Karlsruhe "Neue Mitte" am Karlsruher Klinikum: Leerstand oder wichtige Rolle in der Pandemie-Bekämpfung?

Nach viereinhalb Jahren Bauzeit wurde in der vergangenen Woche das neue Haus M auf dem Campus des Städtischen Klinikums eröffnet. Mitten in der Corona-Pandemie bekommen Ärzte und Pfleger in Karlsruhe ein hochmodernes Haus zur Verfügung gestellt. Da stellt sich natürlich die Frage: Wie sollen die neuen Kapazitäten in der Pandemie-Bekämpfung genutzt werden?

"Die neue Mitte", das Haus M des Städtischen Klinikums in Karlsruhe wurde vergange Woche virtuell mit anschließender Pressekonferenz eröffnet.Ein Thema, war natürlich auch die Corona-Pandemie. 

Neubau hätte schon früher genutzt werden können

Schon im frühen Verlauf der Pandemie verkündete das Klinikum, dass der Neubau schon vor der eigentlichen Eröffnung für Corona-Patienten genutzt werden könnte, sollte dies nötig sein.Soweit kam es bisher nicht, alle Corona-Patienten konnten bisher in den bestehenden Gebäuden behandelt werden. Doch wie wird das neue Haus M jetzt in der Corona-Pandemie genutzt und welche Vorteile bringt es?

Der Haupteingang und die neue Fassade von Haus M.
Der Haupteingang und die neue Fassade von Haus M. | Bild: Thomas Riedel

"Die Einhaltung der komplexen und schwierigen Hygieneregeln für Ärzte kann in diesem Neubau sehr viel stringenter und strukturierter umgesetzt werden als in den alten, verwinkelten Bereichen des Altbaus", erklärt Michael Geißler, medizinischer Geschäftsführer am Klinikum während der Eröffnungspressekonferenz am Donnerstag. "Wir waren bis jetzt schon sehr erfolgreich, haben wenig Einschläge beim Personal gehabt und durch den Neubau wird es hier eine deutliche Verbesserung geben", so Geißler weiter. 

Für den weiteren Verlauf der Pandemie plant das Klinikum eine Trennung der Corona-Patienten, je nach Infektions- und Pandemielage. Geißler: "Bei bis zu vier Corona-Intensivpatienten - was Pandemiestufe eins entspricht - können wir den Betrieb im Neubau gut aufrechterhalten, ohne eine relevante Leistungseinschränkung zu haben.

Bild: Thomas Riedel

Erst auf Pandemiestufe zwei und drei werden wir auf unsere alten Intensivstationen im Haus D zurückgreifen und dann werden Coronafälle auch nicht im Neubau behandelt", so Geißler weiter. Aktuell befindet sich das Klinikum in Pandemiestufe drei. 

Mentrup: "Patienten müssen auch versorgt werden können"

"Die Einschränkungen für Nicht-Covid-Patienten welche intensivpflichtig sind, werden wir durch die Trennung besser abfangen können. Eine angemessene Versorgung der Patienten der Region Karlsruhe ist sichergestellt", meint Geißler. Schon in der Vergangenheit warnte das Klinikum vor schweren gesundheitlichen Konsequenzen für kranke Personen, die aus Angst vor der Pandemie nicht ins Krankenhaus kamen. Voraussetzung sei laut Geißler aber eine ausreichende Anzahl an Mitarbeitern. 

Oberbürgermeister Frank Mentrup.
Oberbürgermeister Frank Mentrup. | Bild: Thomas Riedel

Oberbürgermeister Frank Mentrup erklärt, dass die Corona-Pandemie verstärkt aufweisen würde, wo genau Probleme in einem System lägen. Im Klinikum sei eines dieser Probleme die ohnehin schon angespannte Personalsituation.

"Eine angespannte Personalsituation wirkt sich in Krisenzeiten wie jetzt natürlich noch mal dramatischer aus", so Mentrup. "Wenn das sowieso schon nicht üppige Personal auch noch selbst erkrankt, was ja logisch ist, ist das und war es während der Pandemie der limitierende Faktor", so Mentrup. 

Das Problem läge laut Mentrup nicht an mangelnden Betten, sondern daran, dass "Menschen die in einem Bett liegen", auch versorgt werden müssten. Auch deshalb sei der Neubau wichtig für das Klinikum, "da, es viele Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung vor allem aber eine adäquate Arbeitsumgebung auf höchstem Niveau bietet und das brauchen wir dringend, um die Konkurrenz um das Personal gewinnen zu können", sagt das Karlsruher Stadtoberhaupt. So habe der Neubau eine zusätzlich wichtige Bedeutung, was dieses Gebiet betreffe. 

 

 

 

 

 

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