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Karlsruhe Karlsruher Klinikum erstmals wieder teils auf Corona-Stufe zwei: "Ab Februar streben wir den Normalbetrieb an"

Es ist zwar noch nicht das große Aufatmen, aber doch eine gewisse Erleichterung: Erstmals seit November 2020 befindet sich das Städtische Klinikum Karlsruhe - zumindest auf der Corona-Allgemeinstation - wieder auf Pandemiestufe zwei. Doch damit zufrieden geben will man sich noch nicht: Schon in einer Woche soll das Krankenhaus klinisch wieder den Normalbetrieb aufnehmen.

Wer am Freitagmorgen bei der wöchentlichen Corona-Pressekonferenz des Klinikums Karlsruhe in die Gesichter der mit FFP2-Masken ausstaffierten Medienvertreter und Klinikmitarbeiter blickt, merkt spätestens hier: Auch im Städtischen Klinikum ist der verschärfte Lockdown angekommen.

Michael Geißler, medizinischer Geschäftsführer, zeigt sich darüber erleichtert, denn: Die aktuell sinkenden Infektionszahlen machen sich auch in der Auslastung des Krankenhauses bemerkbar. So liegen am Freitag 18 Corona-Patienten auf der Allgemeinstation.

Ab Februar mehr Personal für andere Stationen

Zum Vergleich: In der vergangenen Woche waren es noch 31, zum Jahreswechsel sogar rund 55. "Hier sehen wir eine deutliche Entlastung der Normalstationen", so Geißler. "Der Lockdown entspannt die Situation deutlich." Zum ersten Mal seit November hat das Klinikum daher entschieden, die Allgemeinstationen von Pandemiestufe drei auf zwei herunterzufahren, sagt Geißler. 

Und der Klinikchef will noch weitergehen: "Ab dem 1. Februar hoffen wir, auf Stufe eins heruntergehen und den Normalbetrieb wieder aufnehmen zu können." Die Anzahl der Stationen wolle man dann von dreieinhalb auf eineinhalb reduzieren - das wiederum würde mehr Ärzte- und Pflegepersonal für andere Stationen bedeuten, etwa in der Kardiologie, der Neurologie oder auch auf den Intensivstationen.

Lage auf Intensivstation noch mehrere Wochen angespannt

Gerade bei Letzteren sei die Lage aktuell nämlich noch eine ganz andere: "Hier sind wir noch sehr stark belastet. Am Freitagmorgen hatten wir kein einziges Bett frei", erklärt Geißler. 14 Patienten sind derzeit hier untergebracht, davon werden sechs beatmet.

Michael Geißler, medizinischer Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Karlsruhe.
Michael Geißler, medizinischer Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Karlsruhe. | Bild: Melissa Betsch

Für die Intensivstationen gilt daher erst einmal weiter die Pandemiestufe drei. Doch auch hierfür bestehen bereits Pläne: "In zwei bis drei Wochen möchten wir auch auf den Intensivstationen die Pandemiestufe senken und die Operationssäle von zwölf auf bis zu 15 erhöhen", meint Michael Geißler. 

"Verschärfter Lockdown definitiv richtig"

Diese Entwicklung sei allerdings abhängig vom weiteren Infektionsgeschehen - und das macht dem Klinikchef aktuell Sorgen: "Auch wenn die 7-Tage-Inzidenz niedrig ist, der R-Wert ist bundesweit mit 0,9 noch zu hoch." Der Reproduktionswert R beschreibt die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einem Fall angesteckt werden.

"Bliebe es dabei, würden wir noch mehrere Wochen brauchen, um die Infektionszahlen zu halbieren. Daher halte ich die Verschärfung des Lockdowns definitiv für richtig", so Geißler. Auch die um 35 Prozent ansteckenderen Virus-Mutationen müsse man schnellstmöglich eindämmen. "Die Politik muss hier die richtigen Entscheidungen treffen. Eine wirkliche Entwarnung gibt es für die Pandemie noch nicht."

Josef Hug, Pflegedirektor im Städtischen Klinikum Karlsruhe.
Josef Hug, Pflegedirektor im Städtischen Klinikum Karlsruhe. | Bild: Melissa Betsch

Daher sei es dem Städtischen Klinikum umso wichtiger, alle Mitarbeiter, die mit Corona- und besonders gefährdeten Patienten in Kontakt sind, schnellstmöglich zu impfen. "Das wird bis voraussichtlich Ende kommender Woche passiert sein", so Pflegedirektor Josef Hug. Die Zweitimpfungen haben demnach bereits begonnen. Michael Geißler ergänzt: "Wenn wir den Lockdown so kurz wie möglich halten wollen, spielt die Impfung die entscheidende Rolle."

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  •   AlterMann
    (236 Beiträge)

    25.01.2021 18:12 Uhr
    Freie Intensivbetten
    Mich würde mal interessieren wie viele Intensivbetten vor Corona üblicherweise belegt waren. Ich kann mir kaum vorstellen dass es damals viel anders war.
    Denn ein Krankenhaus muss wirtschaftlich arbeiten und wird deswegen sicher nicht allzu viele Betten ungenutzt rumstehen haben.
    Andererseits kann ich mich an den Skandal vor etwa 5 oder 6 Jahren erinnern als rauskam dass es in vielen Krankenhäusern normal ist dass Patienten in ihren Betten auf dem Flur stehen und dort sogar übernachten müssen. Und da war krankheitsmäßig nichts Besonderes.
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  •   likeka
    (590 Beiträge)

    25.01.2021 19:22 Uhr
    Intensivbetten
    Viele der Intensivbetten, die jetzt mit Covid belegt sind, wären sonst anderweitig belegt. Nämlich mit postoperativen Patienten. Vielleicht haben Sie ja mitbekommen, dass die Krankenhäuser bundesweit ihr OP-Programm heruntergefahren haben. Erstens wird das Personal dringend gebraucht, zweitens die ITS-Betten. Elektive (also planbare) Eingriffe sind extrem zurückgefahren worden. Man kann froh sein, wenn alle zeitkritischen Operationen erfolgen können.

    Übrigens sind es gerade Operationen, mit denen Krankenhäuser Geld verdienen.

    Das die Pflege eines Covid-Patienten viel aufwendiger ist, als die eines normalen Patienten, ist genauso kommuniziert, wie dass es durch Covid-Fälle auch zu Personalausfällen kommt.
    Hinzu kommt -ebenfalls bekannt- dass es einen bundesweiten Mangel an Pflegepersonal gibt.

    Und dass, wie in Sachsen, etwa die Hälfte aller ITS-Patienten die gleiche Krankheit (nämlich Covid-19) hatten, ist alles, nur nicht normal!
    Was wollen Sie also mit Ihrem Komentar sagen?
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  •   Inchen
    (3 Beiträge)

    24.01.2021 20:45 Uhr
    Danke aber auch
    Schön für die Geschäftsführung, das diese FFP2 Masken trägt. Diese sind wahrscheinlich alle privat gekauft. Das Personal nämlich, welches am noch ungetesteten Patienten arbeitet, darf sich glücklich schätzen nur chirurgischen Mundschutz tragen zu müssen ähmm dürfen
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  •   likeka
    (590 Beiträge)

    24.01.2021 22:04 Uhr
    Stimmt nicht.
    Geschäftsführer Prof. Geissler trägt eine chirurgische Maske, ebenso hat Prof. Bentz (Direktor Med. Klinik III) trägt ebenso eine chirurgische Maske.
    Geissler hat bis letzte Woche immer eine "Alltagsmaske" mit Klinikum-Branding getragen, seit der Maskenempfehlung/-Pflicht für Chirurgische oder FFP2-Masken trägt er eine chirurgische.

    Der einzige mit FFP2-Maske ist der Pflegedirektor. Vielleicht fällt er ja einfach in eine Risikogruppe und vielleicht hat er diese Maske sogar privat erworben. Sie wissen es nicht.

    Also lassen Sie doch einfach Ihre Falschbehauptung bleiben , danke!

    Neben den Fotos auf KA-News, gibt es Videos auf Baden-TV und corona.karlsruhe.de
    Überall werden Ihre Falschbehauptungen für alle sichtbar widerlegt.
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  •   Inchen
    (3 Beiträge)

    24.01.2021 22:10 Uhr
    Leider wahr
    Bin leider live vor Ort, und Maße mir genau aus diesem Grunde ein Urteil an.
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  •   likeka
    (590 Beiträge)

    25.01.2021 00:54 Uhr
    Aha.
    In der PK trugen weder Geissler noch Bentz eine FFP2-Maske.
    Diesen Fakt können Sie nicht bestreiten.

    Da müssen Sie ja schon ganz oben arbeiten, um zu wissen, welche Masken die Geschäftsführung so angeblich den ganzen Tag über trägt zwinkern

    Und falls es so sein sollte, dass Personal am ungetesteten Patienten ohne FFP2 arbeiten muss, würde ich mich ehrlich freuen, wenn Sie ka-news oder den BNN eine Email schreiben. Da sollte dann die Presse recherchieren und nachfragen.

    Ansonsten maße ich mir an, Ihre Aussagen als haltlose Unterstellung abzutun.
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