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Karlsruhe Karlsruher Montagsdemo fordert: Drei Wochen voller Lockdown! - die Lösung in der Pandemie?

In Zeiten der Corona-Pandemie sind Demonstrationen gegen die Maßnahmen der Regierung an der Tagesordnung. Auch mit dabei: die Karlsruher Montagsdemo. Sie setzt sich für die ein, die mit am meisten unter der Pandemie leiden und möchte auf die Versäumnisse der Regierung aufmerksam machen. Sie fordert einen drei Wochen langen vollständigen Lockdown. ka-news.de unterhielt sich mit dem Organisator Moritz Römmele.

Am vergangenen Montag fand auf dem Karlsruher Marktplatz eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung statt. Allerdings ging es nicht um die Einschränkung der Grundrechte, sondern um das "gescheiterte Krisenmanagement der Bundes- und Landesregierung", wie es in einer E-Mail an die Redaktion heißt. Doch um was genau ist damit gemeint?

"Pandemie nicht auf dem Rücken der Bevölkerung austragen"

Absender der Mail ist Moritz Römmele. Er ist Organisator der Montagsdemonstration auf dem Karlsruher Marktplatz. Mit seinen Mitstreitern fordert Römmele "konsequenten Gesundheitsschutz und nicht das Austragen der Pandemie auf dem Rücken der Bevölkerung zugunsten der Profite der Großkonzerne."

Moritz Römmele ist 37 Jahre alt und zweifacher Familienvater.
Moritz Römmele ist 37 Jahre alt und zweifacher Familienvater. | Bild: Thomas Riedel

"So wie es aktuell läuft, wird es lange dauern, bis wir die Pandemie in den Griff bekommen. Während die Masse der Bevölkerung mit erheblichen Einschränkungen leben muss und Zehntausende von Gaststätten, Kultur- und Freizeitbetriebe sowie Hunderttausende Arbeiter um ihre Arbeitsplätze bangen, läuft in der Industrie, insbesondere in der Produktion alles fast wie gehabt", meint Römmele. 

Dieses "alles läuft fast wie gehabt" stößt dem Karlsruher sauer auf. "Der Virus ist gefährlich und Schutz ist jetzt besonders wichtig. Doch in manchen Bereichen läuft es so wie sonst."

Auch bei der Arbeit engagiert

Als Gewerkschafter im Daimler-Werk in Wörth, sieht er sich täglich mit Missständen konfrontiert. "Im Betrieb stehen wir Hintern auf Hintern und in Sachen Schutz werden nur Dinge umgesetzt, die die Beschäftigten austragen müssen. Sachen die auf Lasten des Betriebes gehen werden nicht gemacht", erzählt der Familienvater im Gespräch mit ka-news.de. 

Bild: Thomas Riedel

So wurde laut Römmele, ein langsamer laufendes Band von Daimler nicht umgesetzt und um zusätzliche Pausen für Mitarbeiter, die Masken tragen müssten, musste lange gekämpft werden. "Die Beschäftigten müssen einfach vieles ausbaden." Hinzu kommt: Obwohl die Gewinnerwartung bei "Daimler übertroffen wurde, wurde Kurzarbeit angemeldet." 

In seinem Betrieb setzt sich der 37-Jährige für die Interessen seiner Mitarbeiter ein. Auf den Montagsdemos möchte er in Pandemie-Zeiten nun für die "Kleinen" und "Ärmeren" das Wort erheben. "Mini-Jobler und Leiharbeit leiden vor allem unter der Pandemie und brauchen nun Hilfe. Zusätzlich kann es nicht sein, dass Kultur und Gastronomie so lange auf die versprochenen Hilfen warten. Gleichzeitig bekommt die Lufthansa aber ganz schnell Milliardenhilfen", meint Römmele. "So was kann nicht sein und darauf wollen wir aufmerksam machen."

Abgrenzung von Querdenker-Bewegung

Wichtig ist Römmele dabei die klare Abgrenzung zur "Querdenken"-Bewegung. Mit Abstand und Maske wollen die Demonstranten sich für die "kleinen" unserer Gesellschaft einsetzten.

Bild: Thomas Riedel

"Wir leugnen die Pandemie nicht und Protest gegen die Politik der Bundes- und Landesregierung kann auch unter den notwendigen und richtigen Schutzmaßnahmen stattfinden", erklärt er und ergänzt: "Bei uns können Menschen Kritik üben, ohne zu gleich zu den Querdenkern zu gehören."

Zwischen 30 und 40 Menschen seien am Montag auf dem Marktplatz zusammengekommen, so Römmele. Thema: Ein mindestens drei Wochen langer vollständiger Lockdown, in allen Bereichen. "Natürlich abgesehen vom Lebensnotwendigen. Aber wenn auch Industrie oder auch die Kinderbetreuung drei Wochen zu bleiben, würde das die Zahlen deutlich drücken", findet Römmele.

Noch mehr Bilder von der Montagsdemo:

 

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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus hält Karlsruhe in Atem: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für die Fächerstadt und die Region in diesem Dossier.
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  •   andip
    (11241 Beiträge)

    03.02.2021 15:35 Uhr
    So viel ich weiss
    macht das Deutschland auch schon, Einreise nur mit negativem Test plus anschliessender Quarantäne.
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  •   Minna
    (122 Beiträge)

    03.02.2021 09:44 Uhr
    das wäre selbst
    mir zuviel des Guten, wie z.Z. in BW verfahren wird ist richtig gut
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  •   Apu
    (251 Beiträge)

    03.02.2021 09:22 Uhr
    Würde nur sinn ergeben
    Wenn sich tatsächlich alle daran halten und wenn endlich mal impfstoff da wäre, somit könnte man wärend des lockdowns mit mobilen stationen die impfungen voran treiben. Dies ist allerdings zu kompliziert und wohl nicht durchzuführen.
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  •   tom1966
    (1577 Beiträge)

    04.02.2021 07:58 Uhr
    Was passieren kann,
    wenn man sich nicht an die Regeln hält, zeigt ein aktueller Fall in Mühlheim a.d.Donau: Inzidenz bei fast 1000 und das vermutlich wegen einer Wandergruppe von 14 Personen und Missachtung der Quarantäne.

    siehe hier:Welt (analog dpa)

    Wie der Effekt wäre, wenn die aktuelle Maßnahmen zurückgenommen würden, kann sich jeder anhand diese Beispiels selbst ausmalen.
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  •   andip
    (11241 Beiträge)

    03.02.2021 08:23 Uhr
    Totaler Lockdown?
    Bis auf das Lebensnotwendige?
    Zum einen, was umfasst das Lebensnotwendige, da bleibt m.M. nach noch sehr viel übrig.
    Und zum anderen, wenn man alles schliesst, was jetzt noch offen hat, damit gibt man denen auch noch den Rest.
    Insbesondere die angesprochenen Mini-Jobber und Leiharbeiter, die wird danach erst recht keiner mehr brauchen.
    Was nutzt es, wenn wir dann alle den Virus losgeworden sind, aber die Wirtschaft dann endgültig kaputt ist.
    Der Staat wird es dann auch nicht mehr richten können.
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  •   tom1966
    (1577 Beiträge)

    03.02.2021 11:10 Uhr
    Wirtschaft
    Was wäre ihnen lieber: Drei Wochen harte Maßnahmen, die die Wirtschaft total lahmlegen oder weiter, wie bisher, ohne dass man sagen kann: "Dann und dann ist Schluss!"
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  •   Schillerlocke
    (590 Beiträge)

    05.02.2021 16:47 Uhr
    Sie glauben doch nicht ernsthaft,
    dass nach 3 Wochen Totallockdown das normale Leben so wie vor der Krise weiter geht. Das Virus wird nicht mehr verschwinden, so wie es im Moment aussieht. Da muss nur mal wieder eine neue Mutation auftauchen und schon wird wieder "eine epidemische Lage nationaler Tragweite" vom RKI ausgerufen und die Regierung kann nach Gutdünken durchregieren.

    Was will man denn noch alles schließen? Wie will man so etwas überwachen? Was bezweckt es? Wieso will man nicht lieber die Hotspots besser kontrollieren? Ich verstehe den Sinn dieser Forderung nicht so ganz. Wer ist eigentlich dieser Moritz Römmele? Was für Ziele verfolgt er wirklich?
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  •   Kojak
    (660 Beiträge)

    03.02.2021 11:32 Uhr
    Auch nach den drei Wochen
    wäre ja nicht Schluss. darauf haben andere Kommentatoren bereits hingewiesen. Die Zahlen würden zwar wohl schneller sinken als jetzt - aber um welchen Preis? Drei Wochen Gefängnis zuhause für alle Bürger?

    Und wo steht man nach den drei Wochen? Man ist keinen Schritt weiter. Da noch immer die Impfungen nahe Null sind, müsste man ohnehin weiter alles einschränken. Also Öffnungen im Handel usw. nur sehr eingeschränkt, weiterhin keine Veranstaltungen, Maskenpflicht unverändert,...
    Nein - für so ein Ergebnis würde ich mich nicht einsperren lassen. Würden wir nach den drei Wochen die volle Freiheit zurückbekommen (also alles offen, alles erlaubt, nie mehr Masken usw.), dann könnte man vielleicht vorsichtig darüber reden. Aber so: never.
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  •   Svantovit
    (175 Beiträge)

    03.02.2021 01:42 Uhr
    Verwechslungsgefahr?
    Herr Römmele sollte sich als Befürworter des "totalen Lockdowns" keine Gedanken machen, dass man ihn mit Querdenkern in einen Topf schmeißen würde, eher besteht die Gefahr, man könnte ihn für einen Anhänger des chinesischen Weges halten. Einfach die Bevölkerung wegschließen und den Schlüssel entsorgen, genauso verfährt das Pekinger Regime.
    Und wie Herr Römmele darauf kommt, dass Corona nach 3 Wochen Inhaftierung kein Thema mehr sein würde, das bleibt wohl sein Geheimnis.
    Wer auf der Suche nach betreutem Leben ist, kann sich nach Südostasien begeben.
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  •   Schillerlocke
    (590 Beiträge)

    05.02.2021 16:49 Uhr
    Für mich hört sich das eher
    wie die Salamitaktik von "No Covid "an.
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