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Karlsruhe Land greift durch: Ab Montag gilt die Maskenpflicht in Geschäften, Bus und Bahn

Nun ist es offiziell: Baden-Württemberg führt die Maskenpflicht ein. Ab Montag, 27. April, muss jeder Bürger beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Mund-Nase-Schutz tragen. "Wir haben gemerkt, dass sich zu wenig Menschen an unsere dringende Empfehlung halten", sagt Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Dienstag.

Bereits vergangenen Mittwoch hatte der Landeschef die "dringende Empfehlung" ausgesprochen, eine Maske in der Öffentlichkeit zu tragen. Nun hat sich die Landesregierung in einer Kabinettssitzung für die Einführung einer konkreten Maskenpflicht entschieden - auch, weil immer mehr Bundesländer diesen Schritt bereits gegangen sind, unter anderem auch die direkten baden-württembergischen Nachbarn Hessen und Bayern.

Maskenpflicht gerade jetzt durch Öffnungen der Geschäfte sinnvoll

"Ich war schon lange für diese Entscheidung", erklärt Kretschmann bei einer Pressekonferenz am Dienstag. "Gerade jetzt, wo die Geschäfte wieder öffnen und mehr Menschen den ÖPNV nutzen und der Mindestabstand nicht immer eingehalten werden kann, kann eine Bedeckung von Mund und Nase helfen, die Verbreitung des Corona-Virus zu bremsen."

Winfried Kretschmann spricht während einer Pressekonferenz, die auf einem Laptop gestreamt wird.
Winfried Kretschmann spricht während einer Pressekonferenz, die auf einem Laptop gestreamt wird. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Das sei auch die einhellige Meinung aller Fachleute. "Auch wenn sie nicht genau sagen können, wie stark der Schutz bei den sogenannten Alltagsmasken ist - das hängt von der Qualität ab", so der Ministerpräsident.

"Zur Not reicht auch mal ein Schal"

Dennoch müsse nun niemand spezielle medizinische Schutzmasken tragen, diese sollen nach Ansicht Kretschmanns weiter den Altenheimen und Krankenhäusern vorbehalten werden. Eine einfache selbst genähte oder gekaufte Maske reiche völlig aus - "und zur Not reicht bis dahin auch mal nur ein Schal oder ein Tuch. Das hat ja wohl jeder daheim".

Wichtig: Kontaktverbot und Abstandsregeln nicht aufgehoben

Wichtig aber sei, betont der Ministerpräsident, das Kontaktverbot und die Abstandsregel gilt auch mit Maskenpflicht weiterhin unverändert. "Man sollte nicht glauben, man hat einen einfachen Mundschutz und muss deswegen die Abstände nicht mehr einhalten - das ist nicht Sinn der Sache", sagt der Grünen-Politiker.

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, spricht auf einer Pressekonferenz.
Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, spricht auf einer Pressekonferenz. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Die Maskenpflicht müsse "on top" zu den Abstandsregeln gelten, nur dann bringe es einen zusätzlichen Gewinn. "Wenn man das konsequent befolgt, sind wir auch bei weiteren Öffnungen auf der sicheren Seite", so Winfried Kretschmann.

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  •   Schillerlocke
    (360 Beiträge)

    22.04.2020 18:24 Uhr
    Irgendwie habe ich das Bild vor Augen,
    wie der Bankräuber von Santa Fee sich das Halstuch hochzieht, damit er nicht erkannt wird.

    Bin mal gespannt, was meine Bank sagt, wenn ich mit meiner Sturmhaube reingelaufen komme.
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  •   Reger
    (352 Beiträge)

    22.04.2020 14:59 Uhr
    Danke.
    Mach ich.
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  •   FinnMcCool
    (368 Beiträge)

    22.04.2020 09:37 Uhr
    Maskenpflicht
    Um es vorne weg zu schicken, mir ist es egal ob die Maskenpflicht da ist oder nicht. Wenn ich einkaufe, dann ziehe ich mir dann eben die Maske an und fertig. Die halbe Stunde (oder Stunde) halte ich es aus. Was mich aber wundert, vor wenigen Wochen wurde die Maskenpflicht abgelehnt, mit der Begründung, dass dies eine Panik unter der Bevölkerung auslösen kann (zumindest habe ich dies so in Erinnerung). Damals war die Reproduktionsrate noch bei etwa 3. Jetzt liegt die Rate bei unter 1 und plötzlich kommt die Pflicht. Da stellt sich für mich die Frage - wo würde die Rate liegen, wenn damals schon Maskenpflicht eingeführt worden wäre. Vielleicht bei 0,2? Und war es nicht auch so, dass es vor kurzem noch gehiessen hatte, dass die Masken im Grunde nichts bringen und jetzt werden sie als der Heilsbringer angesehen. Ich finde dies seltsam, aber werde mich trotzdem an die Pflicht halten.
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  •   Freigeist1
    (1553 Beiträge)

    23.04.2020 00:02 Uhr
    Der Sinn der Masken liegt doch
    - angesichts der zunehmenden Laden-Öffnungen etc. - vor allem in der Psyche und Symbolik: durch das Maskentragen wird jeder Mensch im Alltag andauernd daran erinnert, dass Coronazeit ist und dass man die entsprechelnden Regeln wie Abstand + Händewaschen weiter dringend beachten soll. Die Wirkung oder Nicht-Wirkung der Masken selbst spielt da kaum eine Rolle.
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  •   silberahorn
    (10612 Beiträge)

    22.04.2020 11:01 Uhr
    Zwei Punkte
    zum Nachdenken bei diesem Dreisatz. Am 16. März waren es noch 6.230 Infizierte bei der Reproduktionsrate von 3. Am 21. März waren es 19.712 positiv getestete. Also muss man sich fragen für welchen Zeitraum die Verdreifachung und dieser Faktor angenommen wird. Gewiss nicht täglich, obwohl täglich angesteckt wird.
    Eine Verdreifachung bei aktuell 150.000 (abzüglich der Gesundeten?) wäre für Krankenhäuser nicht verkraftbar. Und es war das Ziel am liebsten eine große Durchseuchung mit hoffentlicher Immunität zu schaffen, aber das lieber in einem langen und späteren Zeitraum, damit es von Behandelnden und Krankenhäusern zu verkraften ist.

    Wäre es weg, wenn es damals Maskenpflicht gegeben hätte? Es wäre wohl weniger, aber jetzt hatten die Leute immerhin genug Zeit sich auch zu richtiger Handhabung und Sterilisation der Masken Kenntnisse anzueignen. Das hätte damals gewiss noch nicht funktioniert.
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  •   kritiker_2014
    (566 Beiträge)

    22.04.2020 03:08 Uhr
    Da wird sich der Grupp von Trigema
    aber freuen.Dieser Halsabschneider bietet doch tatsächlich 10 Masken für 120 Euro an.
    In der Bankenkrise 2008 hat man solche Leute als Heuschrecke bezeichnet.
    Das trifft auf Grupp zu 100% zu.
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  •   VielVorNixDahinter
    (292 Beiträge)

    23.04.2020 13:27 Uhr
    Das ist Quatsch
    Wenn er sie zum Schleuderpreis anbieten würde, hätten wir den Klopapier-Effekt. Der Punkt ist doch, dass die Leute außer durch rigide Preisgestaltungen nicht zur Vernunft zu bringen sind. Und Trigema im Speziellen fertigen wenigstens noch in Deutschland und nicht in Bangladesh oder sonstwo. Wer die Masken bei Primark oder Decathlon kaufen möchte, sollte sich mal schlau machen, wer für die Schleuderpreise unter miesen Bedingungen schuften muss. Für das Geld würde hier nicht einmal jemand morgens den Wecker stellen.
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  •   Freigeist1
    (1553 Beiträge)

    23.04.2020 00:11 Uhr
    Nein, als Heuschrecken bezeichnet
    man z.B. Hedgefonds etc., die irgendwo alles abgrasen, verbrannte Erde zurücklassen und sich dann schleunigst absetzen, ohne irgendeine Verantwortung zu übernehmen. Hr. Grupp ist ein eher bodenständiger Unternehmer, der hier eher im oberen Preissegment unterwegs ist. Es gibt ganz häufig verschiedene Preisegmente. Er bräuchte auch gar keine Masken herstellen lassen. Wo ist bitte das Problem?
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  •   HerrNilson
    (1700 Beiträge)

    22.04.2020 15:35 Uhr
    Heuschrecke?
    Nein das ist ein Unternehmer der seinen Arbeitskräften die Arbeitsplätze sichert. Gehst Du eigentlich für 1.95 € Stundenlohn arbeiten, damit Kunden alles schön billig kaufen können?
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  •   Iglaubsnet
    (791 Beiträge)

    22.04.2020 20:37 Uhr
    Der
    wird aber nicht 3 Stunden an einer Maske nähen.
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