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Karlsruhe Große Solidarität in Corona-Zeiten: Gastronomen verschenken Essen an Helfer und Obdachlose

Viele Gastronomen erfahren in den vergangenen Wochen hohe Umsatzeinbußen. Restaurants müssen schließen und auf Lieferservice oder Thekenverkauf umsteigen. Doch die Solidarität ist groß - einige nutzen die freie Zeit, um anderen Menschen zu helfen und verteilen kostenloses Essen an Pfleger und Obdachlose.

Viele Gastronomen haben sich an ka-news.de gewendet. "Könnt ihr bitte die Menschen über unsere Aktion informieren?" Die Redaktion hat die Zuschriften gesammelt und sortiert - und mit den Wirten über Ihr Engagement gesprochen.

Dönerladen K2: Uns geht es gut, jetzt wollen wir anderen helfen

Der Besitzer des K2 Döners am Kronenplatz bietet Pflegekräften, Polizisten, Ärzten und allen Leuten, die gegen das Corona Virus kämpfen kostenloses Essen an. Döner, Yufka, Pizza und Co. können im Laden abgeholt werden.

Was ist sein Motivation? "Ich wollte den Menschen, die gerade in dieser außergewöhnlichen Zeit so hart arbeiten müssen, helfen und sie motivieren, ihrer Arbeit weiter nachzugehen", so Ahmad. Dem Dönerladen geht es relativ gut: "Wir haben 20 Prozent Umsatzeinbußen", so der K2 Besitzer. 

Bereits am 28. März hat Besitzer Nughman Ahmad die Aktion ins Leben gerufen - doch bis jetzt haben sich nur einige Polizisten eine kostenlose Mahlzeit abgeholt. Geht es nach Ahmad, dürfen es gerne mehr werde

La Pizzeria Di Napoli: Kostenloses Essen für Krankenhäuser und Kinderheim

Muammer Dag, der Leiter der Pizzeria Di Napoli in Grünwinkel, meldete sich per Facebook bei uns: "Wir haben uns überlegt wir möchte gerne das Städtische Klinikum und das St. Vincentius-Krankenhaus beliefern", so Dag gegenüber ka-news.de. "Die Menschen habe gerade Großes zu leisten und wir möchten Ihnen in dieser Zeit helfen, diese Schwierigkeiten zu bewältigen", so Dag. 

Essenspende der Pizzeria di Napoli an das Städtische Klinikum.
Essenspende der Pizzeria di Napoli an das Städtische Klinikum. | Bild: Pizzeria di Napoli

Gesagt, getan: Am Donnerstag brachten die Pizzabäcker das Essen bei den beiden Krankenhäusern vorbei. Für eine Woche hat er seine Pizzeria geschlossen, um Nudeln, Salate und Pizzen an die Karlsruher Krankenhäuser zu liefern.

"Wir hatten schon länger den Gedanken auch etwas zum Allgemeinwohl beizutragen, aber die endgültige Entscheidung hat ein vierjähriger Junge ins Rollen gebracht", erklärt der Leiter. Demir, der kleine Sohn des Chefs möchte Arzt werden, um kranken Menschen zu helfen. Seinen Vater hat diese Aussage so bewegt, dass er helfen möchte.

Demir möchte später Arzt werden. | Bild: Pizzeria Di Napoli

Aber nicht nur dem Medizinischen Personal in Krankenhäusern möchte die Pizzeria etwas Gutes tun, sondern darüber hinaus auch den Kindern im Kinderheim. "Meiner Tante gehört die Pizzeria und sie wollte gerne auch den Kindern im Kinderheim, welche keinen Eltern mehr haben, etwas Aufmerksamkeit schenken", sagt Muammer Dag. Am Mittwoch beliefert die Pizzeria daher das Kinderheim im Schloss Stutensee.

Mauritius liefert Essen an Diakonie

Auch das Mauritius Karlsruhe möchte sich in der momentanen Situation für die Menschen engagieren. "Wir haben so eine ähnliche Aktion schon mal in der Weihnachtszeit durchgeführt", erklärt der Geschäftsführer Mehran Nadimi, der die Mauritius-Filiale am Bahnhof leitet.

Genau aus diesem Grund stellte sich die Planung des Projektes einfacher dar. "Wir hatten bereits schon Kontakt zu einer Diakonie, die wir auch jetzt wieder täglich um 11 Uhr mit warmen Mahlzeiten beliefern. Das gestaltet sich einfacher als beispielsweise direkt auf der Straße."

"Wir haben gesehen, dass die Menschen Hilfe benötigen und hoffen jetzt natürlich das wir noch mehr Leute ins Boot holen können", so der Geschäftsführer. "Wir erstellen jetzt auch ein Video, in dem wir um Mithilfe bitten. Das senden wir dann unsere Freunde, die sich zum Beispiel durch Lebensmittel Spenden an dem Projekt beteiligen können."

Die Einschränkungen durch Corona haben den Gastronomen stark getroffen, zusätzlich hatte Nadimi einen Wasserschaden und konnte keinen Lieferservice oder Thekenverkauf anbieten.  Doch der Geschäftsführer bleibt optimistisch: "Es trifft uns natürlich alle sehr hart, aber ich denke am Ende machen 100 Euro dann auch keinen Unterschied, ob man vor dem Aus steht oder eben nicht", so Nadimi.  

Firma Sauder spendet Suppe

In Bruchsal engagiert sich ein Catering-Unternehmen für Obdachlose: Die Firma Sauder spendet Kartoffelsuppe an Bedürftige."Mir ist wichtig, dass es die richtigen Leute bekommen. Es ist eine schwierige Zeit und gerade die Menschen, die es am schlimmsten trifft, denen soll etwas Gutes getan werden", sagt Manfred Sauder.

Die Firma Sauder liefert normalerweise bis zu 9.000 Essen pro Tag aus, doch aufgrund von Corona soll die Zahl auf nur noch 140 Essen reduziert sein. "Bevor wir die Lebensmittel wegwerfen, tun wir lieber etwas Gutes", so der Chef der  Firma Sauder.

Mitarbeiter der Firma Sauder beim Abfüllen der Suppe. Foto: Firma Sauder | Bild: Frima Sauder

Kurzerhand wurden die übrigen Kartoffeln und das restliche Gemüse zu einer Suppe verkocht und nicht verkauft, sondern kostenlos an Bedürftige gespendet. Bei der Auslieferung wurden sie unterstützt von Sozialarbeitern des  Amtes für Familie und Soziales.

"Vor allem die älteren Menschen sollen nicht mehr aus dem Haus gehen. Für sie ist es wichtig, Essen sozusagen frei Haus geliefert zu bekommen", so Manfred Sauder.  Die Tafel Bruchsal wird ebenfalls von der Firma Sauder mit Suppe unterstützt.

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  •   blaumann
    (832 Beiträge)

    08.04.2020 15:11 Uhr
    XXX
    Daumen gaaaaaaaaanz weit nach oben. Chapeau denen die anpacken und helfen trotz eigener Umsatzeinbußen. Gerade in der heutigen Zeit ist Geben statt Nehmen wichtig. Weiter so. 👍👍👍👍
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  •   Route66
    (2410 Beiträge)

    08.04.2020 15:35 Uhr
    Schließe
    mich an. Grandios diese Welle der Hilfsbereitschaft. Man selbst kann ja diesen Gastronomen auch ein wenig Geld zukommen lassen, so können sie weitermachen.
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