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Stuttgart Lockdown Baden-Württemberg: Diese Regeln gelten ab jetzt

Frei nach Rilke: Wer jetzt keinen Haarschnitt hat, der kriegt auch keinen mehr. Der Corona-Lockdown legt sich übers Land, fast alles macht dicht für dreieinhalb Wochen. Geschenke fürs Weihnachtsfest kann man nur noch online bestellen und sich liefern lassen. Welche Folgen der Lockdown sonst noch mit sich bringt haben wir für Sie zusammengefasst.

Neun Monate nach dem ersten Corona-Lockdown in Deutschland wird das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben von diesem Mittwoch an erneut heruntergefahren. Auch in Baden-Württemberg müssen Schulen, Kitas und die meisten Geschäfte bis zum 10. Januar schließen.

Ein Mitarbeiter hält ein Teströhrchen in den Händen.
Ein Mitarbeiter hält ein Teströhrchen in den Händen. | Bild: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild

Grund für die neuen Einschränkungen sind die weiter massiv steigenden Zahlen an Neuinfektionen, Intensivpatienten und Todesfällen. Die Hoffnung der Politik ist, dass man die sozialen Kontakte durch den Lockdown so weit senken kann, dass sich deutlich weniger Menschen anstecken.

Die wichtigsten Regeln im Südwesten im Überblick:

Folgen für Schulen und Kitas:

Die große Mehrheit der etwa 1,5 Millionen Schüler und 130.000 Lehrer hat ab heute vorgezogene Weihnachtsferien.

  • Nur für Abschlussklassen gibt es Fernunterricht bis zu Beginn der regulären Weihnachtsferien am 23. Dezember.
  • Bis zum 22. Dezember ist eine Notbetreuung von Schülern der Klassenstufen 1 bis 7 geplant, deren Eltern zwingend darauf angewiesen sind.
  • Auch für Kita-Kinder wird zu regulären Öffnungstagen Notbetreuung angeboten - wenn die Eltern das unbedingt brauchen.
  • Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will die Schulen, wenn irgendwie möglich, am 11. Januar wieder öffnen.

Folgen für den Handel:

  • Geöffnet bleiben dürfen: Lebensmittelgeschäfte, Wochenmärkte für Lebensmittel, Direktvermarkter von Lebensmitteln, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Fahrradwerkstätten, Banken und Sparkassen.
  • Die Geschäfte dürfen Online-Bestellungen weiter ausliefern oder liefern lassen. Abholangebote - auch Click&Collect-Service genannt - sind verboten.
  • Die Schließungen von Geschäften, die keine Ware für den täglichen Bedarf wie etwa Lebensmittel verkaufen, betreffen den Angaben nach etwa 20.000 Betriebe und 250.000 Beschäftigte im Südwesten.

Folgen für private Treffen:

  • Landesweit gilt bis zum 23. Dezember, dass sich tagsüber - also von 5 bis 20 Uhr - privat lediglich bis zu fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten treffen dürfen - Kinder unter 15 Jahren werden nicht mitgezählt. 
  • Nur zu Weihnachten vom 24. bis 26. Dezember gibt es Lockerungen. Dann sind Feiern im "engsten Familienkreis" möglich, auch wenn dies mehr als zwei Hausstände oder fünf Personen über 14 Jahren bedeutet.
Mehr zum Thema
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  •   RainerBu
    (1340 Beiträge)

    18.12.2020 15:04 Uhr
    und was soll
    eigentlich der Unfug mit 14 oder 15 Jahren ?? Ist das etwa die neue Definition von erwachsen oder nicht ?
    Andererseits mit 20 noch Jugendstrafrecht anwenden , oftmals.
    Dem Virus und den Infektionen ist das doch sch...egal ob 14 oder 15 .
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  •   Kojak
    (582 Beiträge)

    18.12.2020 17:44 Uhr
    Das ist
    wohl ein politisches Entgegenkommen an ... ähm... größere Familien.
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  •   Kruppstahl
    (1285 Beiträge)

    18.12.2020 13:46 Uhr
    An die Redaktion!
    Was Sie hier berichten stimmt nicht!
    Zitat von Artikel der Redaktion Landesweit gilt bis zum 23. Dezember, dass sich tagsüber - also von 5 bis 20 Uhr - privat lediglich bis zu fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten treffen dürfen - Kinder unter 15 Jahren werden nicht mitgezählt. Nachts sind auch solche Treffen untersagt.


    Zitat von Coronaverordnung BW
    § 1b Weitergehende Untersagungen und Einschränkungen von Ansammlungen und Veranstaltungen

    (1) Abweichend von § 9 Absatz 1 sind Ansammlungen, private Zusammenkünfte und private Veranstaltungen ausschließlich im nicht-öffentlichen Raum erlaubt.....

    Fortsetzung folgt:
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  •   Kruppstahl
    (1285 Beiträge)

    18.12.2020 13:51 Uhr
    Fortsetzung
    Zitat von Coronaverordnung BW
    § 1c Ausgangsbeschränkungen

    (1) Der Aufenthalt außerhalb der Wohnung oder sonstigen Unterkunft ist in der Zeit von 5 Uhr bis 20 Uhr nur bei Vorliegen folgender triftiger Gründe gestattet:


    Teilnahme an Ansammlungen, privaten Zusammenkünften und privaten Veranstaltungen, soweit diese nach § 9 Absatz 1 in Verbindung mit § 1b Absatz 1 zulässig sind,


    Zitat von Coronaverodnung BW
    § 9 Ansammlungen, private Zusammenkünfte und private Veranstaltungen

    (1) Ansammlungen, private Zusammenkünfte und private Veranstaltungen sind nur gestattet

    mit Angehörigen des eigenen Haushalts,
    mit Angehörigen des eigenen und eines weiteren Haushalts sowie Verwandten in gerader Linie, jeweils einschließlich deren Ehegatten, Lebenspartnern, Partnern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, mit insgesamt nicht mehr als fünf Personen; Kinder der jeweiligen Haushalte bis einschließlich 14 Jahre zählen dabei nicht mit...
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  •   Kruppstahl
    (1285 Beiträge)

    18.12.2020 13:54 Uhr
    Nun?
    Wie wir alle sehen können, ist es durchaus gestattet, sich nach 20:00 Uhr mit bis zu zwei Haushalten und max. 5 Personen zu treffen. Ebenso ist die An- und Abreise zwischen 20:00 und 05:00 Uhr erlaubt.
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  •   tom1966
    (1031 Beiträge)

    18.12.2020 07:41 Uhr
    Was soll getan werden?
    Immer wieder lese ich Kommentare, in denen sich die Schreiber beschweren, dass seitens der Politik falsch gehandelt wurde: Der Lockdown ist falsch / überzogen, der Lockdown light war auch falsch usw.

    Einen konstruktiven Vorschlag habe ich dabei jedoch kaum wahrgenommen. Richtig, es wurde gesagt Risikogruppen schützen, mehr Züge / Busse im ÖPNV. Aber sonst?

    Ich möchte derzeit nicht an der Stelle derjenigen sein, die hier Entscheidungen treffen müssen - wie man es auch macht , macht man es verkehrt (zumindest in der Sicht eines Teiles der Bevölkerung).

    Bislang sind wir doch gut durch die Pandemie gekommen, wir haben eine Übersterblichkeit im einstelligen Prozentbereich, in anderen Ländern (z.B. Belgien) ist sie deutlich höher. Dass mit steigenden Infektions - und Todeszahlen härtere Maßnahmen ergriffen werden müssen, war doch zu erwarten. Die Frage ist doch nur, ob die nicht schon früher hätten ergriffen werden müssen.
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  •   patrickkk
    (1850 Beiträge)

    18.12.2020 11:21 Uhr
    ...
    Was soll getan werden?

    Es hätte der Rat der Virologen befolgt werden müssen, dass Virus zu lokalisieren und zu isolieren. Dafür hätte es natürlich entsprechende Testkapazitäten gebraucht, und eine Strategie mit diesen Tests und statistischen Mitteln Cluster zu erkennen... doch um die aufzubauen braucht es in Deutschland ja so viel länger als anderswo.

    Drum bleibt uns jetzt wohl nur noch das Beten dass der Lockdown ansatzweise so viel hilft wie dessen Initiatoren behaupten (und nicht wie deren Vorgängermaßnahme ein kompletter Schuss in den Ofen ist), und dann müssen wir noch mal Beten dass unsere Regierung auf einmal kompetent Impfstoffe bezieht und verteilt. Wie gut das läuft lesen sie hier:
    Spiegel

    Aber solange hier Leute vor lauter Vaterlands- und Regierungsliebe die Wahrheit nicht wahr haben wollen bleibt meine Hoffnung begrenzt.
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  •   fischkopffamilie4
    (60 Beiträge)

    18.12.2020 10:31 Uhr
    Weil vieles
    eben nicht zusammen paßt, deshalb sind die Leute sauer. Reisen sind weiterhin erlaubt, in alle Herren Länder, arbeiten, wie Handwerker, die mit mehreren , z. T. unterschiedlichen Kollegen zusammenarbeiten ist auch erlaubt, Grenzen bleiben offen, für jeden und alles. Gestern war ich im Dorf unten, Rewe voll, Apotheke voll, Post voll usw, Ich bin extra zu einer Uhrzeit gegangen, wo ich dachte, es ist nichts los. Einmal könnte sich die Weltgemeinschaft solidarisch erweisen, indem die ganze Welt gleichzeitig in vollständigen Lockdown geht, gleichzeitig und sicher gestellt, dass jeder für 2 Wochen Nahrung hat. Offen bleiben nur Ärzte, Krankenhäuser , Polizei und Feuerwehr, das würde der Welt vielleicht helfen, wird aber nicht klappen, weil wir niemals so weit sind. Globalisierung klappt nur ,wenn es ums Geld geht und dann auch nicht wirklich.
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  •   RainerBu
    (1340 Beiträge)

    18.12.2020 08:12 Uhr
    richtig wäre wohl
    maximaler Lockdown , sagen wir 10 Tage. Komplett einfrieren . Siehe Asien . Wäre dafür, traut man sich halt nicht so weil wir keine Diktatur sind . Aber nur das trocknet das Problem aus. Zunächst.
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  •   kritiker_2014
    (702 Beiträge)

    18.12.2020 12:37 Uhr
    weil wir keine Diktatur sind
    In diese Richtung bewegt sich Deutschland gerade.
    Zitat Kretschmer "Wir brauchen hier ganz andere, ganz klare autoritäre Maßnahmen des Staates"
    Zum anderen wird in einer kleinen Klüngelrunde regelmäßig vorbei am Parlament entschieden.
    so etwas gibt sonst nur von autoritären Staaten.
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