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Stuttgart Beschränkungen für Ungeimpfte: Corona-Verordnung mit neuen Grenzwerten soll nächste Woche kommen

Nach den Sommerferien könnten die Corona-Zahlen wieder deutlich steigen. Regierungschef Kretschmann will rechtzeitig gegensteuern. Das würde dann in erster Linie Ungeimpfte treffen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält bei einem starken Anstieg der Covid-19-Patienten in den Kliniken Einschränkungen für Ungeimpfte für unausweichlich. "Die Nicht-Geimpften sind jetzt natürlich die Träger der Pandemie", sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) gibt ein Interview.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) gibt ein Interview. | Bild: Tom Weller/dpa

Wenn es bei den Ungeimpften zu hohe Inzidenzen gebe, wirke sich das auf die Krankenhausbelegung aus. Und dann müsse die Politik handeln. "Das hat nichts mit Strafe oder irgendwas durch die Hintertür zu tun, sondern es ist die Erfordernis, die Pandemie im Griff zu behalten. Andere Motive stehen überhaupt nicht dahinter", sagte Kretschmann.

Neue Corona-Verordnung 

Wie die dpa erfuhr, soll die neue Corona-Verordnung mit neuen Grenzwerten, ab denen Beschränkungen für Ungeimpfte gelten sollen, doch erst nächste Woche verkündet werden. Allerdings stieg die Zahl der Intensivpatienten mit Covid-19 laut Landesgesundheitsamt auf 131. Bei 200 bis 250 will das Land eigentlich erste Gegenmaßnahmen ergreifen. Die Experten im Landesgesundheitsamt gehen davon aus, dass Mitte kommender Woche die 200 überschritten ist.

Ein Intensivbett mit Beatmungseinheit steht auf einer Corona-Station.
Ein Intensivbett mit Beatmungseinheit steht auf einer Corona-Station. | Bild: Robert Michael/dpa-Zentralbild/Symbolbild

Kretschmann wies den Vorwurf zurück, man übe zu viel Druck auf Ungeimpfte aus. "Der Druck kommt vom Virus, nicht von uns." Die Politik müsse Vorsorge treffen, weil man nicht genau wisse, wie sich die Zahlen entwickelten. "Das Virus ist der Übeltäter, nicht wir", argumentierte er. "Es werden die angesteckt, die nicht geimpft sind." Die Gefahr, dass Geimpfte erneut erkrankten, sei gering. "Die wenigen Impfdurchbrüche sind pandemisch nicht von großem Belang statistisch gesehen."

Impfung auch für Kinder und Jugendliche 

Der Regierungschef warb dafür, auch Kinder und Jugendliche über zwölf Jahren impfen zu lassen. Er verwies auf die Ständige Impfkommission. "Nachdem die Stiko das auch bestätigt hat, kann man das auch guten Gewissen empfehlen." Davon hänge auch ab, wie das neue Schuljahr ablaufe. Es sei auch dort extrem wichtig, sich impfen zu lassen. "Sonst haben wir viele Leute in Quarantäne, und das wirkt sich wieder nachteilig für Öffnungen aus, weil das Personal fehlt."

Ein Gesichtsschutz hängt neben einem Schild mit der Aufschrift «Stop Hygienemaßnahmen».
Ein Gesichtsschutz hängt neben einem Schild mit der Aufschrift «Stop Hygienemaßnahmen». | Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Nach Prognosen des Landesgesundheitsamts ist absehbar, dass die Zahl der Intensivpatienten mit Covid-19 bald deutlich steigen wird. Der Grenzwert 300 soll nach Ende der Sommerferien im Südwesten Mitte September erreicht werden - wenn viele Urlauber aus dem Ausland wieder da sind. Dann könnte das Land die 2G-Regel einführen. Das würde bedeuten, dass nur noch Geimpfte oder Genesene etwa Restaurants besuchen dürften. Im Moment gilt die 3G-Regel. Danach stehen bestimmte Bereiche des öffentlichen Lebens neben den Geimpften und Genesenen auch den negativ Getesteten offen.

 

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  •   richy2021
    (23 Beiträge)

    04.09.2021 20:07 Uhr
    Kretschmann
    +++ Das Posting enthält beleidigende Inhalte und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   AhmedDerAufklärer
    (643 Beiträge)

    05.09.2021 00:24 Uhr
    Und
    wieder die lustige Erzählung von der tollen eigenen Erleuchtung und der ultrakrassen Doofheit der Mitmenschen.
    Und was genau schlägst Du statt Demokratie vor?
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  •   Waterman
    (6676 Beiträge)

    03.09.2021 13:37 Uhr
    Offenen Auges gehen wir ins Gewisse...
    Ende Juli war Frankreich npoch hinter den Impfzahlen in Deutschland.

    Inzwischen sind es:
    D - 65,4% und F - 72,6% für Erstimpfung und
    D - 60,9% und F - 66,6% für Vollständige Impfung.

    Da wurde etwas gröblich verschlafen.
    Dazu noch die Früherkennung der Tendenz um mindestens eine Woche nach hinten verschoben.

    Die Folgen wird man sehen.
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  •   Mondgesicht
    (2672 Beiträge)

    03.09.2021 14:25 Uhr
    Und wie
    lautet Ihr Vorschlag zur Lösung?

    Mehr Aufklärung? Seit Juli lesen und hören wir doch auf allen Kanälen die Aufforderung, sich impfen zu lassen. Das scheint aber völlig zu verpuffen. Es zeigt sich, dass Teile der Bevölkerung einfach nicht erreicht werden oder sich ganz bewusst gegen die Impfung entscheiden. Diesen Trend kehren jedenfalls Politiker wie Herr Spahn auch nicht mehr um, denn dieser Teil der Bevölkerung hat das Vertrauen in die deutsche Corona-Politik verloren.

    Wollen Sie stattdessen eine Impfpflicht - zumindest für bestimmte Berufe, so wie in Frankreich? Dann bekommen wir natürlich auch höhere Zahlen. Aber gegen diese Lösung hat sich meiner Meinung nach die Politik mit der immer wiederkehrenden Aussage "keine Impflicht" schon zu deutlich festgelegt.

    Dritter Weg: größtmögliche Schikanen, also Ungeimpfte nirgendwo mehr reinlassen. Aber hier werden vermutlich die Gerichte nicht so ohne weiteres mitspielen - wir haben schließlich trotz allem noch ein Grundgesetz.
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  •   Waterman
    (6676 Beiträge)

    03.09.2021 15:10 Uhr
    Das wären doch Maßnahmen gewesen,
    die sicherlich mehr Impfungen gebracht hätten. Lehrer, Altenheim- und Krankenhauspersonal, Ärzte, OPNV, usf. Dazu Impfen in der Schule, in Betrieben u.Ä. Vielleicht hätte das auch ohne großen Zwang geklappt. Spätestens die Verbreitung der Delta-Variante hätte dies erfordert und nachdem genügend Impfdosen vorhanden waren.

    Es ist natürlich auch kontraproduktiv, dass wir in Wahlkampfzeiten sind, wo jeder Bedenkenträger eben auch eine Stimme hat.

    Um ständige Eingriffe der Gerichte wegen Klagen zu vermeiden, ist es erforderlich, dass die Gesetze so klar wie möglich sind. Die Gerichte urteilen bzw. wägen immer nur aufgrund der bestehenden Gesetze ab. Grundgesetz ist für alle, nicht nur für Querköpfe.

    Da jetzt jede Partei für die "Interessen" ihrer Klientel werben muss, ist es schwierig das zustande zu bringen. Kompromisse gibt's wohl erst wieder nach der Wahl.

    Dummerweise hält sich das Virus nicht an unseren Zwänge.
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  •   UngueltigDannZuLang
    (377 Beiträge)

    03.09.2021 12:21 Uhr
    Ich bin sicher nicht gechilled und auch nicht neutral
    Wenn man sich Zeit laesst fuer eine neue Verordnung, ist das nicht verkehrt. Im letzten Herbst/Winter durfte ich mich mit sich woechentlich aendernden Verordnungen in BW und FR rumschlagen. (Die jedes Mal immer laenger wurden)

    Ich unterstelle niemanden boese Absichten.

    Aber ich finde es bedauerlich, dass uns Menschen regieren (wollen), die ihre Zukunft hinter sich haben.
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  •   GravelAndSand
    (139 Beiträge)

    03.09.2021 10:51 Uhr
    Entlarvt!
    Zitat: (im Zusammenhang mit Präsenzunterricht)
    "Es sei auch dort extrem wichtig, sich impfen zu lassen. "Sonst haben wir viele Leute in Quarantäne, und das wirkt sich wieder nachteilig für Öffnungen aus, weil das Personal fehlt."

    Weil das Personal fehlt? Das würde ja nur fehlen, wenn es ungeimpft ist.
    Und genau da ist das Problem. Weil die Impfquote der Erwachsenen zu gering ist, wird es nun auf Kinder und Jugendliche abgewählt.
    Lieber Herr Ministerpräsident, sorgen Sie dafür, dass sich genügend Erwachsene impfen! Dann kann Schule sogar ohne Maskenpflicht stattfinden. Siehe viele Nachbarländer!
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  •   AhmedDerAufklärer
    (643 Beiträge)

    03.09.2021 09:09 Uhr
    Also
    ich teile die Meinung des MP nicht.
    Z.B. in NRW hat die Schule schon eine Weile begonnen...und nun sinken die Inzidenzen dort.
    Übrigens kann jeder dazu beitragen, dass es nicht zu Vrschärfungen kommt, indem er/sie sich impfen lässt.
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  •   fahrbahnteiler
    (409 Beiträge)

    03.09.2021 10:57 Uhr
    So war es auch
    in den nördlichen Bundesländern. Die extreme Panikstimmung der BW Landesregierung ist daher nicht berechtigt.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (12814 Beiträge)

    03.09.2021 10:47 Uhr
    in Wuppertal liegt der Inzidenzwert
    bei ca. 250, aber das zählt ja nicht...
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