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Karlsruhe Karlsruher Corona-Trend: Immer mehr junge Menschen infizieren sich

Seit mehreren Monaten beeinflusst das Corona-Virus das alltägliche Leben. Mit zahlreichen Einschränkungen und vorsichtigen Lockerungen konnte die Lage stabilisiert werden - doch wohin geht der aktuelle Trend? Von den Anfängen bis heute: Jede Woche gibt es einen Überblick über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Karlsruhe und einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.

1. Aktuelle Corona-Lage - Neuinfektionen leicht gesunken

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen verrät: Die Corona-Lage im Stadt- und Landkreis Karlsruhe hat sich stabilisiert. Waren in der vergangenen Woche 80 Personen in der Fächerstadt mit dem Virus infiziert, sind es am Mittwoch, 7. Oktober, 73. Damit hat sich die Anzahl der Infizierten sogar um sieben Personen leicht reduziert. 

Das ist allerdings nicht überall der Fall. Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnt in seinem aktuellsten Lagebericht: "Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten. Daher ist es weiterhin notwendig, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert."

Bild: Landratsamt Karlsruhe

Denn: Nicht nur ältere Menschen können sich mit dem Corona-Virus anstecken. Zunehmend sind auch jüngere Menschen betroffen. Der einzige Unterschied: Bei dieser Personengruppe laufen die Infektionen teils nur abgeschwächt oder gar ganz ohne sichtbare Symptome ab. Das kann für die Nachverfolgung der Infektionswege schnell problematisch werden.

Mehr junge Infizierte aufgrund neuer Teststrategie?

Um einer zu schnellen Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken, hat das RKI eine veränderte Teststrategie entwickelt. "Damit ist gemeint, dass in den letzten Monaten in großem Umfang symptomlose Menschen getestet wurden", erklärt das Gesundheitsamt Karlsruhe auf Nachfrage von ka-news.de. "Darunter fallen Reiserückkehrer, Lehrer, Schulklassen oder ganze Schulen." 

Diese Durchführungsweise sei - mit Ausnahme der Testung ganzer Schulen - auch in Karlsruhe inzwischen gang und gäbe. Der Vorteil der umfangreichen Tests: So sollen auch Fälle registriert werden, die zuvor, eben wegen fehlender Symptome, nicht aufgefallen wären.

Dadurch sei eine realistischere Abbildung des Infektionsgeschehens möglich, weil auch die sogenannte "Dunkelziffer" darunter fällt, so das Gesundheitsamt im Gespräch mit ka-news.de. Das hat dann zur Folge, dass zunehmend jüngere Menschen ins Visier des RKI geraten sind.

Junge Menschen schon einmal im Fokus

Das war im Verlauf der Krise allerdings schon einmal der Fall: Zu Beginn der Corona-Ausbreitung in Deutschland haben Rückkehrer aus Skigebieten erheblich zur Verbreitung der Pandemie beigetragen. Erst als sich das Virus in Kliniken und Pflegeheimen zunehmend ausbreitete, kamen vermehrt ältere Menschen hinzu.

(Symbolbild)
Durch die Ausbreitung von Corona in Pflege- und Altenheimen stieg der Altersdurchschnitt der Corona-Infektionen | Bild: Jens Büttner/zb/dpa

Durch die neue Testweise, Reiserückkehrer, die Öffnung von Schulen, Familienfeiern und Partys sinke das Durchschnittsalter aber wieder ab, da die Neuinfektionen jetzt aktive, jüngere Menschen betreffe. Das gehe nach Angaben des Gesundheitsamts aus Auswertungen der Epidemiologie hervor. Genaue Auswertungen der Zahlen aus Karlsruhe, welche Altersabschnitte hier konkret betroffen sind, liegen dem Gesundheitsamt aber nicht vor. 

Wird das Alter bei Infizierten weiter sinken?

Eine Frage die sich so nicht beantworten lässt. Dem Gesundheitsamt zufolge gebe es nicht "den einen" Grund, weshalb die Zahlen aktuell insgesamt wieder steigen und welche Personengruppen davon betroffen sein werden.

Viel mehr appelliert das Gesundheitsamt an alle Menschen, sich der richtigen Balance zwischen Zurückhaltung und sozialen Kontakten bewusst zu werden. Denn: Ob die Infektionszahlen weiter steigen, hänge ganz entscheidend von jedem Einzelnen ab.

2. Entwicklungen der Neuinfektionen in Karlsruhe

Im Verlauf der Corona-Pandemie hat Karlsruhe nun seinen dritten Höhepunkt hinter sich. Wie die Grafik zeigt, kletterte die Rate der Neuansteckungen während der Sommermonate und zum Schulbeginn erneut in die Höhe. Auch während der Herbst und Winterzeit ist ein erneuter Höhepunkt durch steigende Infektionszahlen nicht auszuschließen.

Neben den Lockerungen der Corona-Bedingungen ist das vor allem auf Reiserückkehrer aus Urlaubsländern und auf Privatfeiern zurückzuführen. Bei den bisherigen Corona Infektionen im Schulbetriebe hält sich der Kurvenanstieg in Grenzen.

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils rund eine Woche nach Einführung der Restriktionen war die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem RKI fünf bis sechs Tage.

In anderen Worten: Sollte es beispielsweise aufgrund der Urlaubsrückkehrer und der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften weiterhin zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später an den Zahlen abgelesen werden.

Dateiname : Aktueller RKI Bericht
Dateigröße : 1.24 MBytes.
Datum : 07.10.2020 13:38
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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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    (101 Beiträge)

    08.10.2020 14:47 Uhr
    Warum
    kosten eigentlich die Laboruntersuchungen für die PCR immer noch gleich viel? Wir sind in einer Pandemie. Die haben die Kapazität massiv erhöht, die Prozesse auf genau diese Untersuchung optimiert und noch immer wird das selbe Geld dafür verlangt.
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  •   andip
    (10649 Beiträge)

    08.10.2020 15:44 Uhr
    Die Testsubstanzen
    werden auch bei mehr Produktion nicht billiger.
    Und vor allem, die Personen, die die Tests auswerten, werden erst recht nicht billiger, wenn sie mehr arbeiten müssen.
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  •   Kommentar
    (101 Beiträge)

    08.10.2020 21:06 Uhr
    Vollkommen per Hand
    wird das nicht gemacht, das sind jetzt große Maschinen. Und natürlich können große Mengen effizienter und damit günstiger hergestellt werden. Das ist bei nahezu allen Dingen so.

    Es hat sich einfach niemand dazu berufen gefühlt, weder Behörden noch Krankenkassen, bei den Laboren mal die tatsächlichen Kosten zu ermitteln - und den Unterschied zu der Vor-Pandemie-Kalkulation zu berechnen.
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  •   Gegengerade1975
    (226 Beiträge)

    08.10.2020 23:31 Uhr
    Hä?
    Das machen jetzt große Maschinen?? Was für Maschinen? Meinen Sie einen Thermocycler? Sie können EINE Probe mit genauEINER „Maschine“ analysieren.
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  •   Kommentar
    (101 Beiträge)

    10.10.2020 00:02 Uhr
    Willkommen
    in der Zukunft zwinkern

    https://www.analytik-jena.de/produkte/life-science/pcr-und-qpcr/
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  •   Holzbiene
    (103 Beiträge)

    08.10.2020 12:32 Uhr
    Angstmache mit Zahlenspielereien
    Der PCR-Test bringt in der Praxis – von Probennahme über den Transport bis zum Labor – 1-2% falsch positive Ergebnisse. Die Testerei wurde massiv ausgeweitet mit der Folge, dass es massenweise falsch positive Resultate gibt. Die Zahlen bewegen sich nach wie vor im Bereich des statistischen Rauschens und bringen deswegen keinerlei Erkenntnisse, sind aber bestens geeignet, den Leuten gehörig Angst einzujagen.

    Der Fallzahlen-Fake

    Bei all dem sollte man sich wieder auf das ursprünglichen Ziel besinnen:

    Vermeidung einer Überlastung des Gesundheitssystems, Schutz der Risikogruppen

    Wir hatten nie eine Überlastung durch SARSCoV-2 – im Gegenteil: die eilends eingerichteten Beatmungsplätze in den Intensivstationen standen leer, Personal wurde sogar deswegen in Kurzarbeit geschickt. Andere, wichtige Therapien wurden abgesagt, viele starben deswegen.
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  •   tom1966
    (542 Beiträge)

    09.10.2020 11:16 Uhr
    Blick über die Grenzen!
    1. Sie haben glaube ich Komma vergesen, es sind nicht 1 - 2 % der Tests falsch positiv, sondern max. 0,1 - 02%, andere Quellen gehen sogar von ca. 0,01 % aus (Quelle)

    Ich würde empfehlen, mal einen Blick über die Grenzen nach Frankreich oder Spanien zu werfen, bevor Sie weiter die aktuell stark steigenden Infektionszahlen verharmlosen, indem Sie sie mit "falsch positiven Ergebnissen" erklären. Wenn alle 73 Neuinfizierten in KA "falsch positiv" wären und wenn man die bekannte Fehlerquote mit 0,2 % ausschöpft, so hätten in KA über 36 000 Menschen in der Woche getestet werden müssen und das ist unrealistisch, genauso wie die Annahme, unter diesen getesteten Personen sei nicht ein echt positiver.

    Selbst wenn es im Moment überwiegend jüngere Menschen betrifft, haben die denn keinen Kontakt mit älteren oder mit Personen, für die eine Ansteckung wein erhöhtes Risiko bedeutet?
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  •   Propagandahilfskraft
    (1605 Beiträge)

    12.10.2020 09:23 Uhr
    Ich habe auf die Mitteilung eines Labors in Augsburg verlinkt ...
    ... und aus dieser kann man zweifelsfrei entnehmen, dass dieses Labor jeden der sich mit einem Schnupfenvirus der die gleiche RNA-Sequenz wie SARS-CoV-2 enthält ebenfalls als SARS-CoV-2 positiv gezählt wird. In der Erkältungssaison sind sehr viele Menschen infiziert, aber nur wenige erkranken auch. Da sind Fehlerraten im soliden einstelligen Prozentbereich alternativlos und alles andere als überraschend und unerwartet. Wenn das Vorgehen dieses Labors häufiger angewendet wird haben wir bzgl. der PCR-Tests weitgehend Datenmüll. Es sind nicht die Verunreinigungen, die das Problem machen, es sind die fehlerhaften Interpretationen der positiven Tests auf die einzelnen Sequenzen.

    Ach so, ja: In Afrika haben die Menschen sehr schlechte Erfahrungen mit solchen Fake-Positiven. Die wurden dort benutzt um die Rechtfertigung für großflächige Menschenversuche zu haben. Da ist das Misstrauen sehr gut nachzuvollziehen. Das Misstrauen dort rettet Menschenleben.
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  •   Holzbiene
    (103 Beiträge)

    09.10.2020 12:06 Uhr
    Zum PCR-Test
    Die Hersteller der PCR-Tests sagen klar, dass ihre Tests nicht für diagnostische Zwecke geeignet sind. Sie können sinnvoll nur zur Verfeinerung einer Diagnose eines Atemwegsinfektes benutzt werden.

    Tests ohne Vorliegen eines Atemwegsinfektes sind medizinisch sinnlos.

    Entgegen anders lautenden Behauptungen weist der PCR-Test auch keine SARS-CoV-2 Viren nach, sondern lediglich 2 bis 3 Fragmente davon. Darüber, ob die von einem infektionsfähigen Viruspartikel stammen, oder nur "Abfälle" der erfolgreichen Auseinandersetzung des Immunsystems mit Viruspartikeln sind, macht der Test keinerlei Aussagen.

    Gefährlich sind nur echte Erkrankunge, denn die produzieren und verbreiten tatsächlich Viren, die weitere Personen anstecken können – die machen sich jedoch durch eine Atemwegserkrankung bemerkbar, die jeder Arzt auch ohne Test diagnostizieren kann.

    Symptomlose Infektionen sind harmlos und schaffen die Herdenimmunität.

    Deswegen: Schutz der Risikogruppen statt Schikanierung der Jungen!
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  •   Holzbiene
    (103 Beiträge)

    09.10.2020 11:52 Uhr
    Nicht nur der Test selbst hat eine Fehlerquote
    Zitat von tom1966 Sie haben glaube ich Komma vergesen, es sind nicht 1 - 2 % der Tests falsch positiv, sondern max. 0,1 - 02%, andere Quellen gehen sogar von ca. 0,01 % aus


    Das ist die Theorie, die von einer perfekten Probe ausgeht…

    In der Praxis sind die Proben aber leider zu oft nicht (mehr) perfekt, wenn sie im Labor ankommen: kontaminiert durch unsachgemäße Probennahme, unsachgemäße Lagerung, zu langem Transport etc. pp. Der Teufel steckt wie immer im Detail.

    Unter dem Strich verschlechtert sich die Zuverlässigkeit auf die genannten 1-2 % falsch Positive.

    Im Übrigen wird mittlerweile die derzeitige "Teststrategie" – die in Wirklichkeit gar keine ist, sondern einfach nur blindwütiges Rumagieren – nicht nur von den bekannten Kritikern angezweifelt. Auch eine ganze Reihe Ärzte und Labormediziner halten das, was derzeit veranstaltet wird, für nicht sachgerecht.
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