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Karlsruhe Immer mehr Corona-Infizierte in Karlsruhe: Was die Zahl der Tests mit dem Anstieg zu tun hat

Seit mehreren Monaten beeinflusst das Corona-Virus das alltägliche Leben. Mit zahlreichen Einschränkungen und vorsichtigen Lockerungen konnte die Lage stabilisiert werden - doch wohin geht der aktuelle Trend? Von den Anfängen bis heute: Jeden Mittwoch gibt es einen Überblick über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Karlsruhe und einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.

1. Aktuelle Corona-Lage: 70 Infizierte in Karlsruhe

In der Stadt Karlsruhe steigen die Infektionszahlen immer weiter an. Am Mittwoch, 26. August, sind 70 Einwohner der Stadt infiziert. In der vergangenen Woche lag die Zahl bei 39, wiederum eine Woche zuvor lediglich bei 20. 

Der gesamte Landkreis Karlsruhe zählt aktuell 156 Corona-Infizierte, auch hier ist der Aufwärtstrend nicht zu übersehen. "Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden", schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellsten Lagebericht. 

Seit einigen Wochen werden in Deutschland wieder vermehrt Tests durchgeführt. Mit der Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten und dem Angebot der freiwilligen Tests für jegliche Urlauber ist die Anzahl der Tests in die Höhe geschnellt.

'Mehr Tests führen auch zu mehr positiven Ergebnissen' - so die simple Erklärung vieler Bürger. Doch die Zahlen zeigen: Ungeachtet der erhöhten Testungen konnte sich das Corona-Virus wieder verstärkt in unserer Gesellschaft verbreiten.

Jede Woche veröffentlicht das Robert Koch-Institut die Zahl der durchgeführten Tests in Deutschland - und noch viel wichtiger: den Anteil der positiven Befunde. So wurden in der Woche ab dem 12. Juli rund 500.000 Tests ausgewertet, 0,59 Prozent fielen positiv aus. In der vergangenen Woche zeigten bei 800.000 Tests 0,96 Prozent ein positives Ergebnis.

Das bedeutet: Trotz der höheren Testzahl steigt die Rate der positiven Befunde. "Den Anstieg der Infektionszahlen nur auf mehr Tests zurückführen zu wollen, wird der Situation nicht gerecht", erklärt das Gesundheitsamt Karlsruhe auf Nachfrage von ka-news.de. "Deshalb ist das Bild nicht verzerrt, sondern bildet im Gegenteil das Infektionsgeschehen realistischer ab: Es ist tatsächlich höher."

2. Entwicklung der Neuinfektionen in Karlsruhe

Derzeit steigen die Neuinfektionen mit jeder Woche stärker an. Noch vor kurzem schien sich die Lage in Karlsruhe stabilisiert zu haben und die wöchentlich gemeldeten Neuinfektionen ließen sich über mehrere Wochen hinweg an einer Hand abzählen. Nun wurden innerhalb einer Woche 30 neue Fälle im Landkreis gemeldet.

Der derzeitige Anstieg könnte einen dritten Höhepunkt der Neuansteckungen für Karlsruhe bedeuten. Wie die Grafik zeigt, klettert die Rate der Neuansteckungen aktuell zum dritten Mal in die Höhe.

Nach dem großen Ausbruch in März und April hat die Fächerstadt bereits eine zweite, kleinere Spitze hinter sich: Nachdem das Infektionsgeschehen über mehrere Wochen nahezu zum Stillstand kam, stiegen Ende Juni die Zahlen wieder an.

Wie konnte es bereits vor der Urlaubssaison zu einem zweiten Höhepunkt kommen? Im Wesentlichen steht das Infektionsgeschehen Ende Juni mit den Vorfällen in einer Karlsruher Freikirche in Zusammenhang, teilt das Gesundheitsamt Karlsruhe mit. Während eines Gottesdienstes hatten sich 22 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. Familiäre Kontakte hatten die gegenseitige Ansteckung begünstigt.

Fast zeitgleich war das Virus unweit von Karlsruhe am Edith-Stein-Gymnasium in Bretten ausgebrochen. Hier haben sich fünf Personen - vier Schüler und eine Lehrerin - mit dem Virus infiziert. Nach wenigen Tagen Schulschließung und über 60 negativen Tests wurde der Unterricht wieder aufgenommen.

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, das Corona-Virus in seine Schranken zu weisen. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils rund eine Woche nach Einführung der Restriktionen war die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem RKI fünf bis sechs Tage.

In anderen Worten: Sollte es beispielsweise aufgrund der Urlaubsrückkehrer und der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften weiterhin zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später an den Zahlen abgelesen werden. 

Zur aktuellen Lage-Einschätzung des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de.

 

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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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Kommentare (68)
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  •   kuba
    (1048 Beiträge)

    01.09.2020 11:42 Uhr
    Das Grundgesetz
    beinhaltet auch das Recht auf Dummheit (gelinde ausgedrückt), wie wir am Wochenende in Berlin gesehen haben. Dort sind Tausende völlig irre durch die Straßeen gelaufen und haben Grundgestzt gebrüllt. Dabei ist ihnen etwas völlig abhanden gekommen. Der Verstand.
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  •   Nachteule
    (896 Beiträge)

    27.08.2020 08:04 Uhr
    70 Infizierte bei 300.000 Einwohnern - Waaahnsinn !
    Wieviele davon sind krank?
    Und wieviele Kranke sind in den letzten Wochen in KA an Corona gestorben?
    Das sind doch die entscheidenden Fragen.
    Gestern Morgen gab es im Städt. Klinikum exakt einen Coronapatienten.
    Auf der Normalstation - also unbeatmet.
    Diese Fakten werden hier einfach unterschlagen.
    Stattdessen Panikmache.
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  •   Kojak
    (500 Beiträge)

    27.08.2020 10:42 Uhr
    Im Frühjahr
    hat man unsere Freiheit mit der Begründung eingeschränkt, dass es nicht zu einer Überlastung der Krankenhäuser und zu einer Knappheit der Beatmungsplätze kommen darf. Obwohl eine solche Überlastung nie stattfand und auch derzeit nicht zu befürchten ist, gehen die massiven Einschränkungen weiter und die Kanzlerin und Ministerpräsidenten diskutieren heute über Verschärfungen.

    Bleibt wachsam, Leute!
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  •   tom1966
    (690 Beiträge)

    27.08.2020 13:01 Uhr
    Welche "Massiven Einschränkungen"?
    Ich habe in der letzten Zeit keine wahrgenommen, es sei denn, sie nehmen die Pflicht, in öffentlichen Räumen eine Maske zu, als massive Einschränkung wahr. Gut, es gibt auch keine Großveranstaltungen und die Clubs sind geschlossen, aber sind das "massive Einschränkungen"? Mit wenigen Ausnahmen kann man doch machen, was man möchte.

    Und "nur" 70 an Corona Erkrankte in KA: Warum sind wir nicht froh, dass es nicht mehr sind. Für mich bedeutet das, dass die Maßnahmen Wirkung zeigen und nicht dass sie überzogen sind und keine Gefahr besteht. Es genügt ein Infizierter (ohne Maske) in einer Menschenmenge in einem Raum oder in einer Straßenbahn, und die Gefahr eines exponetiellen Wachstums steigt. Und was machen wir dann? Uns beschweren, dass die Regierung zu wenig getan hat, dass die Intensivbetten belegt sind oder dass das Gesundheitssystem überlastet ist?
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  •   Tim_der_Zauberer
    (230 Beiträge)

    27.08.2020 16:53 Uhr
    Sobald die Grundrechte eingeschränkt sind,
    ist das ein massiver Eingriff. Wenn du keine Grundrechte benötigst, soll das deine dir zugestandene Meinung sein und ist mir auch Jacke wie Hose. Mir ist es allerdings wichtig, daß das Grundgesetz wieder in vollem Umfang gültig ist.
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  •   tom1966
    (690 Beiträge)

    28.08.2020 09:51 Uhr
    Einschränkungen von Grundrechten
    Grundrechte können durch Gesetze eingeschränkt werden. Sonst wären ja z.B. Haftstrafen verfassungswidrig (Einschränkung des Grundrechtes auf Freizügigkeit).

    Aktuell ist es das Infektionsschutzgesetz, das uns gewisse Beschränkungen auferlegt. Von einem Verstoß gegen das Grundgesetz kann also keine Rede sein.

    Im Übrigen gilt allgemein: Die Handlungsfreiheit des Einzelnen endet dort, wo sie die Rechte anderer gefährdet oder einschränkt.
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  •   HerrNilson
    (1700 Beiträge)

    27.08.2020 17:06 Uhr
    Es sind keine Grundrechte eingeschränkt
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere Netiquette und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   Tim_der_Zauberer
    (230 Beiträge)

    27.08.2020 23:26 Uhr
    Ich denke,
    du solltest dich einmal mit dem Grundgesetz auseinandersetzen. Dann begreifst du vielleicht die Tragweite der Grundrechte. Auch die Folgen deren Beschneidung.
    Stellenweise werden die Grundrechte nicht nur eingeschränkt, sondern ausgesetzt.

    Ich sitze selbstverständlich nicht mit NMS im Bus oder Bahn. Wo kämen wir denn da hin? Ich bewege mich selbständig von A nach B.
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  •   HerrNilson
    (1700 Beiträge)

    28.08.2020 14:20 Uhr
    Schau lieber
    Du mal im GG nach. Unter dem Recht auf Unversehrtheit. Kannste noch mal was lernen.
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  •   Tim_der_Zauberer
    (230 Beiträge)

    27.08.2020 23:28 Uhr
    ging an Nilson multi...
    .
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