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Karlsruhe Immer Ärger mit der 100: Warum in Deutschland die Coronazahlen sinken - aber anscheinend nicht in Karlsruhe

Seit über einem Jahr beeinflusst das Corona-Virus das alltägliche Leben. Inzwischen hat sich die dritte Welle, ausgelöst durch eine Corona-Mutation, in Karlsruhe etabliert - doch wohin geht der Trend? Von den Anfängen bis heute: Jede Woche gibt es einen Überblick über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Karlsruhe und einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.

1. Aktuelle Corona-Lage: Inzidenz bleibt hoch

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt: Die Corona-Lage im Stadt- und Landkreis Karlsruhe bleibt angespannt, denn: Die Anzahl der Neuinfektionen befindet sich immer noch auf einem hohen Niveau.

Zum Vergleich: Waren am Freitag, den 23. April, noch 839 Personen im Karlsruher Stadtkreis mit dem Virus infiziert, so sind es am Dienstag, 11. Mai, 620. Der 7 Tage-Inzidenzwert, liegt im Stadtkreis Karlsruhe bei 100,6 und im Landkreis bei 119,7. 

Bild: Landratsamt Karlsruhe

Deshalb warnt das Robert Koch Institut (RKI) in seinem aktuellsten Lagebericht: "Das RKI schätzt aufgrund der anhaltend hohen Fallzahlen und des aktuell beschleunigten Wiederanstiegs der Inzidenz die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt als sehr hoch ein."

Entwicklungen nicht innerhalb weniger Tage ablesbar

Doch trotz (noch) hoher Inzidenzwerte gibt es auch eine gute Nachricht: Nachdem zwischen Februar und April noch von einer dritten Welle gesprochen wurde, scheint diese nun gebrochen. Heißt: Die Corona-Zahlen befinden sich in einem Abwärtstrend.

Im Karlsruher Stadtkreis will die Sieben-Tages-Inzidenz aber einfach nicht runtergehen - zumindest nicht unter die 100er Marke. Die ist ja bekanntlich ausschlaggebend, ob die bundesweite Notbremse in Kraft tritt. Aber wieso sinken die Zahlen seit einigen Tagen nicht mehr? 

Das Robert Koch-Institut meldet weiter sinkende Fallzahlen.
(Symbolbild) | Bild: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

Eine Rolle hierbei dürften die Infektionsquellen der Fächerstadt spielen. Der Grund: Knapp 30 Prozent der Neuinfektions-Fälle bleiben ungewiss, was sich natürlich auf den weiteren Infektionsverlauf auswirkt, erklärt da Gesundheitsamt Karlsruhe auf Nachfrage.

Stagnation hat keine "besondere Aussagekraft"

Unangefochten auf dem ersten Platz liegt jedoch immer noch der eigene Familienkreis. Darauf folgt mit 10 Prozent der "Berufs- und Arbeitsplatz". Die letzten 10 Prozent belegen Schulen, Kitas und andere Einrichtungen.  Doch es gibt noch einen weiteren Grund.

Laut dem Karlsruher Gesundheitsamt sei dem Zeitraum der Entwicklungen mehr Bedeutung einzuräumen. Kurzum: Eine Stagnation der Zahlen, die aktuell beobachtet werden kann, habe keine "besondere Aussagekraft". Auch in Karlsruhe würden die Zahlen wieder anfangen, zu sinken. Selbst, wenn dies gegebenenfalls langsamer vonstatten ginge, als andernorts. 

So heißt es in einem Statement des Gesundheitsamtes: "Wir beobachten eine sinkende Inzidenz in der Stadt und dem Landkreis seit Anfang Mai. Beide Gebietskörperschaften liegen deutlich unter dem Landesschnitt in Baden-Württemberg. Man muss derartige Entwicklungen immer über größere Zeiträume betrachten, Schwankungen an einzelnen Tagen und auch mal eine Stagnation haben keine besondere Aussagekraft. Letztendlich gibt es auch noch keine wirklich guten Erklärungen für die zum Teil deutlichen Inzidenzunterschiede in den verschiedenen Kreisen."

2. Entwicklungen der Neuinfektionen in Karlsruhe

Im Verlauf der Corona-Pandemie hat Karlsruhe nun mehrere Hochs und Tiefs hinter sich. Wie die Grafik zeigt, kletterte die Rate der Neuansteckungen zuletzt im November 2020 in die Höhe, danach im März 2021. Inzwischen sind die Zahlen deutschlandweit aber wieder am sinken, was der fortschreitenden Impfkampagne zugeschrieben wird.

Dennoch sind Infektionsketten oft nicht mehr bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen, weshalb eine eindeutige Zuordnung schwierig ist. 

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen jeweils ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils rund eine Woche nach Einführung der Restriktionen war die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) fünf bis sechs Tage. In anderen Worten: Sollte es aufgrund der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später an den Zahlen abgelesen werden.

Dateiname : RKI Lagebericht 11.05
Dateigröße : 1.26 MBytes.
Datum : 12.05.2021 07:09
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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus hält Karlsruhe in Atem: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für die Fächerstadt und die Region in diesem Dossier.
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  •   AhmedDerAufklärer
    (375 Beiträge)

    13.05.2021 00:57 Uhr
    Man
    muss die Lage ein einem Land selbstverständlich im Kontext der Nachbarländer sehen. Die Schweinepest schwappt auch nicht von Island nach Australien rüber zwinkern
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  •   Ein_Wanderer
    (468 Beiträge)

    12.05.2021 19:35 Uhr
    Schwachsinnige Bundes-Notbremse
    Aktuell gehen in KA in Zahlen wegen eines Ausbruchs in der LEA wieder hoch. Das ist ein ganz klar örtlich abgrenzbares Ausbruchsgeschehen. Folge ist leider eine Inzidenz über 100 für den Stadtkreis. Aber es ist doch hochgradiger Schwachsinn, wegen eines lokalen Ausbruchs in der kompletten Stadt Handel und Gastronomie geschlossen zu halten. Schuld an dieser Situation ist die Merkel-Regierung mit ihrer völlig undifferenzierten Notbremse.
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  •   kommentar4711
    (3109 Beiträge)

    13.05.2021 18:21 Uhr
    LEA
    Haben Sie mehr Infos zum Ausbruch in der LEA? Hört man ja nirgends etwas dazu.
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  •   UngueltigDannZuLang
    (263 Beiträge)

    12.05.2021 16:38 Uhr
    UngueltigDannZuLang
    Ich weiss, wann ich franzoesisch schreibe. Je pense a lui, a elle. Ici et Maintenant. Vous entedez mon coeur. Battrer. Je sais tres bien semer l'amour, pas la haine.
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  •   Dobermann
    (267 Beiträge)

    12.05.2021 13:57 Uhr
    Niemand hat versagt !!!! Einfach mal ein DANKE !
    wir jammern auf sehr hohen Niveau . Es geht uns gut in Deutschland. Krankenbetten und Beatmungsgeräte sind da. Impfstoff ist vorhanden, Masken und Tests sind verfügbar, Essen und Trinken haben wir! "Heckenschützen, Nörgler und Besserwisser" gibt es immer und überall. Nur das Heft in die Hand nehmen will keiner. Schaut mal nach Indien, Columbien ,Sudan, Peru ,Uganda etc..... dort ist es ganz ganz schlimm und ich hoffe und bete, dass alle Menschen irgendwie diese Not überstehen. Danke an unsere Regierung, Danke an die Ärzte und Pfleger, Danke an die ALDI,LIDL und vielen vielen weiteren Verkäuferinnen , die sich jeden Tag dieser Gefahr aussetzen. Danke an Gott, dass es uns gut geht.
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  •   Oitastisch
    (384 Beiträge)

    14.05.2021 01:42 Uhr
    Einfach mal...
    Toll geschrieben! Das Problem ist nur: Beatmungsgeräte und Betten nützen gar nichts, wenn kein Pflegepersonal da ist! Und vielleicht kam das vorher nicht rund um die Uhr im Fernsehen, aber das traurige ist: Das war vor Corona auch schon ein Problem! Stattdessen gibt es jetzt absurde Maßnahmen, die wirklich niemanden helfen. Ganz im Gegenteil!
    Also vielen Dank liebe Regierung für gar nichts! Denn alles was die Regierung bisher tat, war Geld verschleudern ohne Ende, welches Menschen wie die Pfleger und Ärzte hart erarbeitet haben.
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  •   morgana
    (309 Beiträge)

    13.05.2021 11:07 Uhr
    Wissen Sie, was relativ ist?
    3 Haare auf dem Kopf sind relativ wenig, 3 Haare in der Suppe relativ viel. Und der Dachdecker, der neulich vom Dach fiel, hatte echt Glück..: er blieb mit dem Auge an einem rostigen Nagel hängen.

    Lieber Dobermann, Ihre Vergleiche mit dem Sudan sind unangebracht und ein Stück weit lächerlich. Dem Gastwirt, der nun schon etliche Monate kein Einkommen hat, treibt es ob Ihrer Glückseligkeit die Tränen in die Augen
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  •   Kiwi
    (512 Beiträge)

    14.05.2021 10:44 Uhr
    morgana
    der Dachdecker hatte wirklich großes Glück

    ...an meinem ersten "Lacher" heute ist Dein Betrag schuld.
    Vielen Dank und ein virenfreies Wochenende
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  •   AhmedDerAufklärer
    (375 Beiträge)

    13.05.2021 23:39 Uhr
    Habe
    gehört, Gastwirte würden 70% vom Vorjahresumsatz erhalten, ganz ohne arbeiten zu können/dürfen/müssen.
    Was meinen Sie also genau mit "kein Einkommen hat"?
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  •   morgana
    (309 Beiträge)

    14.05.2021 14:04 Uhr
    Umsatz ist keine Rendite
    Aha, und von den 70% kann er 80-90% seiner Kosten auf Dauer decken??
    Außerdem fließen Ausgleichszahlungen viel zu spät
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