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Karlsruhe Herausforderung oder halb so schlimm? Wie Karlsruher Freizeitstätten die Corona-Alarmstufe wahrnehmen

Aus Warnung wird Alarm und die Corona-Regeln werden schärfer. Von nun an sind die unterschiedlichsten Betriebe aus den unterschiedlichsten Branchen dazu verpflichtet, nur noch geimpfte oder genesene Kunden zu versorgen. Was das für die Betreiber und Mitarbeiter bedeutet, ist - gerade in Freizeiteinrichtungen - ungewiss.

Es ist offiziell. Am 17. November ruft das Land Baden-Württemberg die Corona-Alarmstufe aus, da die zwei Tage hintereinander mehr als 390 Personen auf der Intensivstation behandelt wurden. Das bedeutet in vielen Lebensbereichen vor allem eines: Corona-Tests jeglicher Art fallen als Einlassbedingung weg. Flächendeckende 2G-Regeln (geimpft und genesen) in Gastronomie und Freizeiteinrichtungen sind die Konsequenz.

Doch wie viel ändert die Alarmstufe für die jeweiligen Betriebe wirklich? ka-news.de befragt Vertreter verschiedener Freizeiteinrichtungen, inwiefern sie die Alarmstufe in Sorge versetzen würde. Wir sprechen mit  dem Zoologischen Stadtgarten,  den Karlsruher Bäder, dem Filmpalast am ZKM und der City Initiative Karlsruhe.

Zoologischer Stadtgarten: "Ängste helfen nicht"

Timo Deible, Pressesprecher des Zoologischen Stadtgartens, antwortet auf die Frage, ob die Alarmstufe dem Tierpark Sorgen oder Ängste bereite mit einem "Nein". "Ich mag das Wort Angst dabei nicht, Ängste helfen nicht weiter und bezogen auf den Zoo haben wir auch keine", so Deible. "Die Alarmstufe bedeutet ja keinen Lockdown und somit dürfen wir auch weiter geöffnet haben."

(Symbolbild)
Eingang zum Zoologischen Stadtgarten von der Bahnhofsseite (Symbolbild). | Bild: Paul Needham

Auch die 2G-Regeln seien nach Deibles Auffassung kaum bis gar nicht problematisch: "Die allermeisten unserer Besucher waren geimpft, einige genesen und nur sehr vereinzelt konnten wir beobachten, dass sich überhaupt jemand mit PCR-Test angemeldet hat. Vermutlich hat sich auch niemand extra dafür testen lassen, nur um in den Zoo zu gehen, sondern hatte aus anderen Gründen sowieso ein Testergebnis."

Alles in allem bedeut das "dass sich für uns realistisch betrachtet fast gar nichts von der Warn- zu Alarmstufe ändert", wie Deible erklärt. Was für den Zoo gilt kann in anderen Branchen jedoch unterschiedlich ausfallen. Beispielsweise in den Karlsruher Schwimmbädern. 

Die Karlsruher Bäder: "Was 2G für uns bedeuten könnte, wissen wir nicht genau"

"Was das für uns bedeuten könnte, wissen wir jetzt natürlich nicht genau", sagt Max Sandreuther, Assistent der Abteilung Betrieb der Karlsruher Bäder. "Wir wissen nicht ob die Menschen innerhalb der Alarmstufe vorsichtiger werden. Etwa Familien mit Kindern unter zwölf Jahren, die sich noch nicht impfen lassen dürfen und deswegen verständlicherweise auch nicht die Bäder besuchen."

Das Vierordtbad der Bäderbetriebe (Symbolbild). | Bild: Karlsruher Bädergesellschaft mbH/ Bäderbetriebe

Genauso sei es aber möglich, dass "sich viele Menschen nach zwei Wochen Alarmstufe wieder beruhigen und sich dann auch wieder in höherer Anzahl in die Bäder trauen", fügt sein Kollege Andreas Fraß hinzu. Das gelte vor allem für geimpfte Personen. "Als die Tests noch zugelassen waren, haben wir spaßeshalber eine Strichliste geführt, wie viele Besucher sich überhaupt mit Tests ausweisen", sagt Sandreuther.

Max Sandreuther (links) und Andreas Fraß, Mitarbeiter der Abteilung Betrieb der Karlsruher Bäder.
Max Sandreuther (links) und Andreas Fraß, Mitarbeiter der Abteilung Betrieb der Karlsruher Bäder. | Bild: Karlsruher Bädergesellschaft mbH/ Bäderbetriebe

Das Ergebnis sei dem Zoo sehr ähnlich, auch hier gebe es eine verschwinden geringe Anzahl an Besuchern, die sich auf ein negatives Testergebnis berufen. "Von dieser Seite her rechnen wir also kaum mit nennenswerten Kundeneinbußen und machen uns auch keine Sorgen", so Sandreuther. Im Gegenteil, nicht mehr auf die getesteten Personen achten zu müssen "bedeutet weniger Kontrollen und entlastet das Personal zumindest geringfügig."

Der Filmpalast am ZKM: "Bisher nur wenige Tests"

Ein wenig anders verhält es sich mit dem Filmpalast am ZKM. Im Gegensatz zu den vorherigen Beispielen rechne Andreas Buschmann, Theaterleiter des Filmpalastes, sehr wohl damit, dass mit den anstehenden 2G-Regeln der Alarmstufe einen gewissen Rückgang in den Kundenzahlen nach sich ziehen werde, wie er ka-news.de in einer E-Mail mitteilt.

Andreas Buschmann, Theaterleiter des Filmpalastet am ZKM.
Andreas Buschmann, Theaterleiter des Filmpalastet am ZKM. | Bild: Filmpalast am ZKM

Gleichzeitig erklärt er aber, dass sich auch im Filmpalast am ZKM kaum ein Zuschauer auf einen Test berufen hätte: "Seit der Wiedereröffnung am 01. November waren es höchstens eine Handvoll." Auch hier seien Impfungen und Genesungen also die favorisierte Einlassgrundlage.

City Initiative Karlsruhe

Um noch ein besseres Bild von der Situation in der Fächerstadt zu bekommen, entschließt sich ka-news.de auch bei der City Initiative Karlsruhe (CIK) nachzufragen. Nach deren Informationen seien "Freizeiteinrichtungen wie zum Beispiel Bäder und Saunen, Museen und Galerien" dazu verpflichtet, die geltenden 2G-Regeln auch konsequent durchzuführen. Ob dadurch Kundeneinbußen folgen, sei denkbar aber "zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar", so Geschäftsführer Frank Theurer.

Frank Theurer Geschäftsführer der City-Initiative Karlsruhe. | Bild: City Initiative Karlsruhe

Rein von der Zahl der vorgezeigten PCR-Tests sei jedoch kaum mit spürbarem Kundenverlust zu rechnen. "Die Zahl derer, die sich in der Vergangenheit mit einem PCR-Test ausgewiesen haben ist verschwindend gering und kann vernachlässigt werden, das ergaben zumindest Gespräche mit einigen unserer Mitglieder. Im Ernst, wer hat 100 Euro für einen PCR-Test ausgegeben um dann für 20 Euro essen zu gehen? Das geht jetzt ohnehin nicht mehr", so Theurer.

Ähnlich wie in den drei obigen Beispielen seien in Freizeiteinrichtungen also bereits vor der Alarmstufe die nun verbindlichen 2Gs bevorzugt worden. Ob die Alarmstufe damit für Freizeitbetriebe und ihre Kunden einen signifikanten Unterschied darstellen werde, sei nicht voraussehbar, aber fraglich.

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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus hält Karlsruhe in Atem: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für die Fächerstadt und die Region in diesem Dossier.
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  •   Reger
    (758 Beiträge)

    19.11.2021 15:31 Uhr
    Kontrollieren
    Wichtig ist es, dass alle Betriebe das auch ernsthaft kontrollieren. Nach meinen bisherigen Erfahrungen habe ich meine Zweifel.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
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