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Stuttgart/Berlin Nachbarstaaten bieten Hilfe für Covid-Patienten aus Baden-Württemberg an

Auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 waren französische Covid-Intensivpatienten nach Baden-Württemberg verlegt worden. Nun bieten Frankreich und andere Staaten dem Südwesten Unterstützung an.

Mehrere Staaten haben angeboten, Covid-Intensivpatienten aus Baden-Württemberg aufzunehmen. Das baden-württembergische Staatsministerium bestätigte am Samstag, dass es Unterstützungsangebote aus der Schweiz, der französischen Region Grand Est und der italienischen Region Lombardei gebe.

Regierungssprecher Arne Braun sagte, Frankreich wolle Covid-Intensivpatienten aus Baden-Württemberg in Kliniken im Elsass aufnehmen. Die Landesregierung sei dankbar für dieses Angebot. Es sei zunächst noch nicht zu so einer Verlegung gekommen, es könne aber gut sein, dass man das Angebot annehmen müsse. Auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 waren französische Covid-Intensivpatienten nach Baden-Württemberg verlegt worden.

Möglicherweise Hunderte Intensivpatienten verlegen

Die bisherigen Verlegungen von Intensivpatienten innerhalb Deutschlands wegen der regionalen Überlastung von Intensivstationen reichen nach Ansicht des Grünen-Gesundheitsexperten Janosch Dahmen womöglich nicht aus. "Anhand der Neuinfektionszahlen müssen wir davon ausgehen, dass Hunderte Intensivpatienten verlegt werden müssen", sagte Dahmen der "Welt am Sonntag". "Weil der Bedarf so eklatant ansteigen könnte, werden möglicherweise auch Verlegungen in EU-Nachbarstaaten notwendig", fügte der Bundestagsabgeordnete hinzu.

Dahmen schätzt, dass bundesweit über zivile und militärische Rettungshubschrauber und Ambulanzflugzeuge gerade einmal 25 bis 50 Patienten gleichzeitig verlegt werden können. Er forderte Gespräche mit privaten Luftrettungsbetreibern über Kapazitätserweiterungen. Die Luftwaffe der Bundeswehr beteiligt sich seit Freitag erstmals an der Verlegung von Corona-Intensivpatienten innerhalb Deutschlands.

Bisher keine Verlegungen aus Baden-Württemberg

Hermann Schröder, der die Abteilung Krisenmanagement im baden-württembergischen Innenministerium sowie den Arbeitskreis Rettungswesen in der Innenministerkonferenz leitet, bestätigte, dass es bei den aktuell 80 Verlegungen lediglich um Fälle geht, "die jetzt notwendig" seien. "Wir können es aktuell nicht ausschließen, dass Patienten auch ins Ausland verlegt werden müssen", sagte er.

Die seit Freitag laufende Verlegung von zunächst rund 50 schwer kranken Covid-19-Patienten in andere Bundesländer ist am Wochenende weitgehend abgeschlossen worden, sagte Schröder, seit Mai 2021 Vorsitzender des Arbeitskreises Rettungswesen, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung der Innenministerkonferenz, am Sonntag in Stuttgart. Grundlage ist das sogenannte Kleeblatt-System für eine bundesweite Verteilung von Patienten aus Regionen, in denen der Kollaps von Krankenhäusern droht. Verlegungen aus Baden-Württemberg gab es nicht.

© dpa-infocom, dpa:211128-99-177193/2

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Kommentare (1)
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  •   SagMalWas
    (342 Beiträge)

    29.11.2021 09:28 Uhr
    Zahlen und Kurven
    Was schon immer das Beste war, nämlich gesund zu bleiben und nicht ins Krankenhaus zu müssen, hat in dieser Zeit eine ganz neue Dimension erhalten.
    Selbst meine Mutter, die aus Überzeugung und dem Wunsch, Menschen zu helfen Krankenschwester gewordern ist und über 45 Jahre aktiv mit Herzblut bei ihrem Beruf geblieben ist... schüttelt nur noch traurig den Kopf, selbst die Wut ist mittlerweile in Resignation übergegangen, wie unmenschlich das gesamte Gesundheitssystem geworden ist.
    Corona ist nun der letze Funke, der alles in Flammen aufgehen lässt...
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