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Karlsruhe Mülltonnen werden seltener geleert: Ratten kommen nur, wenn Bürger nicht richtig trennen

"Zieht der Müll Ratten und anderes Ungeziefer an?" - ist eine Frage, die die Redaktion mehrfach erreichte. In Karlsruhe traf der Corona-Virus auch die Müllabfuhr: Im März mussten Touren ausfallen, im April fand man zu einem neuen Rhythmus. Viele Mülltonnen bleiben derzeit länger in den Straßen und Hinterhöfen stehen. Ein Umstand, der viele ka-news.de-Leser beschäftigt. Über die Auswirkungen des ausgedünnten Müllservices hat ka-news.de mit dem Amt für Abfallwirtschaft gesprochen.

In der Regel würden sich Ratten dann vermehren, wenn Speisereste über die Toilette entsorgt werden oder in Wohngegenden unhygienische Verhältnisse herrschen, so das Amt für Abfallwirtschaft (AfA). Besonders beliebt bei den Nagetieren: Reste von Take-Away-Imbissen, die achtlos in Büschen oder auf der Straße entsorgt werden.

"Die Tiere werden vor allem von Nahrungsmittelresten, Aas und unhygienischen Verhältnissen angezogen. Sie halten sich überwiegend in der Kanalisation und anderen Versorgungsschächten auf", teilt das Amt für Abfallwirtschaft (AfA) auf Nachfrage von ka-news.de mit.

Biomüll wird regelmäßig geleert

Die Sorge, dass Ratten auch im Bereich von Mülltonnen angezogen werden, ist nicht ganz unbegründet: Auch Nassmüll, also Rest- und Biomülltonnen, können Ungeziefer anlocken.

Aber: "Bislang kommt es in Karlsruhe bei diesen Tonnen zu keinen größeren Tourenstockungen", so das AfA. "Insoweit sollte der Leer-Rhythmus kaum zu einer verschärften Ungezieferplage beigetragen haben." Spätestens nach zwei Wochen werden in der Stadt sämtliche der Behälter geleert.

Touren mussten ausfallen

Im März mussten zwar einige Touren ausfallen, das betraf jedoch nur Wertstoff und Papier. Rest- und Biomüll wurden weiterhin geleert. Seit April gelten im Stadtkreis neue Abholtermine: Wertstoff wird nun alle drei Wochen geholt, Papier sollen die Bürger vorerst zuhause aufbewahren oder zu mobilen Sammelplätzen bringen:

  • Durlach-Aue: Festplatz Aue, Steiermärker Straße beim Grüngutcontainer
  • Nordweststadt: Walter-Rathenau-Platz
  • Oberreut: Festplatz, Bonhoefferstraße
  • Oststadt: Messplatz Karlsruhe, Zufahrt über "Am alten Schlachthof"
  • Rüppurr: Festplatz, Rastatter Straße beim Polizeiposten
  • Waldstadt: Parkplatz Fächerbad, Am Sportpark

Einige Stadtteile sind nicht vom neuen Müllrhythmus nicht betroffen, weil dort ein privates Entsor­gungs­un­ter­neh­men beauftragt ist.  Das betrifft

  • Grünwet­ters­bach
  • Hohen­wet­ters­bach
  • Palmbach
  • Stupferich und Grötzingen.

Kein Sperrmüll im April

Die Sperr­müll­ab­ho­lung ist im April noch im gesamten Karlsruher Stadtgebiet ausgesetzt. Dies betrifft alle Termi­ne ­für den Straßen­sperr­müll und den Sperrmüll auf Abruf. Bereit­ge­stellte Gegen­stände werden nicht abgeholt. Das AfA will recht­zei­tig darüber infor­mie­ren, wann die Termine wieder­ ­an­ge­bo­ten werden.

Weiße Ware kann derzeit unter 115 wieder zur Abholung angemeldet werden. Dazu zählen Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen, Geschirrspüler, Herde und sonstige Haushaltsgeräte.

Wenn Bürger nicht richtig Müll trennen, steigt die Gefahr

Zum Problem werden derzeit eher die Wertstoff-Tonnen: Sie werden aktuell im dreiwöchigen Rhythmus geleert. Obwohl dort eigentlich nur leere Lebensmittelverpackungen entsorgt werden dürfen, landen immer wieder auch halbvolle Joghurtbecher oder Bioabfälle in den Behältern.

Falsche Mülltrennung
Falsche Mülltrennung - für Ratten ein gefundenes Fressen. | Bild: Gustav Holzwarth

"Dieses Verhalten ist unverantwortlich, da dadurch die Gefahr steigt, dass Ratten oder Ungeziefer angezogen werden, während sie auf ordentlich sortierten Müll nicht reagieren sollten", erklärt das Amt für Abfallwirtschaft.

Das bedeutet: In Zeiten der Pandemie ist eine korrekte Mülltrennung besonders wichtig, um "Plagegeister" wie Ratten oder anderes Ungeziefer auch bei einer selteneren Leerung der Tonnen fernzuhalten.

Eine Übersicht über den aktuellen Leer-Rhythmus gibt es unter https://web6.karlsruhe.de/service/abfall/akal/akal.php

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  •   Chen_Law
    (20 Beiträge)

    15.04.2020 10:21 Uhr
    Zum Thema Mülltrennung
    fällt mir nichts mehr ein.

    Allein die Ignoranz in den Kommentaren hier zeigt doch alles.

    Faul, fauler, Karlsruher.... als ob es so schwer wäre den Müll zu trennen.

    Aber ist leider ein Spiegelbild der Gesellschaft.... nach mir die Sintflut
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  •   Chen_Law
    (20 Beiträge)

    15.04.2020 10:19 Uhr
    Die Diskussionskultur
    ist mal wieder grandios.

    Warum kann man nicht einfach anerkennen, dass es in der jetzigen Zeit gar nicht so einfach ist, eine gescheite Planung zu machen.

    Hätte man alles normal weitergefahren und eine Infizierung gehabt, wäre aufgrund Quarantäne einfach mal alles stehengeblieben

    So hat man sich für die vorsichtige Variante entschieden und zuersteinmal recht viel stehen lassen und dann nach und nach wieder in einen Normalbetrieb überzugehen.

    Und wenn ich wieder lese, wie viele sich über die Gebühren aufregen..... Der Karlsruher Bürger zahlt nur für Restmüll und Bio, Wertstoff ist KOSTENLOS.

    Die Gebühren sind nunmal so hoch, da man sich ein völlig aus der Welt gekommenes Vollservicemodell (was in der Innenstadt durchaus Sinn macht) auch im letzten ländlichen Loch leistet.

    Aber der Gemeinderat will es den Leuten ja nicht zumuten, dass die abundan mal ne Tonne vors Haus stellen... könnte ja nen Zacken aus der Krone brechen.

    Lieber auf KA-News und Facebook weiter pöbeln.....
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  •   Kojak
    (427 Beiträge)

    15.04.2020 15:10 Uhr
    Vielen Dank
    für diese Stellungnahme aus dem Amt für Abfallwirtschaft. grinsen
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  •   Avatar
    (831 Beiträge)

    15.04.2020 15:57 Uhr
    Wieso?
    Er hat doch Recht. Dazu muss man nicht im AfA sitzen, um das mit offenen Augen und ein bissl Hirn mitzubekommen.
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  •   FCKSUV
    (332 Beiträge)

    15.04.2020 09:20 Uhr
    Ich habe den Inhalt unserer Tonnen
    dreimal verpresst. Einige Nachbarn fragten verwundert, wozu dies gut sein soll. In manchen Ländern scheint Mülltrennung einfach kein Thema zu sein.

    Na ja, wahrscheinlich bin ich derjenige, der sich anpassen muss, um nicht als typisch deutscher Blockwart dazustehen. Gleich mal ein bisschen Biomüll in die Papiertonne werfen, um meine Integrationsbemühungen unter Beweis zu stellen. zwinkern
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  •   todi01
    (1150 Beiträge)

    15.04.2020 06:19 Uhr
    Das AfA
    war schon unter Frau Lisbachs Vorgänger nicht gerade gut geführt, und daran wird sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern, weil der OB die Grünen mit Samthandschuhen anfassen muss, wenn er wiedergewählt werden will.
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  •   Mondgesicht
    (2351 Beiträge)

    15.04.2020 09:00 Uhr
    Der OB müsste einschreiten
    wenn es das zuständige Amt nicht hinbekommt. Dann muss er eben selbst kraft Amtes organisatorische Maßnahmen verfügen, um die Müllentsorgung wieder in den Griff zu bekommen. Er ist nach Gemeindeordnung der Verantwortliche für die Organisation seiner Verwaltung!

    So etwas gibt es doch nicht. Da türmt sich der sogenannte "Wertstoff" in den Kellern meterhoch und weder von der zuständigen BM noch vom OB kommt was. Mit schönen Reden über Solidarität in der Corona-Krise ist es nicht getan. Die Bürger wollen Taten sehen - und das heißt: systemrelevante Infrastruktur wie Abfallentsorgung hat Priorität und muss funktionieren!
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  •   Nachteule
    (811 Beiträge)

    15.04.2020 07:43 Uhr
    Vorgänger
    Auch Herr Stapf gehört zu den Grünen.
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  •   Kommentar
    (55 Beiträge)

    14.04.2020 20:54 Uhr
    Mehr Müll
    Es wird doch mehr Müll erzeugt, wenn die Bürger sich im "Lockdown" in und um ihre Wohnungen/Häuser aufhalten und auch nur dort (Nahrung) konsumieren. Kantinen fallen weg, Essen im Kindergarten oder der Schule fällt weg.
    Dazu kommt noch die Online-Bestellung mit der entsprechenden zusätzlichen Verpackung.

    Warum wurde also die Frequenz der Abholung allen Mülls nicht erhöht?

    Gibt es Informationen, wo eigentlich das Problem ist? Beim Transport der Mitarbeiter in die jeweilige Straße?
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  •   Nachteule
    (811 Beiträge)

    14.04.2020 20:58 Uhr
    Systemrelevanz
    Genau aus diesem Grund wird die Abfallentsorgung als systemrelevant eingestuft.
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