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Karlsruhe Schulen, Geschäfte, Mundschutz-Pflicht: Diese neuen Corona-Regeln gelten ab Montag

Baden-Württemberg will "erste vorsichtige Schritte zur Öffnung der Gesellschaft und Wirtschaft" aus der Corona-Krise gehen. Das sagt Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Mittwoch nach einer Sitzung von Bund und Ländern. Zu den mit Spannung erwarteten Lockerungen der Corona-Verordnung zählt unter anderem, dass Geschäfte und Schulen schrittweise wieder geöffnet werden sollen, die Kontaktsperre bleibt allerdings erst einmal weiter in Kraft.

Schulen, Geschäfte, Großveranstaltungen: Die im März erlassene Corona-Verordnung muss überarbeitet werden. Der Grund: Die in ihr dargelegten Vorschriften zur Eindämmung von Covid-19 gilt nur bis Sonntag, 19. April.

"Wir fahren mit den Maßnahmen auf Sicht"

Wie es ab der kommenden Woche weitergehen wird, haben die Ministerpräsidenten der Bundesländer zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel daher am Mittwoch beschlossen. Das Ergebnis: Die Maßnahmen sollen schrittweise gelockert werden - das hatten zuvor auch Experten der Wissenschaftsakademie Leopoldina empfohlen.

"Die Kernfrage, der wir uns stellen mussten, ist: Wie können wir unser Land verantwortungsvoll öffnen, ohne, dass wir die Wirkung  dieser Maßnahmen exakt einschätzen können?", so Kretschmann. Man fahre hier "auf Sicht", da es eine solche Pandemie vorher noch nie gegeben hat. 

Aus diesem Grund habe man sich für ein schrittweises Vorgehen entschieden, ansonsten sei die Gefahr einer zweiten Infektionswelle zu hoch. "Nur so hat der Staat die Möglichkeit, den Verlauf der Epidemie zu steuern und bei Bedarf zu korrigieren."

Doch wie sehen die gelockerten Maßnahmen konkret aus? ka-news.de hat die Entscheidungen von Bund und Ländern zusammengestellt:

Wann wird das Kontaktverbot gelockert? 

Bis zum 15. Juni gilt die aktuelle Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg. Sie sieht vor: Im Freien darf man sich nur zu zweit aufhalten, außerhalb der Öffentlichkeit nur zu fünft. Ausnahmen gibt es nur für Menschen desselben Haushaltes und enge Verwandte.

"Diese Kontaktbeschränkungen bleiben auch bis zum 3. Mai in Kraft", erklärt Winfried Kretschmann. "Wenn wir leichtsinnig würden, würde diese Öffnung scheitern und damit alles gefährden, was wir uns in den letzten Wochen mühsam aufgebaut haben."  Der Landeschef appelliert daher an die Bürger: "Es kommt weiter auf Sie an, meiden Sie physische Kontakte, halten sie Abstand und bewegen Sie sich nicht in Gruppen."

Bund und Länder haben sich am 22. März auf die konkrete Gestaltung des Kontaktverbotes geeinigt. Dieser Beschluss gilt nun bis zum 3. Mai. Ob das Bundesland Baden-Württemberg die Verordnung daraufhin dennoch bis zu ihrem Ablaufdatum, dem 15. Juni, aufrecht erhält, bleibt abzuwarten.

Eine leere Innenstadt - das soll auch erst einmal weiter so bleiben. | Bild: Marlene Witke

Um Infektionsketten künftig besser nachverfolgen zu können, soll laut Kretschmann zudem schnellstmöglich eine spezielle Kontakt-Tracing-App entwickelt werden. "Sobald diese da ist, möchten wir Sie dazu aufrufen, die App zu laden und auch zu nutzen."

Wann werden Schulen wieder geöffnet?

"Ab dem 4. Mai werden erst einmal nur die Abschlussklassen weiter zur Schule gehen", sagt der Landeschef und betont: Den Prüflingen sollen dabei in ihren Vorbereitungen auf ihre Klausuren keine Nachteile entstehen.

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Ab dem 4. Mai sollen die Schulen schrittweise wieder öffnen. (Symbolbild) | Bild: ka-news.de

Wie mit den weiteren Klassen verfahren werden soll, dazu wolle man innerhalb der nächsten zwei Wochen ein Konzept erarbeiten. Die 4. Klassen der Grundschulen könnten aber frühestens ebenfalls ab dem 4. Mai wieder in den Unterricht starten.

"Ich bin da eher zurückhaltend, weil ich der Meinung bin, dass sich besonders kleinere Schüler nur schwer an die Hygienevorschriften halten können", meint Kretschmann. Aus diesem Grund bleiben auch die Kitas weiter geschlossen, die Notbetreuung soll aber auf weitere Berufsgruppen ausgeweitet werden.

Welche Geschäfte dürfen wieder öffnen?

"Unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln werden wir kleinere und mittlere Geschäfte bis 800 Quadratmeter Verkaufsfläche frühestens ab kommender Woche wieder öffnen", sagt Winfried Kretschmann. Auto- sowie Fahrradhändler und Buchhandlungen sollen zudem unabhängig von der Größe der Verkaufsfläche geöffnet werden können.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, spricht.
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, spricht. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

"Das mag vielen ungerecht erscheinen, aber wir kommen leider nicht herum, uns an bestimmte Grenzen zu halten - auch, wenn das nachher nicht immer ganz logisch erfolgen kann." Frisöre werden - unter besonderen Hygieneauflagen - frühestens ab dem 4. Mai wieder ihre Kunden empfangen können. Zoos müssen weiter geschlossen bleiben.

Kommt die Mundschutzpflicht?

"Wir haben uns darauf verständigt, den Bürgern das Tragen sogenannter Alltagsmasken in der Öffentlichkeit dringend zu empfehlen", so Kretschmann weiter. "Stellen Sie sich also bitte darauf ein, dass wir in Bälde ein solches Gebot aussprechen werden."

Das Gebot soll unter anderem für den ÖPNV, für den Einkauf und für Schulen gelten, "also immer dann, wenn das Abstandsgebot nicht eingehalten werden kann."

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Wer mit Bus und Bahn unterwegs ist, könnte bald einen Mundschutz tragen. | Bild: Needham|Mohawkvisuals

Gemeint sei mit den Alltagsmasken allerdings kein medizinischer Mundschutz, eine einfache selbstgemachte Stoffmaske reiche vollkommen, so Kretschmann. "So helfen Sie mit, die Verbreitung zu verlangsamen und Leben zu retten."

Wann können wieder größere Veranstaltungen stattfinden? 

"Großveranstaltungen werden mindestens bis zum 31. August nicht möglich sein", stellt der Ministerpräsident klar. Wie es danach weitergehen soll, darüber müssen man dann neu entscheiden.  Das Karlsruher Festival "Das Fest" hat aufgrund der Corona-Krise sein Line-Up bereits auf 2021 verschoben.

Werden Gottesdienste wieder erlaubt?

Religionsgemeinschaften müssten derzeit starke Eingriffe in die Religionsfreiheit hinnehmen, so Kretschmann. "Das schmerzt, geht aber leider nicht anders." Gottesdienste und andere religiöse Veranstaltungen werden somit auch weiterhin erst einmal nicht stattfinden können.

"Wir werden aber auf die Glaubensgemeinschaften zugehen und gemeinsame Lösungen entwickeln, wie sie bald wieder Gottesdienste unter Einhaltung der Abstandsregeln feiern können."

Kann ich wieder reisen?

Das Land ruft die Bürger auf, weiter auf private Reisen und Besuche zu verzichten. Die Grenzkontrollen unter anderem zum benachbarten Frankreich sollen zudem weiter aufrecht erhalten werden.

Wann kehren wir zur Normalität zurück?

"Wir alle können dankbar sein, dass es gelungen ist, die Ausbreitung des Virus in Deutschland und Baden-Württemberg rechtzeitig zu verlangsamen", erklärt der Ministerpräsident am Mittwoch. Dennoch werde es eine Rückkehr zur Normalität erst geben, wenn ein Impfstoff gefunden worden ist.

"Auch wenn wir heute nicht sagen können, wann wir zu der Normalität von vor der Krise zurückkehren können, können wir lernen, mit der Epidemie umzugehen", so Landesvater Kretschmann. "Und wenn Sie sich weiter so diszipliniert verhalten, dann bin ich sicher, dass wir das auch gemeinsam schaffen werden."

Dieser Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

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  •   barheine
    (743 Beiträge)

    15.04.2020 21:15 Uhr
    Die Wahrscheinlichkeit, dass man sich auf der Straße oder im Supermarkt mit Corona infiziert, wenn man einen Mundschutz trägt, dürfte bei ca. 0,0 % liegen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass man sich auf der Straße oder im Supermarkt mit Corona infiziert, wenn man keinen Mundschutz trägt, dürfte bei ca. 0,0 % liegen. Haltet Abstand, wascht Euch die Hände, und fummelt Euch nicht im Gesicht herum!
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  •   Avatar
    (831 Beiträge)

    15.04.2020 21:48 Uhr
    Auch
    Virologe?
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  •   Route66
    (2991 Beiträge)

    15.04.2020 21:08 Uhr
    Sinnvoll
    und richtig. Wir müssen unser Leben weiterhin umstellen und die jetzigen Lockerungen werden in ein paar Wochen zeigen, ob irgendwann weitere Lockerungen möglich sind.

    @ka news: die Bildunterschrift macht keinen Sinn, denn das Fest ist nicht in Gefahr, sondern wird definitiv nicht stattfinden können.

    Zitat von Das Fest Großveranstaltungen bis August seien nicht denkbar - damit ist auch die Ausrichtung des "Fest" in Karlsruhe in Gefahr. |
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  •   kommentar4711
    (3454 Beiträge)

    15.04.2020 21:15 Uhr
    ANTWORT AUF "SINNVOLL"
    Ob sinnvoll oder nicht wird sich zeigen. Auch ist nicht bewiesen, dass die aktuellen Regeln es sind, die zum Rückgang der Fallzahlen führen. Die Entwicklung in Schweden ist nämlich vergleichbar (vgl. Artikel von heute auf welt.de) und wurde mehr auf die allgemein besser durchgeführten Hygiene-Maßnahmen wie Hände waschen etc. zurück geführt. Aber da man das Land ja nicht in verschiedene "Kontroll-Regionen" mit unterschiedlichem Vorgehen eingeteilt hat wird man nie erfahren, welche Maßnahme was bringt.

    Zum Thema Fest bin ich dabei, das Fest ist damit zu den Akten gelegt.
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  •   sodbrenner59
    (660 Beiträge)

    15.04.2020 23:22 Uhr
    Alter Falter..
    Du solltest deinen Wissensstand bezüglich Schweden mal wieder aktualisieren. Die lasche Vorgehensweise der Schwedischen Regierung hat dazu geführt, das mittlerweile jeder 11 Coronapatient stirbt! In Deutschland ist es jeder 42.! Die Fallzahlen sind übers Wochenende in Schweden auf über 1000 Tote gestiegen!
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  •   kommentar4711
    (3454 Beiträge)

    15.04.2020 23:25 Uhr
    ANTWORT AUF "ALTER FALTER.."
    Wie gesagt, heutiger Artikel auf welt.de. Die Kurve in Relation zur Gesamtbevölkerung nimmt einen ähnlichen Verlauf wie hierzulande, insbesondere was den Rückgang der Infektionen angeht. Und was die Sterblichkeitsrate angeht liegen wir ja eben glücklicherweise unter dem Schnitt fast aller Länder.
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  •   Avatar
    (831 Beiträge)

    16.04.2020 07:22 Uhr
    oha
    Welt.de
    Aussagekräftig, nah an der Wahrheit....
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  •   kommentar4711
    (3454 Beiträge)

    16.04.2020 09:15 Uhr
    ANTWORT AUF "OHA"
    Sie vertrauen lieber ka-news.de? Der Artikel auf den ich verwiesen habe war jedenfalls sehr faktenbasiert, können Sie ja gerne mal nachlesen und sich dann ein Urteil bilden. Das ist ja das schöne wenn sich jemand die Mühe macht eine Quelle anzugeben, man kann sie konkret prüfen.
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