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Frankfurt/Main Homeoffice und weniger "Pendelei": Ziehen mehr Menschen nun ins Umland?

Warum in der teuren Stadt wohnen, wenn man ohnehin immer öfter von zu Hause arbeitet? Der Trend zum Homeoffice könnte das Wohnen im Umland attraktiver machen, meinen Ökonomen. Das trifft aber nicht auf alle Städte zu.

Der Trend zum Homeoffice kann Immobilienexperten zufolge die Wohnungsmärkte in Großstädten entlasten und eine Chance für das Umland sein.

Blick über den Weinberg am Turmberg.
Blick über den Weinberg am Turmberg. | Bild: Carmele | TMC Fotografie

"Mit dem Arbeiten von Zuhause könnte ein größerer Umkreis um die Metropolen attraktiv werden", sagte Michael Voigtländer, Immobilienexperte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Wer nur zwei Mal die Woche ins Büro kommen müsse, könne auch weitere Wege zum Pendeln in Kauf nehmen.

Homeoffice: Chance für ländliche Regionen?

Das Homeoffice sei daher auch eine Chance für ländliche Regionen. Die Menschen bräuchten dort aber eine gute Infrastruktur mit Schulen, Kitas, schnellem Internet und auch etwas Kulturangebot. "Die Wohnungsmärkte sind schon sehr auf die Metropolen konzentriert", sagte Vogtländer.

Der kleine Notebook-Bildchirm reicht nicht mehr? Kein Problem: Die Monitor-Lösung in Gestalt des Fernsehers steht meist nicht weit entfernt.
Arbeiten im Homeoffice. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-tmn

Er erwarte zwar keinen Ansturm auf das Land. Die Ballungsräume blieben attraktiv, da Dienstleistungsjobs in den Städten entstünden und Hochqualifizierte anzögen. "Das Einzugsgebiet der Metropolen könnte sich aber erweitern." In der Folge könnten sich die Preisanstiege bei Immobilien in Großstädten verlangsamen.

Auch nach Corona: Homeoffice bleibt

Homeoffice und Onlinekonferenzen dürften auch nach der Corona-Krise die Arbeitswelt prägen. 73 Prozent der Firmen, die in der Pandemie verstärkt auf das Arbeiten von zu Hause setzen, planen künftig mehr davon anzubieten, wie eine Umfrage des Münchner Ifo-Instituts unter knapp 800 Personalleitern ergab.

Turm der evangelischen Stadtkirche, im Hintergrund das Karlsruher Wahrzeichen, das Schloss.
Turm der evangelischen Stadtkirche, im Hintergrund das Karlsruher Wahrzeichen, das Schloss. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Eine dauerhafte Zunahme des Homeoffice könnte die Wohnungsnachfrage verändern, analysierte jüngst auch der Immobilienspezialist JLL. Bei einer großen Wohnkostenbelastung in der Stadt und einem hohen Preisgefälle zum Umland würden angrenzende Regionen attraktiver.

"Damit könnten die Kosten einer erhöhten Pendelzeit aufgewogen werden", schrieb JLL-Experte Helge Scheunemann. Zumal sich mit der Corona-Krise Wohnwünsche ändern dürften: Etwa das Bedürfnis nach einem Arbeitszimmer, Garten oder Balkon und generell mehr Platz.

 

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  •   Route66
    (2822 Beiträge)

    25.08.2020 16:08 Uhr
    So mancher glaubt
    im Umland gäbe es Mietwohnungen und Baugrundstücke für alle, die aus der Stadt rauswollen. Na dann viel Spaß und Geduld beim Warten....bis man dran ist auf der ellenlangen Warteliste. Da gehen schon einige Jahre ins Land.
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  •   UngueltigDannZuLang
    (140 Beiträge)

    25.08.2020 15:04 Uhr
    Nach Ansicht der Immobilien-Experten
    muss Corona auch fuer eine weitere Zersiedelung der Landschaft herhalten. Wittern da welche schon das grosse Geschaeft? (Sorry, war jetzt nicht appetitlich) Auf der anderen Seite finde ich fallende Mieten in Grossstaedten gar nicht so verkehrt. Vielleicht kann sich dann auch der Polizist, die Baeckerei- oder Fleischwaren-Fachverkaeuferin, ganz zu schweigen von Pflegerinnen, Bedienungen, Buss- bzw Strassenbahnfahrerinnen oder Raumpflegerinnen einen Wohnort in der Naehe ihrer Arbeitsstaette leisten.
    Alles besser, als nach zwei Kilometern im Wald wieder auf ein Industriegebiet, eine Eigenheimsiedlung oder eine Auto-Schneise oder einen Auto-Damm zu treffen.
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  •   Weichei
    (781 Beiträge)

    25.08.2020 11:03 Uhr
    Ja rein ins Umland
    und dort auch Alles zupflastern. Warum nicht ins billigere Ausland ziehen. Home office? Klar doch Internet machts moeglich.
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  •   mueck
    (11896 Beiträge)

    25.08.2020 13:27 Uhr
    ...
    ... oder in der Stadt bleiben und Auto abschaffen, spart genauso viel Geld ...
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  •   barheine
    (395 Beiträge)

    25.08.2020 08:45 Uhr
    Ich glaube, dass wir in den kommenden Jahren einen gewaltigen Leerstand an Büroflächen bekommen werden. Und trotzdem werden auch in Karlsruhe immer noch gewaltige Bürotürme aus dem Boden gestampft. Da hat mancher offenbar den Schuss noch nicht gehört.
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  •   mueck
    (11896 Beiträge)

    25.08.2020 13:28 Uhr
    !
    Als wenn man laufende Projekte so einfach sinnvoll abbrechen kann ...
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