Berlin Teile Kroatiens jetzt Risikogebiet: Infektionszahlen in die Höhe geschossen

Kroatien meldet fast täglich neue Rekordwerte bei den Corona-Infektionen. Das hat nun Folgen. Einige Regionen wurden nun als Risikogebiete eingestuft - heimkehrende Urlauber unterliegen nun der Corona-Testpflicht.

In Teilen Kroatiens ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt nach oben geschossen - deshalb warnt das Auswärtige Amt nun vor Reisen in zwei Regionen des Urlaubslandes.

Durch das Künstlerdorf Groznjan führt einer der schönsten Radwege Kroatiens.
Durch das Künstlerdorf Groznjan führt einer der schönsten Radwege Kroatiens. | Bild: Anita Arneitz/dpa-tmn

Die Reisewarnung gilt für die beiden südlichen Verwaltungsbezirke - die sogenannten Gespanschaften - Sibenik-Knin mit dem Nationalpark Krka und Split-Dalmatien mit der Hafenstadt Split sowie den Inseln Brac und Hvar.

30.000 deutsche Urlauber in betroffenen Gebieten

Auch wenn nur wenige Landesteile betroffen seien, "trifft diese Entscheidung sowohl Urlauber als auch die Reisebüros und Reiseveranstalter erneut", sagte Norbert Fiebig, Präsident des Reiseverbandes DRV, am Donnerstag. Nach Angaben der kroatischen Tourismusindustrie halten sich derzeit etwa 30.000 Urlauber aus Deutschland in den betroffenen Gebieten auf.

Touristen an der Uferpromenade von Zadar. Nach Angaben der kroatischen Tourismusindustrie halten sich derzeit etwa 30.000 Urlauber aus Deutschland in den von der Reisewarnung betroffenen Gebieten auf.
Touristen an der Uferpromenade von Zadar. Nach Angaben der kroatischen Tourismusindustrie halten sich derzeit etwa 30.000 Urlauber aus Deutschland in den von der Reisewarnung betroffenen Gebieten auf. | Bild: Marko Dimic/Pixsell/Xinhua/dpa

Für die Tourismusindustrie in den Gespanschaften sei die Lage aufgrund der Reisewarnung schwierig, sagte der Direktor der kroatischen Zentrale für Tourismus in Frankfurt, Romeo Draghicchio, der Deutschen Presse-Agentur.

Keine Reisewarnung für das gesamte Urlaubsland

Er zeigte sich aber zugleich erleichtert, dass die Bundesregierung nicht für das ganze EU-Land an der Adria eine Reisewarnung erlassen hat. Für die übrigen 150.000 deutschen Urlauber, die derzeit in Kroatien sind, sowie diejenigen, die noch Reisepläne haben, ändere sich nichts, betonte Draghicchio.

Zuvor hatten die beteiligten Bundesministerien für Gesundheit und Inneres sowie das Auswärtige Amt die Regionen als Corona-Risikogebiete eingestuft. "Das Covid-19-Infektionsaufkommen war in Kroatien über mehrere Wochen niedrig, nimmt zuletzt allerdings stark zu.

Mljet liegt in der Adria vor der Küste Kroatiens - hier soll nach dem Glauben der Inselbewohner Odysseus an Land gespült worden sein.
Mljet liegt in der Adria vor der Küste Kroatiens - hier soll nach dem Glauben der Inselbewohner Odysseus an Land gespült worden sein. | Bild: Mljet Tourist Board/dpa-tmn

In den Gespanschaften Sibenik-Knin und Split-Dalmatien liegen die Inzidenzen derzeit bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage", betonte das Auswärtige Amt. Über die vergangenen 14 Tage steht diese Ziffer für ganz Kroatien bei 37,7.

Zuletzt 255 neue Fälle innerhalb eines Tages

Kroatien hatte zuletzt einen steilen Neuanstieg an Corona-Fällen registriert. Am Donnerstag meldeten die Behörden einen Rekordwert von 255 Fällen innerhalb der vergangenen 24 Stunden.

Mit seinen vielen Buchten und Inseln ist Kroatien bei deutschen Urlaubern beliebt. Doch trotz verschärfter Sicherheitsvorkehrungen in den Ferienorten werden wohl viele von ihnen diesmal fern bleiben.
Mit seinen vielen Buchten und Inseln ist Kroatien bei deutschen Urlaubern beliebt. Doch trotz verschärfter Sicherheitsvorkehrungen in den Ferienorten werden wohl viele von ihnen diesmal fernbleiben. | Bild: Grgo Jelavic/Pixsell via XinHua/dpa

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Kroatien zählt zu den beliebten Urlaubszielen der Bundesbürger im Ausland, mit einem hohen Anteil von Individualreisenden. Vergangene Woche hatte die Bundesregierung bereits eine Reisewarnung für fast ganz Spanien einschließlich der Ferieninsel Mallorca, aber mit Ausnahme der Kanaren ausgesprochen. Das belastet die Branche ungleich stärker.

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