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Stuttgart Baden-Württemberg will 2G-Optionsmodell für Gastronomen und Veranstalter

Es ist ein Stück mehr Freiheit - nur eben nicht für Ungeimpfte: Wie andere Bundesländer will auch Baden-Württemberg Gastronomen und Veranstaltern mehr Möglichkeiten geben - doch viele sind skeptisch.

Baden-Württemberg will künftig auch größere Veranstaltungen ohne Maskenpflicht und Abstandsregeln erlauben, wenn nur Geimpfte und Genesene zugelassen sind. Das Land plant in der neuen Corona-Verordnung, die ab Mitte Oktober gelten soll, ein 2G-Optionsmodell, das es in einigen Bundesländern schon länger gibt. Damit könnte es auch wieder volle Säle und volle Fußballstadien geben, teilte das Sozialministerium am Dienstag in Stuttgart mit.

Mehr Flexibilität für Veranstalter und Gastronomen

Schon bisher können Gastronomen und Veranstalter selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte oder Genesene zulassen - allerdings müssen die Gäste trotzdem Mund- und Nasenschutz tragen und auf Abstand achten. Das soll nun wegfallen. Hintergrund sind die stagnierenden Infektionszahlen und die höhere Impfquote.

Der Hotel- und Gaststättenverband im Südwesten geht aber davon aus, dass die meisten Betriebe daran festhalten werden, auch Ungeimpfte mit einem aktuellen Corona-Test zuzulassen, "um keine Gäste auszugrenzen". Der Gemeindetag begrüßte es, dass Gastronomie und Veranstalter nun mehr Flexibilität hätten. Auch Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart sieht die Ankündigung positiv.

Eine Tafel mit der Aufschrift «Innengastronomie - Nur 2G - geimpft - genesen» steht in Schadt's Brauerei Gasthaus.
Eine Tafel mit der Aufschrift «Innengastronomie - Nur 2G - geimpft - genesen» steht in Schadt's Brauerei Gasthaus. | Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Ein Sprecher des Sozialministeriums sagte der "Heilbronner Stimme" und dem "Südkurier": "Das Optionsmodell soll Erleichterungen in Bezug auf Maskenpflicht und beim Umgang mit der Abstandsempfehlung enthalten. Der Entwurf zur Änderungen der Corona-Verordnung befindet sich derzeit aber noch in der regierungsinternen Abstimmung." Weitere Details, also zum Beispiel die damit verbundenen Betreiberpflichten, stünden noch nicht fest.

"Geimpft! Genesen!" steht auf einem Schild an einer Bar.
"Geimpft! Genesen!" steht auf einem Schild an einer Bar. | Bild: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Daniel Ohl, Sprecher der Dehoga Baden-Württemberg, begrüßte die Lockerung der Maskenpflicht und der Abstandsregeln bei dem Modell im Grundsatz: "Wir hätten uns diese allerdings auch unter 3G-Bedingungen gewünscht - im Saarland in Schleswig-Holstein wird das bereits umgesetzt, und zwar nicht als Optionsmodell, sondern als klare Regelung, die auch Gästen die Orientierung erleichtert."

Bisher Grenze von 25.000 Besuchern

Bisher gilt in Baden-Württemberg für Veranstaltungen die Obergrenze von 25.000 Besuchern unter 3G-Bedingungen. Bis zur Grenze von 5.000 Gästen können die Veranstalter ihre Kapazität voll ausnutzen. Darüber hinaus höchstens die Hälfte der weiter zur Verfügung stehenden Plätze.

Bisher hatte die Landesregierung 2G nur in dem dreistufigen Alarmsystem vorgesehen, mit dem sie auf eine mögliche Überlastung der Krankenhäuser mit Covid-19-Patienten reagieren will. Nach dem System gilt derzeit die sogenannte Basisstufe. Die Warnstufe wird ausgerufen, sobald 250 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind oder acht von 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen mit Corona-Symptomen in eine Klinik eingeliefert wurden. Dann haben Ungeimpfte nur noch mit negativem PCR-Test Zugang zu bestimmten öffentlichen Bereichen.

Die «2G»-Regel erlaubt nur Geimpften und Genesenen den Zutritt ins Restaurant.
Die «2G»-Regel erlaubt nur Geimpften und Genesenen den Zutritt ins Restaurant. | Bild: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Stufe drei - die Alarmstufe - gilt, sobald 390 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt werden oder die so genannte Hospitalisierungsinzidenz bei 12 liegt. Dann haben Ungeimpfte gar keinen Zutritt mehr zu Restaurants, Kultur- und Sportveranstaltungen.

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  •   GravelAndSand
    (171 Beiträge)

    06.10.2021 12:35 Uhr
    Und?
    Solche "Superspreader Events" würde es bei 3 G auch geben, nur noch viel mehr Risiko, da ungeimpfte "empfänglicher" sind.
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  •   Chris23
    (751 Beiträge)

    06.10.2021 16:12 Uhr
    Tests
    Ich bin geimpft, teste mich aber zumindest gelegentlich noch selbst.

    Ich halte ne veranstaltung bei dem alle getestet (innerhalb der 24h), für sicherer als eine bei der alle geimpft ist.
    Ob man Leute ständig zu dem test stationen drängen muss, sei mal dahingestellt - ich mag aber nicht dem Impfzwang durch die Hintertür und würde ihnen nicht die komplette Teilnahme verhageln ... Und imho wird einen als geimpfter aktuell vermittelt das Tests nicht mehr sinnvoll sind, und das halte ich auch nicht für falsch.
    Wie du siehst kann ich an allen meckern, weiß aber selbst nicht so genau wie man es machen sollte zwinkern Wenn ich mich festlegen muss würde ich aber ungeimpften auch dem zutritt mit Tests ermöglichen, denn wenn man Impfektionsketten findet ist es hilfreich (um diese zu stoppen und vllt auch nachzuverfolgen)
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  •   10tacle
    (349 Beiträge)

    06.10.2021 09:28 Uhr
    Ist wie bei den Rauchern,
    die haben zuerst auch gemeckert und mit Bokott gedroht, trotzdem ging das Kneipenleben weiter. In der kalten Jahreszeit bietet 2G zumindest die Option. vor-Corona-Zustände zu bieten, ohne Maske, Hygienegedöns oder Abstandsgebot. Zumal die Tests für den Kneipenbesuch in 3G ja auch selbst bezahlt werden müssen. Mit etwas Glück wirds eine gesunde Mischung geben und dann Abstimmung mit den Füßen....
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  •   AhmedDerAufklärer
    (782 Beiträge)

    06.10.2021 17:45 Uhr
    Eine
    sehr realsitsiche Einschätzung, finde ich, danke grinsen
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  •   maehdrescher
    (1704 Beiträge)

    06.10.2021 08:54 Uhr
    Mal sehen
    wie viele Gastwirte das umsetzen. Denn damit werden sie die Ungeimpften unter ihren Gästen auf Dauer vergraulen. Bin sehr gespannt.
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