungsschritte. Unter der Schirmherrschaft der Karlsruher Marketing und Event GmbH (KME)  will die Stadt für verschiedene Bereiche des Lebens Öffnungsstrategien entwickeln, welche unter bestimmten Voraussetzungen durchgeführt werden könnten, wie Oberbürgermeister Frank Mentrup und KME-Geschäftsführer Martin Wacker auf der wöchentlichen Corona-Pressekonferenz gemeinsam erklären. 

Voraussetzungen für Öffnungen

Möglich sei dies aufgrund eines Passus in der Ministerpräsidenten-Konferenz vom 22. März. Dieser mache Öffnungen möglich, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt seien, wie Mentrup erklärt. Betreffen würde das Bereiche aus Kultur, Veranstaltungen, Gastronomie und des Sports. 

Oberbürgermeister Frank Mentrup.
Oberbürgermeister Frank Mentrup. | Bild: Thomas Riedel

Nach den Ausführungen des Karlsruher Oberbürgermeisters sind die Voraussetzungen folgende: 

  • ein qualifiziertes Hygienekonzept
  • eine absolute Gewährleistung der Nachverfolgung von Gästen oder Teilnehmern
  • ausreichende Schnelltest-Möglichkeiten, die den Eintritt oder die Teilnahme an möglichen Veranstaltungen zulassen; ein negativer Test wäre Voraussetzung für Eintritt oder Teilnahme

"Ich bin sehr dankbar, dass das Land Baden-Württemberg diese Rahmenbedingungen nicht nur testweise oder als Modelle einsetzten möchte, sondern daran arbeitet, diese Bedingungen auf Landesebene umzusetzen, um in Abhängigkeit von einer gewissen Inzidenz vor Ort Öffnungen vornehmen zu können, sobald diese Bedingungen eingehalten werden", so das Karlsruher Stadtoberhaupt. 

Kritischer Inzidenz-Wert sollte erhöht werden

Mentrup plädiert dafür, die Inzidenz, welche Öffnungen erlauben würde, nach oben zusetzten. "150 oder 200 würde das aktuelle 'On/Off-Phänomen' verhindern. Wir als Stadt, unsere Kultur, unser Handel, die Gastronomie und unseren großen Sportanbieter müssen uns nun auf diese Rahmenbedingungen einstellen, um bereit zu sein, wenn das Land eine solche Öffnungsperspektive bietet."

Bild: Hammer Photographie

Wie der OB weiter erklärt, sei es möglich, dass ein solches Konzept bereits in "ein bis zwei Wochen vom Land vorliegt." Deswegen sei es in den nächsten Tagen wichtig zu schauen, wie sich das Angebot an Tests entwickle, wie sichergestellt werden könne, die Nachverfolgung zu garantieren und eventuell schon "das ein oder andere Hygienekonzept zu entwickeln." Aufgrund der Mutation seien noch mal gründlichere Maßnahme als bisher gefordert, so Mentrup.

"Ich möchte damit ein Signal setzen, dass ich wahrnehme, dass die Inzidenzen zwar steigen, auf der anderen Seite wollen wir mit dem Angebot einer Öffnungsstrategie unter sicheren Bedingungen ein optimistisches Zeichen für die Zukunft setzen", sagt Mentrup. 

Diese Tools sollen genutzt werden

Um in Abstimmung mit den vielen Beteiligten die Kompetenzen zu bündeln, wurde die KME mit der Entwicklung der benötigten Konzepte beauftragt. Geschäftsführer Martin Wacker stellt verschiedene Tools vor, mit denen die Öffnungsschritte umgesetzt werden sollen. 

Bild: KME Karlsruhe Marketing und Event GmbH
  • ein negatives Testergebnis
  • Kontaktnachverfolgung und
  • Kontakt mit dem Gesundheitsamt. Hier sei vor allem die Luca App "wegweisend, auch wenn sie nicht in jedem Bereich alles erfüllt", so Wacker.
  • zeitliche Befristung
  • räumliche Abgrenzung
  • und Abbruchkriterien bei Misserfolg

"Diese sechs Tools sind für uns die Grundvoraussetzungen, mit denen wir uns jetzt beim Thema Öffnungsstrategie beschäftigen", sagt Wacker. Arbeitsinhalt seien unter anderem nun Öffnungsszenarien für Gastronomie, Kultur und Veranstaltungen, Einlass- und Crowdmanagement und ausreichend Teststationen zu entwickeln beziehungsweise diese zur Verfügung zu stellen. 

"Große Herausforderung"

"Dabei wollen wir auch technische Innovation aus der Region umsetzten", meint Wacker und nennt als Beispiele das Indoor-Meeting mit 600 Menschen und die Eröffnung des Marktplatzes mit zirka 8.000 Menschen. "Mit, einem Transponder-System aus der Region konnten wir diese Veranstaltungen erfolgreich durchführen." 

Wacker fasst zusammen: "All diese Werkzeuge fließen in unsere Betrachtungen ein und wir müssen all diese Werkzeuge in einem 'Karlsruher Werkzeugkoffer' zusammenpacken. Dieser Koffer muss bei einer Öffnung in allen Bereichen einheitlich angewendet werden."

Laut dem KME-Chef soll der Karlsruher Koffer in den Bereichen Kultur, Sport und Jugend, Handel, Gastronomie, Hotellerie und Märkte zu Öffnungen führen, sobald alle Werkzeuge zur Verfügung stehen. "Die Aufgabe ist eine Herausforderung, aber wir freuen uns auf diese, weil wir wissen wie viele Bereiche und Menschen auf eine solche Strategie warten", meint Wacker abschließend.

 

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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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  •   runner
    (578 Beiträge)

    02.04.2021 09:34 Uhr
    ???
    Zitat von Mentrup 150 oder 200 würde das aktuelle 'On/Off-Phänomen

    Das verhindert eine Schließung um ein paar Tage, bis die dann neue gültige Wasserstandsmarke erreicht ist. Ab dann geht es genauso mit on/off weiter - nur auf einem höheren Niveau und damit potenziell eher dazu geeignet, außer Kontrolle zu geraten.
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  •   barheine
    (551 Beiträge)

    02.04.2021 09:19 Uhr
    Und hebt mal endlich die Maskenpflicht für Geimpfte auf. Haben die Verantwortlichen eine Ahnung, welch Quälerei es für einen 80- oder 90-Jährigen bedeutet, durch eine Maske zu atmen – gerade angesichts steigender Temperaturen? Zeigt mal ein bisschen Mitmenschlichkeit!
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  •   maehdrescher
    (1550 Beiträge)

    02.04.2021 08:56 Uhr
    Klingt alles recht vernünftig.
    Aber die Kanzlerin will nun mal ihren maximalen Lockdown durchsetzen. Keine Chance für vernünftige Strategien. Leider.
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  •   IchKA
    (1118 Beiträge)

    02.04.2021 07:40 Uhr
    Mentrup will zwar nicht
    nach eigenen Worten "an hysterischem Wettbewerben" der Städte teilnehmen, aber scheint jetzt doch, wenn auch im Rollatorentempo, sich der Mechanismen des Tübinger- und Rostockermodells von Großherzogs Gnaden bedienen zu wollen und endlich umschwenken. Doch so früh mag der eine oder andere denken, denn diese Forderung wurde bereits vor vielen Monaten im Herbst immer wieder an die Stadt herangetragen. Besser spät als nie möchte man vielleicht denken aber diese Lahm ... und hilflos, planlos erscheinende Lethargie bleibt gemessen an den Schäden die sie angerichtet hat unerträglich und kommt überall auf allen Ebenen einem Politik- und Staatsversagen gleich. Da war viel mehr drin - ganz schwach Mentrup und Co..
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  •   FG1961
    (454 Beiträge)

    02.04.2021 07:28 Uhr
    Die Faktenlage hat sich nicht geändert.
    Das Virus ist weiterhin da. Und weiterhin tödlich.
    Die AHA-Regeln sind weiterhin gültig. Die Situation ist seit einem Jahr unverändert, abgesehen von der Verfügbarkeit eines Impfstoffes.

    All die beschriebenen Möglichkeiten hätten bereits im Oktober 2020 zum Einsatz kommen können.
    Ein halbes Jahr später und zig Milliarden Steuergelder ärmer, werden bekannte Möglichkeiten hat es dem Hut gezaubert.
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