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Stuttgart Erste nächtliche Ausgangssperren im Südwesten: In drei Kreisen dürfen Ungeimpfte nach 21 Uhr nicht mehr vor die Tür

Wieder Ausgangsbeschränkungen, doch diesmal trifft es nur die Ungeimpften. In Hotspots dürfen sie nachts nur noch aus sehr wichtigen Gründen auf die Straße, weil die Infektionszahlen explodieren. Weitere Kreise könnten folgen.

Wegen eines außergewöhnlich starken Anstiegs an Corona-Infektionen dürfen Ungeimpfte in drei Landkreisen von Montag an nachts nur noch aus triftigem Grund ihre Wohnungen verlassen. Das Verlassen der eigenen vier Wände in den Corona-Hotspots Schwarzwald-Baar-Kreis, Ostalbkreis und Biberach sei diesen Menschen zwischen 21 Uhr und 5 Uhr nur noch beispielsweise für medizinische Notfälle und aus Arbeitsgründen erlaubt, sagte der Amtschef im Sozialministerium, Uwe Lahl, der Deutschen Presse-Agentur am Samstag in Stuttgart. Es sei davon auszugehen, dass es nicht bei diesen drei Kreisen bleibe.

Lichter leuchten in der sogenannten blauen Stunde in den Geschäften in der ansonsten leeren Fußgängerzone von Witten. Auch dort gilt seit gestern Nacht eine Ausgangssperre von 22-5 Uhr.
Lichter leuchten in der sogenannten blauen Stunde in den Geschäften in der ansonsten leeren Fußgängerzone von Witten. Auch dort gilt seit gestern Nacht eine Ausgangssperre von 22-5 Uhr. | Bild: Jonas Güttler/dpa

Zutritt zu beispielsweise Gastronomie, Hotels (mit Ausnahme von Geschäftsreisenden) und Einzelhandel sei von Montag an ausschließlich immunisierten - also Geimpften und Genesenen - Besuchern und Kunden gestattet. Ausgenommen von dieser Zutrittsbeschränkung sind Geschäfte und Märkte, die der Grundversorgung dienen wie Lebensmittelmärkte, Apotheken, Tank- und Poststellen, Paketdienste und Banken sowie Betriebe von körpernahen Dienstleistungen.

Ab kommender Woche verschärfte Maßnahmen

Das Landesgesundheitsamt hatte am Donnerstag für den Schwarzwald-Baar-Kreis einen außergewöhnlich starken Anstieg des Infektionsgeschehens innerhalb der vergangenen sieben Tage gemeldet. "So liegt die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner nach dem angegebenen Berichtsstand bei einem Wert von 659,6 und damit deutlich über dem Landesdurchschnitt", hieß es. Am Freitag lag die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner im Ostalbkreis bei 700,9 und in Biberach bei 677,9.

Im Südwesten sollen von kommenden Mittwoch an nochmal deutlich schärfere Corona-Einschränkungen vor allem für jüngere Ungeimpfte gelten. Die grün-schwarze Regierung plant die 2G-Regel (genesen oder geimpft) nun auch für 12- bis 17-Jährige einzuführen, was auch für viele Familien weitreichende Konsequenzen haben dürfte. Außerdem sind Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte in Corona-Hotspots vorgesehen. Die neue Corona-Verordnung wird derzeit erarbeitet.

Blick in den Plenarsaal des Landtags von Baden-Württemberg.
Blick in den Plenarsaal des Landtags von Baden-Württemberg. | Bild: Marijan Murat/dpa

Schon seit Mittwoch gilt im Südwesten die Corona-Alarmstufe, bei der Ungeimpfte von der Teilnahme am öffentlichen Leben weitgehend ausgeschlossen sind. Nur Geimpfte und Genesene haben jetzt noch Zugang zu Kinos, Museen, Schwimmbädern sowie den meisten anderen öffentlichen Veranstaltungen. Auch wer in Restaurants oder Cafés nur einen negativen Test vorweisen kann, muss draußen bleiben. Seit Mittwoch müssen Schüler und Schülerinnen wieder Masken am Platz tragen. Zudem gelten Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte. Sie dürfen sich allein oder als Haushalt nur noch mit einer weiteren Person treffen.

 

 

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Kommentare (43)
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  •   Gevatter
    (705 Beiträge)

    21.11.2021 16:01 Uhr
    Man macht es sich zu einfach,
    Ungeimpfte zu den alleinigen Sündenböcken zu stempeln. Sie tragen mit zu der Situation bei, ohne Frage. Nur werden die von den Politiker gerne dazu benutzt, um vom eigenen Versagen abzulenken.
    Es gibt schon seit dem Sommer Studien die zeigen, dass der Impfschutz nach dem 4. Monat rapide nachlässt, besonders bei Astrazeneca. In Grunde genommen hätten diejenigen, die im Januar, Februar geimpft worden sind, schon wieder im Sommer die Boosterimpfung bekommen müssen. Es sind eigentlich 3 Impfungen im Jahr notwendig. Vielleicht auch ein Grund für die Impfdurchbrüche, weil der Impfschutz zu schwach oder gegen 0 geht.

    Im Sommer waren unsere Politiker leider mehr mit Klima und Wahlkampf beschäftigt. Und jetzt wird gejammert, weil die Impfkapazität nicht ausreicht.

    Ich finde dies ein hochgradig gefährliches Spiel, was hier gespielt wird, indem man alleinige Sündenböcke sucht. Die Politik betreibt hier massiv die Spaltung der Gesellschaft.
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  •   80er
    (6169 Beiträge)

    21.11.2021 16:22 Uhr
    Ja,...
    ...es sin drei Impfungen im Jahr notwendig. Hat man bei der Entwicklung der Impfstoffe noch nicht gewußt. Und? Anstatt froh zu sein, dass es so schnell Impfstoffe gab und jeder im hätte sich eigentlich impfen lassen können, wird nun lamentiert. Zur Erinnerung: zu Beginn der Pandemie Anfang 2020 ging man davon aus, dass erst Ende 2021 ein Impfstoff zur Verfügung steht. Die Wissenschaft schaffte es ein Jahr früher. Und ca. 2drittel aller in Deutschland lebenden haben eine zweifach Impfung. Irre, 60 Mio. Menschen innerhalb ein paar Monate geimpft. Das gab es in Deutschland noch nie. Und trotzdem wird gejammert und lammentiert. Ich verstehe es nicht.
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  •   tom1966
    (1715 Beiträge)

    22.11.2021 07:23 Uhr
    Antwort auf "JA..."
    Volle Zustimmung!
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  •   Gevatter
    (705 Beiträge)

    21.11.2021 16:54 Uhr
    Es geht nicht alleine ums Impfen,
    es geht auch darum, dass wir den Mangel an Intensivpersonal, Pflegekräfte nicht erst seit Corona haben. Schon während der Grippewelle 2017 / 18 sind die Krankenhäuser überlastet gewesen. Was hat sich geändert??? Nichts, es ist eher schlimmer geworden.
    Es ist ja schon richtig was Sie ausführen, nur jetzt die Ungeimpften als alleinige Sündenböcke hinzustellen, ist einfach nicht richtig. Wir hatten dieses schon mal vor 90 Jahren, und sollten da vorsichtig sein.
    Bevor Sie falsche Schlussfolgerungen ziehen, bin zweimal geimpft und bekomme im Januar meine Boosterimpfung. Ist schon schlimm sich hier so rechtfertigen zu müssen, um nicht verunglimpft zu werden.
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  •   schlaule2
    (465 Beiträge)

    22.11.2021 06:16 Uhr
    sollte man Intensivpersonal aufstocken
    damit sich weniger impfen lassen und dann noch mehr Tote in kauf nehmen. das ist eine Milchmädchenrechnung, hätte man 10% mehr personal wäre das Gesundheitssystem halt ein paar Tage später am Limit.
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  •   80er
    (6169 Beiträge)

    21.11.2021 17:10 Uhr
    Das mit dem...
    ...Pflegepersonal ist richtig. Allerdings, wären Stand heute alle doppelt geimpft, wäre das mit dem Pflegepersonal jetzt nicht gar so schlimm. Aber immer noch schlimm genug. Mehr Pflegepersonal bedeutet aber für uns alle: mehr Beiträge für Krankenkasse und Pflegekasse. Man kann nicht nur nach mehr Personal schreien und sich aber nicht an den Kosten beteiligen zu wollen.
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  •   AhmedDerAufklärer
    (775 Beiträge)

    22.11.2021 16:05 Uhr
    Das
    ("Man kann nicht nur nach mehr Personal schreien und sich aber nicht an den Kosten beteiligen zu wollen.") sehe ich anders.
    Im Gesundheitswesen versickern an vielen Stellen Milliarden, ohne entsprechende Wirkung. Es geht mehr um die bessere Verteilung / Zuordnung der vorhandnen Mittel.
    Ob hunderte von Krankenkassen mit gut bezahlen Vorständen wirklich besser für die allg. Gesundheit sind?
    Warum kann man nicht ein einfaches System in das ALLE einzahlen einführen, wie in Österreich, statt 2-Klassen-Medizin privat/gesetztl.?
    Warum sieht es in manchen Praxen aus wie im Luxushotel?
    Warum fungieren Radiologiepraxen als Goldesel?
    Warum geht es in vielen Praxen und Krankenhäusern (ausser im Controlling zwinkern ) IT-mäßig zu wie 1982?
    Immer nur nach mehr Geld zu rufen ist zu kurz gesprungen und verhindert sinnvolle Reformen.
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  •   80er
    (6169 Beiträge)

    22.11.2021 19:55 Uhr
    Alles...
    ...richtig. Eine oder zwei gesetzliche Kassen reichen vollkommen aus. Hat nur nichts mit Corona zu tun.
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  •   Chris23
    (751 Beiträge)

    22.11.2021 09:05 Uhr
    Ich hab eher das Gefühl
    ... das es weniger an Aufgaben fürs Personal sondern an intressenten an der Ausbildung mangelt - und da darf man sich schon manchmal fragen warum oft Gesundswesen und Soziale berufe unser Gesellschaft so wenig wert sind (denn das Gehalt bei dem Arbeitszeiten schreckt schon einige ab ... oder macht es zum Streichberuf wenn zwei Berufstätige ein Kind bekommen).
    Die Bedeutung der Aufgaben in der Gesellschaft würde meines Erachtens eine höhere Bezahlung rechtfertigen.
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  •   Gevatter
    (705 Beiträge)

    21.11.2021 17:20 Uhr
    Wenn ich mir alleine
    die Mehrkosten nur für Karlsruhe anschaue, könnte sich das Städtische Klinikum dies locker leisten. Und mit dem Staatstheater wird nochmals 100te von Millionen Euro verbrannt.
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