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Karlsruhe Karlsruher Corona-Inzidenz im Sturzflug - Gesundheitsamt erklärt: Darum sinken die Zahlen jetzt so schnell

Seit über einem Jahr beeinflusst das Corona-Virus das alltägliche Leben. Inzwischen ist die dritte Welle, ausgelöst durch eine Corona-Mutation, gebrochen und die Infektionszahlen beginnen zu sinken - doch wohin geht der Trend? Von den Anfängen bis heute: Jede Woche gibt es einen Überblick über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Karlsruhe und einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.

1. Aktuelle Corona-Lage: Inzidenz sinkt weiter

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt: Die Corona-Lage im Stadt- und Landkreis Karlsruhe bleibt weiterhin angespannt, denn: Die Anzahl der Neuinfektionen befindet sich immer noch auf einem hohen Niveau. Dennoch ist in ganz Deutschland ein Abwärtstrend zu beobachten, der inzwischen auch Karlsruhe erreicht hat. 

Zum Vergleich: Waren am Mittwoch, den 26. Mai, noch 295 Personen mit dem Virus infiziert, so sind es am Montag, 31. Mai, 217. Der 7 Tage-Inzidenzwert liegt im Stadtkreis Karlsruhe bei 24 und im Landkreis bei 30,3. 

Bild: Landratsamt Karlsruhe

Dennoch warnt das Robert Koch Institut (RKI) in seinem aktuellsten Lagebericht: "Das Robert Koch-Institut schätzt trotz des aktuell beobachteten Rückgangs aufgrund der noch immer hohen Fallzahlen und der Verbreitung von einigen SARS-CoV-2 Varianten, die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt weiterhin als sehr hoch ein."

Wieso sinken die Zahlen plötzlich so schnell?

Der Sommer scheint gerettet. Nach Monaten des Lockdowns und des Verzichts machen Lockerungen in Gastronomie, Einzelhandel und Co. wieder Hoffnungen auf einen normalen Alltag. Und das zu Recht: Wie die Covid-19 Lagekarte zeigt, sinken die Neuinfektionen und die damit einhergehende Inzidenz immer weiter in Richtung 0.

 Vor allem für den Stadtkreis hat sich die Inzidenz innerhalb kürzester Zeit quasi halbiert. Aber warum passiert das alles so schlagartig? Ist dieser Abfall - trotz mangelnder Impfstofflieferungen - tatsächlich "nur" dem Fortschreiten der Impfkampagne geschuldet?

Patienten warten im Corona-Impfzentrum Messe Berlin auf die Impfung mit dem Biontech-Pfizer Impfstoff. Der Koordinator der letzten großen bundesweiten Pandemie-Übung 2007 beklagt eine unzureichende Umsetzung der damaligen Erkenntnisse in der heutigen Corona-Krise.
Patienten warten im Corona-Impfzentrum. | Bild: Christoph Soeder/dpa

Ganz so einfach ist es dann aber nicht. Denn laut dem Karlsruher Gesundheitsamt sei dieses "Phänomen" nicht nur in Karlsruhe, sondern deutschlandweit zu beobachten. "Das ist keine besondere Entwicklung in Karlsruhe", heißt es auf Anfrage von ka-news.de. Vielmehr sei dieser Erfolg einer Vielzahl von Faktoren geschuldet, die das Gesundheitsamt wie folgt zusammenfasst:

  •  Positive Nacheffekte der Kontaktbeschränkungen und Maßnahmen in der jüngeren Vergangenheit ("Bundesnotbremse")
  • Die steigende Impfquote
  • Das verantwortliche Verhalten der Bevölkerung
  • FFP2-Masken werden/wurden verstärkt genutzt
  • Ferienzeiten und damit weniger Kontakte in Schule, Kita oder bei der Arbeit
  • Günstige Wetterbedingungen und damit mehr Treffen im Freien, statt in der häuslichen Umgebung und in Innenräumen
  • Weitreichende Testmöglichkeiten wie Teststationen, in Schulen/Kitas, bei Arbeitgebern et cetera. Dies sorge dafür, dass positive Covid-19-Fälle sehr viel früher bekannt werden können als noch vor einigen Monaten, als es diese Test-Infrastruktur noch nicht gab. In der Folge können sich die Betroffenen schneller in Quarantäne begeben und Folgeinfektionen vermieden werden.

Wo gibt es noch "Infektionsherde"?

Doch trotz aller Freude über die niedrigen Zahlen: Nach Angaben des Gesundheitsamtes können 25 Prozent aller Infektionsquellen immer noch nicht nachverfolgt werden. 49 Prozent stecken sich in der eigenen Familie an.

Ansonsten tragen der Freundeskreis (zwei Prozent), Reiserückkehrer (ein Prozent) und die Arbeit (neun Prozent) zum aktuellen Infektionsgeschehen bei. 14 Prozent ordnet das Gesundheitsamt der Kategorie "sonstiges" zu. Damit sind zum Beispiel Ausbrüche in Einrichtungen gemeint. 

Bei einigen Menschen zeigt der Corona-PCR-Test ein positives Ergebnis an, obwohl die Infektion schon länger zurückliegt und es auch keine erneute gibt. Forscher haben eine mögliche Erklärung dafür.
(Symbolbild) | Bild: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

Auch die kürzlich erlassenen Lockerungen könnten unter Umständen wieder eine Erhöhung der Neuinfektionen erwirken. "Hier wagen wir keine Prognose, es ist aber gut möglich, dass durch die gelockerten Kontaktbeschränkungen auch wieder mit steigenden Infektionszahlen einhergehen werden. Ob die Zahlen letztlich wieder steigen und gegebenenfalls Lockerungen erneut zurückgenommen werden müssen, hängt also vom Verhalten jedes Einzelnen ab, inwieweit Kontakte stattfinden und dabei die AHA-Regeln eingehalten werden", heißt es gegenüber ka-news.de.

2. Entwicklungen der Neuinfektionen in Karlsruhe

Im Verlauf der Corona-Pandemie hat Karlsruhe nun mehrere Hochs und Tiefs hinter sich. Wie die Grafik zeigt, kletterte die Rate der Neuansteckungen zuletzt im November 2020 in die Höhe, danach im März 2021. Inzwischen sind die Zahlen deutschlandweit aber wieder am Sinken, was unter anderem der fortschreitenden Impfkampagne zugeschrieben wird.

Dennoch sind Infektionsketten oft nicht mehr bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen, weshalb eine eindeutige Zuordnung schwierig ist. 

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen jeweils ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils rund eine Woche nach Einführung der Restriktionen war die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) fünf bis sechs Tage. In anderen Worten: Sollte es aufgrund der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später an den Zahlen abgelesen werden.

Dateiname : RKI Bericht 30.05
Dateigröße : 2.15 MBytes.
Datum : 31.05.2021 12:31
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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus hält Karlsruhe in Atem: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für die Fächerstadt und die Region in diesem Dossier.
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  •   Adrian
    (9 Beiträge)

    01.06.2021 13:48 Uhr
    Und so war der Verlauf:
    - Im April wurde mit den Schnelltests plötzlich viel viel mehr getestet, die PCR tests waren plötzlich stark vorselektiert, so dass viel mehr Infektionen gefunden wurden. Die Zahlen stiegen wegen zusätzlicher Tests zuerst, eventuelle Effekte durch den beginnenden Frühling wurden dadurch zunächst maskiert.
    - In der 2. Aprilhälfte stagnieren die Zahlen bei sehr vielen Tests (Vor allem Schnelltests, aber fast alle positiven Schnelltests werden PCR-verifiziert und landen auch in der Statistik.
    - Ab Mai bricht der Frühlingseffekt und der Effekt durch die untebrochenen Infektionsketten (dank der massenhaften Tests) voll durch.

    Es ist doch völlig logisch, dass durch massive Mehrtestung die Zahlen erst mal steigen weil das Dunkelfeld aufgehellt wird.
    Und nach 1 Monat fallen die Zahlen dann, weil die Tests wirken.
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  •   Kommentar
    (898 Beiträge)

    02.06.2021 14:37 Uhr
    Ich würde die Jahreszeit
    höher bewerten, besonders dann, wenn man den Verlauf in diesem Jahr mit letztem Jahr vergleicht.
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  •   Motorhead
    (539 Beiträge)

    02.06.2021 07:18 Uhr
    Inwiefern wirken Tests?
    Wenn Frauen Schwangerschaftstests machen gibt es dann mehr Kinder?
    Sollten sie nach Ihrer Logik.
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  •   Jossele
    (123 Beiträge)

    02.06.2021 21:06 Uhr
    seit wann
    ... ist Schwangerschaft ansteckend? zwinkern
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  •   Adrian
    (9 Beiträge)

    02.06.2021 10:11 Uhr
    Der Vergleich hinkt
    Bei Schwangerschaften werden auch ohne Test alle erkannt. Spätestens nach 9 Monaten hat man ein eindeutiges Ergebnis. Es gibt keine Dunkelziffer.

    Bei Covid-19 gibt es anscheinend viele asymptomatische Verläufe und noch mehr mild-symptomatische Verläufe. Wenn man nur schwierig an einen Test kommt (vor allem erste Welle), dann werden sich viele mit leichten Erkältungssymptomen nicht testen. Oder eine Familie, wo der Papa positiv getestet ist, die ganze Familie in Quarantäne und nach 1 Woche hat die ganze Familie milde Symptome; warum sollte man da die ganze Familie testen?
    Deswegen ist die Dunkelziffer sehr hoch, je nach Abschätzung Faktor 2-10.

    Deswegen bringt mehr testen mehr Fälle zu Tage. Und das ist gut so um Infektionsketten zu unterbrechen.

    Es ist natürlich nicht so, das 2x so viel testen 2x so viele positive Fälle ergibt. Aber wenn man die Testzahlen verzehntfacht, könnte ich mir schon vorstellen, dass man 2x so viele positive Fälle findet.
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  •   Adrian
    (9 Beiträge)

    02.06.2021 10:14 Uhr
    noch was zu Dunkelziffer
    Um ganz korrekt zu bleiben gibt es natürlich auch eine Dunkelziffer bei Schwangerschaften, wenn es zu einem unbemerkten Abort in den ersten Wochen kommt (das passiert öfter als man denkt).
    Dementsprechend würde man sicher mehr Schwangerschaften entdecken, wenn man alle Frauen systematisch wöchentlich testet.
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  •   Apu
    (224 Beiträge)

    01.06.2021 10:26 Uhr
    Ganz ehrlich
    Das ist schon merkwürdig wie schnell die zahlen sinken.
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  •   Motorhead
    (539 Beiträge)

    02.06.2021 07:17 Uhr
    Was ist daran merkwürdig?
    Es ist einfach nur logisch, siehe auch Impfungen, einhalten der AHA-Regeln usw.
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  •   Jossele
    (123 Beiträge)

    01.06.2021 11:11 Uhr
    Gefühlt
    stimme ich zu - nach dem Winter fühlt es sich komisch an. Logisch finde ich es gut nachvollziehbar.
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  •   FG1961
    (514 Beiträge)

    01.06.2021 06:35 Uhr
    Der Inzidenzwert ist lediglich eine statistische Größe,
    welche nicht den kritischen Zustand einer Pandemie beschreibt. Die Positiv Quote lag in der KW20.2021 bei etwa 6 Prozent. In der KW20.2020 bei knapp 2 Prozent. [Quelle RKI - Testzahlen]. Weiterhin fehlen Daten (Getestete und Geimpfte) um die Pandemie besser einzuschätzen.
    Weiterhin die AHA-Regeln einhalten und gut ist.
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