9  

Karlsruhe Wer hat wen mit Corona angesteckt? Das sollen in Karlsruhe spezielle Teams herausfinden

Kontaktverfolgung: Das ist das Gebot der Stunde, wenn es darum geht, die weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Wird eine Infektion bekannt, sollen alle Personen in der Umgebung zielgerichtet getestet werden. Für diese Arbeit ist viel Personal notwendig: Pro 20.000 Einwohner soll mindestens ein Team mit fünf Mitarbeitern zur Verfügung stehen.

Bund und Länder haben sich geeinigt: Es werden in jeder Stadt Teams eingerichtet, die die Infektionsketten nachverfolgen. "Mindestens fünf Personen pro 20.000 Einwohner", heißt es in dem Beschluss vom 15. April. In Karlsruhe sind das rund 80 Personen, die an nun in der Kontaktverfolgung eingesetzt und die Ausbreitung Corona-Virus analysieren werden.

Proben mit Abstrichen werden in einem Labor auf das Coronavirus untersucht.
Proben mit Abstrichen werden in einem Labor auf das Coronavirus untersucht. | Bild: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

"Die Nachverfolgung und Isolation von Personen, die Kontakt mit Infizierten hatten - die sogenannte Containment-Strategie - ist eine der vordringlichsten und auch personalintensivsten Aufgaben des Gesundheitsamts", teilt der Landkreis auf Nachfrage von ka-news.de mit. Es sind erhebliche zusätzliche Personalkapazitäten, die dafür dort geschaffen werden müssen.

Personen werden ausfindig gemacht - erste Erfolge

Um dies zu stemmen, wurde das Amt in bereits durch zusätzliche Mitarbeiter verstärkt. Zudem fanden interne Umschichtungen statt. "Die vom Land angekündigte Personalverstärkung begrüßen wir sehr", so der Landkreis als Träger des Gesundheitsamtes.

Erste Erfolge der bisherigen Arbeit zeichnen sich bereits ab: "Wir konnten bei nahezu allen Fällen entsprechende Personen ermitteln und isolieren - und auf diese Weise bislang Infektionsketten unterbrechen", so der Landkreis weiter. Dies könne daran abgelesen werden, dass sich die Zahl der Neuinfektionen in und um Karlsruhe nicht exponentiell entwickelt hat. 

Bundeswehr kann helfen

Sind Gebiete besonders von Neuansteckungen betroffen, kann auch die Bundeswehr mit geschultem Personal zur Unterstützung eingesetzt werden. So heißt es im gemeinsamen Beschluss des Bundes mit den Ländern. Ziel ist, alle Infektionsketten nachzuvollziehen und möglichst schnell zu unterbrechen.

Um das Meldewesen der Fallzahlen zu optimieren und die Zusammenarbeit der Gesundheitsdienste mit dem RKI bei der Kontaktnachverfolgung zu verbessern, führt das Bundesverwaltungsamt online- Schulungen durch. Zudem plant das Bundesministerium für Gesundheit ein Förderprogramm zur technischen Aus-und Aufrüstung sowie Schulung der lokalen Gesundheitsdienste. 

 

Mehr zum Thema
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (9)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Freigeist1
    (1438 Beiträge)

    18.04.2020 22:20 Uhr
    Ob die Bundeswehr
    da kompetent ist? Es gibt doch derzeit jede Menge andere freigestellte Bedienstete von Stadt und Land, die man da einsetzen könnte. Meine Erfahrung: Bundeswehrler sind nicht immer die Hellsten und warten tendenziell gerne auf Befehle von "oben". Kommunikation mit normalen Bürgern - also ich weiss ned....
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Reger
    (275 Beiträge)

    18.04.2020 11:14 Uhr
    Erläuterung
    Mir fehlt die Erläuterung, wie das technisch erfolgen soll. Das wird bisher nicht allgemeinverständlich erklärt. Man hört nur App. Ja und weiter. Was brauchs noch dafür?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Toleranz
    (259 Beiträge)

    18.04.2020 10:40 Uhr
    Wenn das keine 'Bedrohung' ist
    Das ganze klingt sehr suspekt. Wenn jemand bei uns vorbeischaut, soll er rasch laufen, und die Bundeswehr will ich schon gar nicht in den Innenstädten haben, und dreimal nicht in den Häsuer zur 'Zwangsgenesung'.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Avatar
    (831 Beiträge)

    18.04.2020 11:29 Uhr
    Wo steht
    so etwas? Schon im Panikmodus?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   maehdrescher
    (1452 Beiträge)

    18.04.2020 12:25 Uhr
    Die Bundeswehr
    soll zur Unterstützung eingesetzt werden, also zur Nachverfolgung von Kontakten. Das bedeutet in der Tat, dass demnächst ein Hauptfeldwebel in Ihrer Wohnung stehen könnte, falls Sie unter "Corona-Verdacht" geraten.

    Da wären linke Aktivisten richtig begeistert, nehme ich an...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Avatar
    (831 Beiträge)

    18.04.2020 22:30 Uhr
    Beleidigung
    Wie immer!
    Passen Sie nur auf dass Sie nicht mal eine Anzeige bekommen. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Sie sind unverschämt und beleidigen hier drin ohne Unterlass entweder andere Kommentatoren oder Politiker. Macht sich richtig gut diese Hetze. Bah was für ein fieser Charakter. Wahrscheinlich 1,62 gross, beruflich nix Nennenswertes, von der Ehefrau unterdrückt und dann hier die Leute bashen, damit Sie sich endlich mal gross fühlen dürfen.
    Leider scheinen Sie bei ka news einen Buddy zu haben, der dafür sorgt dass Sie nie gesperrt werden. Wenigstens etwas Schönes in Ihrem kleinen Leben.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   silberahorn
    (10470 Beiträge)

    18.04.2020 16:15 Uhr
    Missverständnis
    So lautet der Text: Sind Gebiete besonders von Neuansteckungen betroffen, kann auch die Bundeswehr mit geschultem Personal zur Unterstützung eingesetzt werden.
    Das ist der zweite Schritt, wenn bereits die Kontaktketten nicht mehr nur in kleinen Kreisen nachvollziehbar sind und wenn viele Personen in Quarantäne müssen.
    Dann werden Soldaten dafür benötigt, dass Quarantänestationen aufgebaut und organisiert werden.
    Für eine Auslese sind sie nach meinem Verständnis nicht vorgesehen. Sie verstärken nur den Teil der Arbeit, wenn es nach Kontaktermittlung viele positiv Gesteteste gibt.

    Es wäre aber durchaus wichtig, wenn das konkreter vermittelt wird und nicht zu Missverständnissen führen kann.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   kritiker_2014
    (503 Beiträge)

    17.04.2020 23:02 Uhr
    Wie will mann die Infektionskette
    zurück verfolgen?
    Das halte ich für fast unmöglich.
    Wenn ich täglich die Tram aus beruflichen Gründen benutze wird man nie und nimmer feststellen können
    wer mich oder ich jemanden angesteckt habe sollte ich infiziert sein.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Kommentar
    (65 Beiträge)

    17.04.2020 21:31 Uhr
    Toll
    Ein bis zwei Monate zu spät. "Gebot der Stunde"? Aber immerhin jetzt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.