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Karlsruhe Neue Corona-Lockerungen: Kneipen dürfen öffnen, private Treffen von zehn Personen wieder erlaubt

Die Landesregierung hat sich am Dienstag auf weitere Lockerungen der Corona-Verordnung geeinigt. So dürfen sich künftig bis zu zehn Personen im privaten Raum treffen und kleine Veranstaltungen sind wieder möglich. Großveranstaltungen über 500 Personen bleiben bis zum 31. August 2020 untersagt. Die Lockerungen in der Übersicht.

Die ersten Lockerungen treten bereits ab Freitag in Kraft, weitere folgen ab Montag, 1. Juni. Das gibt die Landesregierung nach der Kabinettssitzung am Dienstag in einer Pressemeldung bekannt. Konkret dürfen dann wieder öffnen:

Ab Freitag, 29. Mai

Beherbergungsbetriebe wie Hotels, Pensionen oder Campingplätze dürfen wieder Touristen aufnehmen - unter besonderen Auflagen.

Ab Montag, 1. Juni

  • Bei privaten Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern und Hochzeiten dürfen in geschlossenen Räumen bis zu zehn Personen teilnehmen. Im Freien sind maximal 20 Personen erlaubt. 
  • Öffentliche Veranstaltungen mit unter 100 Personen sind wieder möglich. Voraussetzung: Feste Sitzplätze müssen vorhanden sein und Hygiene- und Abstandsvorgaben eingehalten werden.
  • Großveranstaltungen ab 500 Teilnehmern bleiben mindestens bis zum 31. August verboten.

Ab Dienstag, 2. Juni

  • Kneipen und Bars unter Auflagen
  • Jugendhäuser unter Auflagen
  • öffentliche Bolzplätze
  • Sport- und Trainingsangebote in geschlossenen Räumen unter bestimmten Auflagen

Konzept für Kita-Öffnungen bis Ende Juni

Eine Lockerung für Kindertagesstätten steht noch aus. Bislang dürfen wegen des Corona-Virus nur wenige Kinder im Südwesten in die Kita. Die Landesregierung will bis Ende Juni allerdings ein Konzept vorlegen, wie Kitas und Grundschulen im Land geöffnet werden können. Dabei stützt sie sich auf eine im April in Auftrag gegebene Studie, an der sich die Universitätsklinika Heidelberg, Freiburg, Tübingen und Ulm beteiligen.

Sie soll klären, welche Rolle Kinder unter zehn Jahren bei der Verbreitung des Corona-Virus spielen, ob es womöglich eine andere Ausgangslage gibt als bei Erwachsenen. "Die Studie befindet sich derzeit noch in der Auswertung. Die Studienleiter haben Ministerpräsident Winfried Kretschmann vorab schon über ein paar vorläufige Erkenntnisse informiert", heißt es in der Meldung.

Studie zeigt: Kinder seltener krank und infiziert als Erwachsene

Insgesamt wurden demnach etwa 5.000 Menschen, die keine Symptome hatten, getestet: 2.500 Kinder zwischen einem und zehn Jahren und jeweils ein Elternteil. Einerseits wurden diese auf das Virus direkt getestet, andererseits wurde bei ihnen auch nach Antikörpern gesucht.

"Dabei hat sich gezeigt, dass bei den Eltern und Kindern fast keine unerkannten aktuellen Infektionen mit dem Virus gefunden wurden. Die Zahl von Personen, die nach durchgemachter Infektion Antikörper gebildet haben, ist ebenfalls gering und liegt im Bereich zwischen ein und zwei Prozent", so das Land weiter.

Alle Vorsorgeuntersuchungen nach der U5 können bis September 2020 verschoben werden.
Bild: Christin Klose/dpa-tmn

Kinder im Vorschul- und Grundschulalter würden demnach anscheinend nicht nur seltener krank, sondern sie sind wohl auch seltener infiziert als Erwachsene. Zudem zeige die Studie, dass ein Ausbreitungsrisiko bei Kindern in Notbetreuung nicht höher ist als bei denen, die zu Hause betreut wurden. "Insgesamt lässt sich daher ausschließen, dass Kinder anders als bei anderen Infektionskrankheiten hier besondere Treiber des aktuellen Infektionsgeschehens sind."

"Können nun weitere Schritte der Öffnung von Kitas und Grundschulen verantworten"

„Ich habe Kultusministerin Susanne Eisenmann gestern am Abend über die ersten Ergebnisse der Studie informiert. Wir waren uns bei aller gebotenen Vorsicht einig, dass wir nun weitere Schritte der Öffnung von Kitas und Grundschulen verantworten können“, sagt Ministerpräsident Winfried Kretschmann an am Dienstag.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, spricht.
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, spricht. | Bild: Marijan Murat/dpa

Das Kultusministerium solle nun sowohl für die Kitas wie auch für die Grundschulen umgehend Konzepte für weitere Öffnungsschritte zu entwickeln. Dabei soll auch die Test-Strategie des Landes so erweitert werden, dass das Personal von Kitas und Grundschulen regelmäßig getestet wird, um mögliche Infektionsherde schnell zu erkennen. Wann die vollständige Studie vorgestellt wird, ist noch nicht bekannt.

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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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  •   Dalli_Klick
    (476 Beiträge)

    28.05.2020 08:44 Uhr
    Und wieder
    musste ein Gericht die Landesregierung in die Schranken weisen. Kneipen dürfen schon ab 30. Mai ihre Außenbereiche öffnen, das derzeitige Totalverbot ist rechtswidrig. Danke an den Verwaltungsgerichtshof, der die Verbotsorgien der Kretschmann-Regierung immer wieder kritisch überprüft.
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  •   Freigeist1
    (1224 Beiträge)

    28.05.2020 09:33 Uhr
    Yuppie, der Rechtsstaat funktioniert!
    Übrigens: der Verwaltungsgerichtshof kam auf den 30.5. als Öffnungstermin, das Land hatte den 2.6. vorgesehen. Die Beurteilung ist also fast identisch.
    Auch ist nicht etwa, wie du schreibst ein "Totalverbot ist rechtswidrig"; vielmehr konnte das Gericht lediglich die Unterscheidung zwischen anderen Wirtschaften und Schankwirtschaften nicht nachvollziehen. Das heißt: wäre alle Wirtschaften weiter zu, so wäre auch das rechtskonform.

    Fazit: Alles wird gut (außer deinem künstlich skandalisierenden Empörungspopulismusversuch). Vielleicht solltest Du einfach mal wieder in eine Kneipe gehen zwinkern
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  •   andip
    (10396 Beiträge)

    28.05.2020 08:57 Uhr
    Fragt sich nur, ob die was davon haben
    Bei den Läden, die keinen eigenen Biergarten haben und stattdessen ihre Bierbänke auf die Strasse stellten, wird es bisher schon sehr restriktiv und vor allem bei jedem unterschiedlich behandelt.
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  •   UngueltigDannZuLang
    (74 Beiträge)

    27.05.2020 14:16 Uhr
    Ich keonnte ja lachen
    wenn es nicht so ernst waere. Wer hat die Schaukeln an den Bruecken ueber der Alb festmacht? Habe selten so glueckliche Kinder gesehen.
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  •   UngueltigDannZuLang
    (74 Beiträge)

    27.05.2020 14:40 Uhr
    Deutsch ist halt nicht mehr (ganz) so meins
    Ich denke aber, man versteht mich auch so. Man muss das Elend im Alsace und anderstwo sehen koennen oder wollen. Und waere einne Aufbaupraemie fuer Pflegerinnen und Aerztinnen nicht viel angemessener als eine Abwrackprimie? Die sind am Limit, ich koennte auch sagen an der Grenze des Ertragbaren.
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  •   10tacle
    (308 Beiträge)

    27.05.2020 08:39 Uhr
    Gelten die
    Regelungen auch Nachts, bei Neumond und weniger als 70% Luftfeuchtigkeit an geraden Kalendertagen?
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  •   DonAlfonso
    (2 Beiträge)

    27.05.2020 02:02 Uhr
    Und was ist mit Veranstaltungen zwischen 100 bis 500
    Irgendwie ist da eine Regelungslücke
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  •   DonAlfonso
    (2 Beiträge)

    27.05.2020 02:00 Uhr
    Was ist mit Veranstaltungen zwischen 100 bis 500, Regelungslücke?
    Bis hundert ok, die ab 500 Nein, and und dazwischen?
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  •   NeoTiger
    (716 Beiträge)

    27.05.2020 18:14 Uhr
    Veranstaltungen in geschlossenen Räumen
    Die Grenze von 100 bezieht sich nur auf Veranstaltungen im öffentlichen Raum. Im privaten Raum gilt eine Grenze von 10 Personen - außer es handelt sich um eine erlaubte Veranstaltung nach §3 (4) und (5) der Verordnung, diese sind dann auf maximal 500 Personen begrenzt und müssen diverse Auflagen wie z.B. den 1,5 Meter Abstand einhalten.
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  •   andip
    (10396 Beiträge)

    26.05.2020 18:38 Uhr
    Und was
    ist mit der Zweihaushaltregel?
    Gilt die weiterhin?
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