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Karlsruhe Reise in die Vergangenheit: Mit dem Autokino raus aus dem Corona-Alltag

Um dem Corona-Alltag ein wenig entfliehen zu können, gibt es seit zwei Wochen ein Autokino auf dem Karlsruher Messplatz. Ein Relikt aus vergangenen Jahrzehnten wird in Zeiten von Corona wieder hip -für viele Besucher ist es der erste Besuch in einem Autokino. Auch für Redakteur Ingo Rothermund - er erzählt von seiner "Reise in die Vergangenheit".

Wie läuft ein Abend im Autokino ab? Vieles beginnt schon vor dem eigentlichen Film: Um 21 Uhr starten die Abendvorstellungen des Karlsruher Autokinos auf dem Messplatz. Anderthalb Stunden vorher ist Einlass - 400 Autos reihen sich Stoßstange an Stoßstange ein, um möglichst viele Fahrzeuge auf das Gelände lassen zu können. 

Begrüßt werden die Besucher von verkleideten Mitarbeitern des Karlsruher Kammertheaters, den Veranstalter des nostalgischen Autokinos. Kurzer Blick aufs Ticket und rauf aufs Gelände. Rund 15 bis 20 Mitarbeiter sollen für einen reibungslosen Ablauf des Kinos sorgen. Zwei bis drei von ihnen kümmern sich um die Bereitstellung der vorher online bestellten Snacktüten. 

Bild: Ingo Rothermund

Süß, herzhaft oder vegetarisch, je nach Wahl bekommen die Kinobesucher ein Kärtchen der jeweiligen Farbe hinter die Scheibenwischer auf der Windschutzscheibe geklemmt. Ich habe mich für die herzhafte Variante entschieden. Die Mitarbeiter stellen die gewünschte Tüte mit Leckereien auf dem Tisch bereit. 

Bild: Ingo Rothermund

Kurz die Fensterscheibe runter, die bunte Tüte schnappen, Fenster wieder hoch - alles in geregeltem Abstand zu seinen Mitmenschen. 

Bild: Ingo Rothermund

Einige Meter weiter werden die Eintrittskarten gescannt. Hierbei kann das Fenster geschlossen bleiben, um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten. 

Bild: Ingo Rothermund

Von mehreren Mitarbeitern werden die Besucher auf die jeweiligen Plätze angewiesen, an denen das Auto für die kommenden Stunden ruht und die Menschen den Kinofilm schauen können. Viele haben ihre eigenen kleinen Knabbereien mitgenommen. 

Bild: Ingo Rothermund

Um sich in Ruhe dem Film widmen zu können ist der Gang zur Toilette für viele noch Pflicht. Um auch hier den vorgegebenen Mindestabstand achtet Personal darauf, dass nur einzeln das stille Örtchen aufgesucht wird. Hintenan warten die Menschen geduldig in der Warteschlange - natürlich auch mit ausreichend Abstand. 

Bild: Ingo Rothermund

Kurz vor 21 Uhr begrüßen die Veranstalter die Menschen über das Autoradio. "Herzlich Willkommen im Karlsruher Autokino - wenn ihr uns hören könnt drückt auf die Hupe", so die Stimme aus dem Radio. Ein mancher, der das Radio noch nicht eingestellt hatte, dürfte zusammengezuckt sein, als mehrere hundert Hupen im Karlsruher Abendhimmel ertönten. 

Bild: Ingo Rothermund

Snacktüte griffbereit, Rückenlehne eingestellt, passende Radiofrequenz gefunden - Film ab! 

Bild: Ingo Rothermund

Der Ton über das Autoradio lief einwandfrei - ein Pluspunkt ist vor allem, dass die Lautstärke selbst angepasst werden kann. Auch die Sicht auf die Leinwand war gut - anfangs störte ich mich zwar noch an der Antenne des Autos vor mir, dennoch habe ich sie nach wenigen Minuten nicht mehr wahrgenommen. 

Nach dem Film leerte sich der Parkplatz in rasender Geschwindigkeit. Vereinzelt blieben Autos stehen: Batterie leer. Doch kein Problem für die Veranstalter: "Wir sind mit Starthilfesets ausgestattet. Einfach Motorhaube öffnen, wir kommen zu euch und geben euch Starthilfe", so der Hinweis aus dem Radio. So konnten innerhalb kurzer Zeit alle Filmfans die Heimreise antreten. 

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  •   Berty87
    (801 Beiträge)

    02.05.2020 06:39 Uhr
    Die
    Arme Umwelt. Hier wird sicherlich bei Wärme der Motor laufen gelassen damit die Kinobesucher es im Auto angenehm kühl haben. Oder das die LiMa die Batterie ladet um denn Motor nach 2 Stunden Radio ohne das der Motor läuft und die Batterie aufgeladen hat zi starten
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