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Karlsruhe Horror Corona: Dürfen wir dieses Jahr Halloween feiern?

Seit mehreren Monaten beeinflusst das Corona-Virus das alltägliche Leben. Mit zahlreichen Einschränkungen und vorsichtigen Lockerungen konnte die Lage stabilisiert werden - doch wohin geht der aktuelle Trend? Von den Anfängen bis heute: Jede Woche gibt es einen Überblick über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Karlsruhe und einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.

1. Aktuelle Corona-Lage - Neuinfektionen steigen immer weiter

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen verrät: Die Corona-Lage im Stadt- und Landkreis Karlsruhe spitzt sich weiter zu. Waren in der vergangenen Woche 231 Personen in der Fächerstadt mit dem Virus infiziert, sind es am Dienstag, 27. Oktober, 420.

Damit hat sich die Anzahl der Infizierten innerhalb einer Woche fast verdoppelt. Der 7-Tage Inzidenzwert liegt in Karlsruhe bei 81,7.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnt deshalb in seinem aktuellsten Lagebericht: "Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten. Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert."

Bild: Landratsamt Karlsruhe

Keine guten Aussichten für die kommenden Feste und Feiertage, die zur kalten Jahreszeit ihren Anfang nehmen. Da stellt sich natürlich die Frage: Was darf ich noch - und was ist bereits verboten?

Nicht anders sieht es bei Halloween und Sankt Martin aus. Beides sind Feste, die zumeist in Gruppen gefeiert werden. Ein Grund mehr einmal nachzuhaken, was während der Pandemie noch erlaubt ist.

Kinder dürfen Süßigkeiten sammeln

Grundsätzlich ist es in Karlsruhe nicht verboten mit den Kindern von Haus aus zu Haus gehen und nach Süßigkeiten zu fragen. Ebenso darf, rein rechtlich betrachtet, im privaten Umfeld eine "Halloweenparty" mit bis zu 10 Personen stattfinden.

Unkenntlich maskiert oder in behindernden Kostümen steigen Halloween-Fans besser nicht hinters Lenkrad.
Halloweenpartys mit 10 Personen - erlaubt, aber vertretbar? | Bild: Klaus-Dietmar Gabbert

Allerdings warnt das Gesundheitsamt vor den möglichen Konsequenzen.

"Jeder sollte sich selbst hinterfragen, ob eine derartige Party notwendig ist und in die momentane Zeit passt. Die meisten Neuansteckungen gehen aktuell auf Treffen im privaten und familiären Umfeld zurück. Über diese Umstände sollte sich jeder bewusst sein", so ein Vertreter des Gesundheitsamts im Gespräch mit ka-news.de.

Opa ist der Beste! Die jugendliche Hauptperson sollte bei der Auswahl der Gäste für das Familienfest mit entscheiden dürfen.
Private Feiern - im Freundes und Familienkreis - sind aktuell die Hauptauslöser für Corona Infekte | Bild: zerocreatives/Westend61/dpa-tmn

Auch beim traditionellen "Süßes sonst gibt's Saures" Rundgang innerhalb der Nachbarschaft ist Vorsicht geboten. Gerade für ältere Menschen kann es gefährlich werden, wenn diese sich unbemerkt bei Kindern anstecken.

Deshalb sei, laut Gesundheitsamt, das Sammeln von Süßigkeiten zwar nicht verboten, aber ein Gesundheitsrisiko, das vermeidbar wäre.

Wenn Kinder an Halloween an der Tür klingeln, wollen sie Süßigkeiten. Gibt es die nicht, drohen Streiche.
Kinder dürfen Süßigkeiten sammeln gehen. Es wird aber davon abgeraten. | Bild: Silvia Marks

Und wie sieht es bei den Umzügen für Sankt Martin aus?

Hier sind es die Veranstalter oft selbst, die sich dafür entscheiden, das Event abzusagen. Grundsätzlich verboten sind Martinsumzüge und Co. allerdings nicht.

Leuchtende und farbenfrohe Laternen für den Martinsumzug lassen sich leicht selbermachen.
Welche Umzüge stattfinden und welche nicht müssen beim Veranstalter erfragt werden | Bild: Ole Spata/dpa-tmn

Aber: Die Teilnehmermüssen sich an die Hygieneregeln halten und die Veranstalter ein Hygienekonzept erstellen. Ebenso ist die Erfassung der Kontaktdaten erforderlich. 

Welche Umzüge noch stattfinden, muss jedoch beim zuständigen Veranstalter erfragt werden.

2. Entwicklungen der Neuinfektionen in Karlsruhe

Im Verlauf der Corona-Pandemie hat Karlsruhe nun seinen dritten Höhepunkt hinter sich. Wie die Grafik zeigt, kletterte die Rate der Neuansteckungen während der Sommermonate und zum Schulbeginn wieder in die Höhe. Inzwischen steigen die Neuinfektionen so schnell, dass in Baden-Württemberg die Pandemiestufe 3 ausgerufen wurde.

Neben den Lockerungen der Corona-Verordnungen ist der Anstieg inzwischen auf Privatfeiern zurückzuführen. Reiserückkehrer spielen, laut Gesundheitsamt, nahezu keine Rolle mehr. Corona Infektionen im Schulbetrieb halten sich bis dato in Grenzen.

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils rund eine Woche nach Einführung der Restriktionen war die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem RKI fünf bis sechs Tage.

In anderen Worten: Sollte es beispielsweise aufgrund der Urlaubsrückkehrer und der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften weiterhin zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später an den Zahlen abgelesen werden.

Dateiname : RKI Corona Bericht 26.10
Dateigröße : 763.90 KBytes.
Datum : 27.10.2020 15:16
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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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  •   Schillerlocke
    (360 Beiträge)

    29.10.2020 08:24 Uhr
    was für eine Frage.
    Als ob Kürbissuppe und Gruselfilm Coronaüberträger wären. Dann sind es dieses Jahr eben nur die engsten Freunde. Man muss sich nun wirklich nicht auf 25 qm zu 30igst zusammenquetschen. Man kann auch aus allem ein Problem machen.

    So oder so, bei mir gibts eine asiatisch anmutende Kürbiscremesuppe mit Curry und passende Häppchen dazu.
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  •   myopinions
    (1154 Beiträge)

    28.10.2020 22:50 Uhr
    ...................die Frage ist nicht
    dürfen wir Halloween feiern, sondern m ü s s e n wir das eigentlich feiern?
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  •   Kruppstahl
    (1225 Beiträge)

    29.10.2020 01:30 Uhr
    Die Frage lautet "wollen" wir feiern?
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  •   Gaensebluemchen
    (577 Beiträge)

    28.10.2020 16:53 Uhr
    Die Corona-Landkarte ...
    ... von Deutschland finde ich aktuell recht interessant. Fast alle Gebiete im Westen sind rot und dunkelrot, der Osten ist vornehmlich hellgelb oder orange.
    Feiern die weniger? Liegt es an der ausgedünnten Bevölkerungsdichte? Sind sie disziplinierter?
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  •   80er
    (5804 Beiträge)

    28.10.2020 19:48 Uhr
    Ja.....
    .....die Ostdeutschen sind in der Tat diziplinierter. Ich arbeite dort seit Jahren. Und daher kann ich sagen, dass meine Kolleginnen und Kollegen, sofern sie Eltern sind, im Zeitraum der Scgulschließungen, nicht gejammert haben, sondern die Sache mit den Kindern organisiert haben. So als Beispiel.
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  •   TillEulenspiegel
    (11 Beiträge)

    28.10.2020 16:52 Uhr
    Helloween
    Das wäre doch mal was Positives an "Corona", wenn dieser Schwachsinn ins Wasser fällt. Hoffentlich dauerhaft.
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  •   Tim_der_Zauberer
    (230 Beiträge)

    29.10.2020 11:42 Uhr
    Ich fänd es klasse
    Na an Halloween Helloween zu sehen wäre echt geil.

    Meine Nachbarn hören Heavy Metal - ob sie wollen, oder nicht.
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  •   Kruppstahl
    (1225 Beiträge)

    28.10.2020 12:12 Uhr
    Gebt nur acht, daß ihr bei eurer privaten Halloweenparty nicht 11 Leute seid
    Seht wohin die Reise geht:

    NTV heute
    +++ 10:41 Lauterbach fordert Kontrollen in Privatwohnungen +++
    Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert angesichts der drastisch gestiegenen Infektionszahlen Kontrollen in privaten Räumen. "Wir befinden uns in einer nationalen Notlage, die schlimmer als im Frühjahr werden kann", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post". Die Unverletzbarkeit der Wohnung dürfe kein Argument mehr für ausbleibende Kontrollen sein. "Wenn private Feiern in Wohnungen und Häusern die öffentliche Gesundheit und damit die Sicherheit gefährden, müssen die Behörden einschreiten können", sagte er.
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  •   andip
    (10692 Beiträge)

    28.10.2020 15:49 Uhr
    Das was Lauterbach da fordert
    dürfte wohl wirklich verfassungswidrig sein.
    Wohnungen kontrollieren darf die Polizei nur, wenn die einen entsprechenden Durchsuchungsbescheid haben oder wenn es eindeutige Hinweise gibt, dass da eine schwere Straftat begangen wird.
    Private Feiern sind keine Straftat.
    Das GG auszuhebeln wegen einer möglichen Gefährdung dürfte wegen Unverhältnismässigkeit unzulässig sein.
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  •   timo
    (3242 Beiträge)

    28.10.2020 19:05 Uhr
    hat er auch nicht gefordert und mehrfach dementiert.
    Einfach mal bei ihm selbst nachschauen.
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