68  

Karlsruhe Immer mehr Corona-Infizierte in Karlsruhe: Was die Zahl der Tests mit dem Anstieg zu tun hat

Seit mehreren Monaten beeinflusst das Corona-Virus das alltägliche Leben. Mit zahlreichen Einschränkungen und vorsichtigen Lockerungen konnte die Lage stabilisiert werden - doch wohin geht der aktuelle Trend? Von den Anfängen bis heute: Jeden Mittwoch gibt es einen Überblick über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Karlsruhe und einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.

1. Aktuelle Corona-Lage: 70 Infizierte in Karlsruhe

In der Stadt Karlsruhe steigen die Infektionszahlen immer weiter an. Am Mittwoch, 26. August, sind 70 Einwohner der Stadt infiziert. In der vergangenen Woche lag die Zahl bei 39, wiederum eine Woche zuvor lediglich bei 20. 

Der gesamte Landkreis Karlsruhe zählt aktuell 156 Corona-Infizierte, auch hier ist der Aufwärtstrend nicht zu übersehen. "Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden", schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellsten Lagebericht. 

Seit einigen Wochen werden in Deutschland wieder vermehrt Tests durchgeführt. Mit der Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten und dem Angebot der freiwilligen Tests für jegliche Urlauber ist die Anzahl der Tests in die Höhe geschnellt.

'Mehr Tests führen auch zu mehr positiven Ergebnissen' - so die simple Erklärung vieler Bürger. Doch die Zahlen zeigen: Ungeachtet der erhöhten Testungen konnte sich das Corona-Virus wieder verstärkt in unserer Gesellschaft verbreiten.

Jede Woche veröffentlicht das Robert Koch-Institut die Zahl der durchgeführten Tests in Deutschland - und noch viel wichtiger: den Anteil der positiven Befunde. So wurden in der Woche ab dem 12. Juli rund 500.000 Tests ausgewertet, 0,59 Prozent fielen positiv aus. In der vergangenen Woche zeigten bei 800.000 Tests 0,96 Prozent ein positives Ergebnis.

Das bedeutet: Trotz der höheren Testzahl steigt die Rate der positiven Befunde. "Den Anstieg der Infektionszahlen nur auf mehr Tests zurückführen zu wollen, wird der Situation nicht gerecht", erklärt das Gesundheitsamt Karlsruhe auf Nachfrage von ka-news.de. "Deshalb ist das Bild nicht verzerrt, sondern bildet im Gegenteil das Infektionsgeschehen realistischer ab: Es ist tatsächlich höher."

2. Entwicklung der Neuinfektionen in Karlsruhe

Derzeit steigen die Neuinfektionen mit jeder Woche stärker an. Noch vor kurzem schien sich die Lage in Karlsruhe stabilisiert zu haben und die wöchentlich gemeldeten Neuinfektionen ließen sich über mehrere Wochen hinweg an einer Hand abzählen. Nun wurden innerhalb einer Woche 30 neue Fälle im Landkreis gemeldet.

Der derzeitige Anstieg könnte einen dritten Höhepunkt der Neuansteckungen für Karlsruhe bedeuten. Wie die Grafik zeigt, klettert die Rate der Neuansteckungen aktuell zum dritten Mal in die Höhe.

Nach dem großen Ausbruch in März und April hat die Fächerstadt bereits eine zweite, kleinere Spitze hinter sich: Nachdem das Infektionsgeschehen über mehrere Wochen nahezu zum Stillstand kam, stiegen Ende Juni die Zahlen wieder an.

Wie konnte es bereits vor der Urlaubssaison zu einem zweiten Höhepunkt kommen? Im Wesentlichen steht das Infektionsgeschehen Ende Juni mit den Vorfällen in einer Karlsruher Freikirche in Zusammenhang, teilt das Gesundheitsamt Karlsruhe mit. Während eines Gottesdienstes hatten sich 22 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. Familiäre Kontakte hatten die gegenseitige Ansteckung begünstigt.

Fast zeitgleich war das Virus unweit von Karlsruhe am Edith-Stein-Gymnasium in Bretten ausgebrochen. Hier haben sich fünf Personen - vier Schüler und eine Lehrerin - mit dem Virus infiziert. Nach wenigen Tagen Schulschließung und über 60 negativen Tests wurde der Unterricht wieder aufgenommen.

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, das Corona-Virus in seine Schranken zu weisen. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils rund eine Woche nach Einführung der Restriktionen war die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem RKI fünf bis sechs Tage.

In anderen Worten: Sollte es beispielsweise aufgrund der Urlaubsrückkehrer und der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften weiterhin zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später an den Zahlen abgelesen werden. 

Zur aktuellen Lage-Einschätzung des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de.

 

Mehr zum Thema
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus hält Karlsruhe in Atem: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für die Fächerstadt und die Region in diesem Dossier.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (68)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   kunvivanto
    (498 Beiträge)

    26.08.2020 15:45 Uhr
    oder
    oder man hat früher, mit weniger Tests, viele leichte Fälle überhaupt nicht bemerkt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   fahrbahnteiler
    (383 Beiträge)

    26.08.2020 15:36 Uhr
    Inzwischen
    sind die Hauptrisikogruppen recht gut geschützt und es erkranken vorwiegend Menschen mit intaktem Immunsystem. Im Grunde könnten wir langsam die meisten Beschränkungen aufheben, weil eine Überlastung des Gesundheitssystems praktisch auszuschließen ist.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   HerrNilson
    (1700 Beiträge)

    26.08.2020 17:14 Uhr
    Welche Hauptrisikogruppen
    sind das, die nun gut geschützt sind? Die Hauptrisikogruppe sind 33-59 jährige...letzter Stand.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   HerrNilson
    (1700 Beiträge)

    26.08.2020 14:53 Uhr
    In Schweden
    USA, Brasilien usw. nicht. Dort wird gestorben als ob es kein Morgen gäbe:

    Schweden
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   fahrbahnteiler
    (383 Beiträge)

    26.08.2020 15:33 Uhr
    Fake News
    Die Zahlen in Schweden sind inzwischen unauffällig. Hör doch mal endlich mit dieser Panikmache auf.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   357.Magnum
    (224 Beiträge)

    26.08.2020 22:15 Uhr
    völliger Quatsch
    Schweden hat eine , zur Anzahl der Bevölkerung, höchsten Sterberaten durch das Virus.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   udoh
    (1961 Beiträge)

    26.08.2020 17:49 Uhr
    Die Übersterblichkeit dort ist keine "Panikmache"
    Und über 800.000 Tote klein zu reden sehe ich als menschenverachtend für eine Party, Bequemlichkeit oder ein "paar Dollar mehr" an Einnahmeaussichten.
    Für diejenigen die jetzt nicht an egoistischen Spaß, sondern an Geschäfte denken:
    Wenn wir das Virus durch vernünftiges Verhalten klein bekommen, gehen wir auch wieder gerne in die Kneipe und zum Einkaufsbummel um weniger wichtige Dinge zu kaufen. Alsohilft keine kurzsichtige Verharmlosung, sondern konsequentes Verhalten gegen die Verbreitung des Viruses.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   HerrNilson
    (1700 Beiträge)

    26.08.2020 17:15 Uhr
    Fakenews?
    Echt? Und Du beziehst Deine News woher? Bitte Quellen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   tom1966
    (1380 Beiträge)

    26.08.2020 15:56 Uhr
    Und der Bericht oben ist veraltet?
    Der Link von HerrNilson ist ja "schon" 8 Tage alt und erlaubt keinen Rückschluss?

    Das sind Fakten und keine Panikmache.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   kunvivanto
    (498 Beiträge)

    26.08.2020 15:48 Uhr
    und vor allem
    hilft es den Brasilianern, wenn wir in D schärfere Maßnahmen einführen?
    Maßnahmen müssen sich nach den Verhältnissen vor Ort richten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 6 7 8 (8 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.