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Berlin Projekt Massenimpfung: Forderungen nach Regeln für Corona-Impfungen werden lauter

Immer stärker häuften sich in den vergangenen Tagen Schlagzeilen, die Hoffnung machen: Bald rollen Impfungen gegen Corona an. Doch wie soll das Projekt Massenimpfung konkret ablaufen?

In Deutschland wächst der Druck auf die Regierung, bald genaue Regeln für die geplante Corona-Massenimpfung vorzulegen.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, verlangte, die Bevölkerung weit besser als bisher über die geplanten Impfungen aufzuklären. "Die Rangfolge der Bevölkerungsgruppen, die als erstes das Angebot erhalten, ist leider noch nicht bekannt", sagte Brysch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Niemand kennt auch die Institutionen, die die Rangfolge dann überprüfen sollen."

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte, schnell konkret zu werden. Er sagte der "Bild am Sonntag": "Wir wissen, dass die Impfstoffe von Biontech und Moderna in allen Erwachsenen-Altersgruppen wirksam sind." Die vorliegenden Daten reichten, um damit zu arbeiten. "Der Impfgruppen-Priorisierung steht nichts im Wege."

Risikogruppen haben Priorität

Bekannt ist bisher, dass Risikogruppen, also Ältere und Kranke, sowie Beschäftigte im Gesundheitsdienst und in zentralen Bereichen wie der Polizei beim Corona-Schutz durch Impfung besonders im Blick sein sollen. Das hatte die Koalition in einem Gesetz festgeschrieben - auf Basis von Empfehlungen des Deutschen Ethikrat, der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina und der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (RKI). Die Bundesregierung will die weiteren Regeln für die Corona-Impfung dann per Verordnung aufstellen. Eine feinere Bestimmung der Priorisierung hatten die Wissenschaftsorganisationen bis Jahresende angekündigt.

Brysch sagte, geklärt werden müsse, wie die Aufklärungspflichten gewahrt werden könnten. Die individuellen Krankheiten und der Impfstoff müssten in jeweils einem medizinischen Aufklärungsgespräch besprochen werden. "Deshalb kommt auf die Ärzteschaft viel Arbeit zu", sagte Brysch.

Pandemie im Herbst 2021 vorbei?

Sorgen bereiten Politikern und Experten mögliche Verteilungskonflikte um den zunächst nur begrenzt vorhandenen Impfstoff. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Samstag gesagt, er sei zuversichtlich, dass die Pandemie im Herbst oder Winter 2021 unter Kontrolle sein werde, weil dann ausreichend Impfstoffe zur Verfügung stünden. Nach aktuellem Stand werde es zum für Januar anvisierten Impfstart in Deutschland aber zunächst für eine zweistellige Millionenzahl an Impfwilligen nur drei Millionen Impfdosen geben. Er rechnet mit emotionalen Diskussionen.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte der "Bild am Sonntag": "Bis zur Durchimpfung und einem Schutz der Bevölkerung wird es lange dauern." Zwischen Geimpften und Nichtgeimpften solle bei Beschränkungen des öffentlichen Lebens nicht unterschieden werden. "Das spaltet nur unnötig." Nötig sei Solidarität aller Geimpften. Alle müssten sich weiter an die Regeln und die Maskenpflicht halten. Sonderveranstaltungen wie Konzerte nur für Geimpfte dürfe es ebenfalls nicht geben.

Laut Lauterbach können mit den Impfdosen aus den ersten drei Monaten drei bis vier Prozent der Bevölkerung geimpft werden. Senioren, chronisch Kranke und medizinisches Personal machen laut Lauterbach aber 30 Prozent der Bevölkerung aus.

Massenimpfungen im Sommer

Brysch sagte: "Wer möchte in der Haut der Ärzte stecken, die ihren Patienten sagen, sie sind ganz vorn und sie stehen hintenan. Denn es gibt keine verbindlichen Leitlinien zu all diesen Fragen. Das alles muss offen und transparent diskutiert werden."

Spahn erwartet, dass die Priorisierung in den Folgemonaten nach dem Impfstart dann bald weniger strikt ausfallen könne - und zwar weil es dann immer mehr Impfstoff gebe. Mit Massenimpfungen rechnet er im Sommer 2021.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte in ihrem Videopodcast am Samstag, es bestehe die Hoffnung, dass schon sehr bald ein oder mehrere Impfstoffe zur Verfügung stünden. "Dann können wir Schritt für Schritt das Virus besiegen."

© dpa-infocom, dpa:201206-99-588103/2

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Kommentare (10)
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  •   auchmalsenfdazu
    (3201 Beiträge)

    06.12.2020 22:57 Uhr
    die Lämmer
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere Netiquette und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   Mondgesicht
    (2532 Beiträge)

    06.12.2020 18:12 Uhr
    Konzept
    Da kann man jetzt nur hoffen, dass im Hintergrund bereits funktionierende Konzepte ausgearbeitet werden. Sonst ist in den nächsten Wochen zwar der Impfstoff zugelassen, aber nirgends kann geimpft werden, weil man sich noch darüber streitet, wer jetzt wann an der Reihe ist.

    Es gibt klare Vorschläge der Expertenkommission, die Politik muss es eben jetzt auch umsetzen. Und zwar bis ins Detail, also einschließlich der Fragen, wie man nachweist, zu einer Risikogruppe zu gehören und wie die Termine vergeben werden usw. Interessant ist auch die Frage, wie ausgerechnet die Risikogruppen (das sind ja vor allem die alten Leute) zu den zentralen Impfzentren kommen. Gut, in den Pflegeheimen soll durch mobile Teams geimpft werden, aber viele Alte leben ja zuhause und sind nicht mehr so mobil, dass sie kurz mal 100 km zum nächsten Impfzentrum fahren können.

    Also: es gibt einige Hausaufgaben für die Gesundheitsministerien.
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  •   Sherlock
    (346 Beiträge)

    06.12.2020 16:41 Uhr
    Null getestet
    In Russland werden die Menschen ohne jede Testphase geimpft, Putin selbst lässt sich nicht impfen.
    Ist schon einfach in einer Diktatur von Freiwilligen zu sprechen.
    Ich bin froh dass unsere Regierung hier verantwortlicher handelt.
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  •   Robert1959
    (2111 Beiträge)

    06.12.2020 19:52 Uhr
    Es gibt schon eine Testphase!
    Und die Ergebnisse sind manipuliert. Die Daten sind geheim, vermutlich weil man den direkten Vergleich nicht standhalten kann, auch in China wird schon geimpft mit chinesischem Impfstoff. Beide haben ein anderes System als Biontech und Moderna!
    Das einzigste was für diese Impfstoffe spricht ist der Preis! Vorausgesetzt die Nebenwirkungen bleiben aus!
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  •   Iglaubsnet
    (851 Beiträge)

    06.12.2020 16:33 Uhr
    Bis
    unsere Qualitätsmanagler in die Gänge Kommen, haben die Russen die halbe Welt geimpft.
    Warum wohl will der Orban den russischen Impfstoff?
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  •   barheine
    (498 Beiträge)

    06.12.2020 15:27 Uhr
    Ich warte, bis die Impfung auch in den Arztpraxen angeboten wird. Das wird wohl noch ein paar Monate dauern. Aber ich habe damit keine Eile.
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  •   Sherlock
    (346 Beiträge)

    06.12.2020 16:44 Uhr
    Hierzu
    müssten die Arztpraxen mit Kältekammern ausgestattet werden. Ausserdem wird zuerst das Pflegepersonal und Risikogruppen geimpft und das in Impfzentren (die übrigens polizeilich unterstützt werden). Kein Arzt freut sich wenn da ein paar Idioten, die nicht dran sind, durchdrehen.
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  •   Robert1959
    (2111 Beiträge)

    06.12.2020 19:45 Uhr
    Das ist nur bei Biontech der Fall!
    Der andere Impfstoff Moderna kann im normalen Kühlschrank gelagert werden!
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  •   Mondgesicht
    (2532 Beiträge)

    06.12.2020 18:06 Uhr
    Nun,
    selbst der Herr Bundesgesundheitsminister geht davon aus, dass zum Sommer hin millionenfach Bürger der Kategorie "Nicht-Risikogruppe" in den Arztpraxen geimpft werden können. Ich nehme doch mal an, dass Spahn da keine Fake news verbreitet...
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  •   Robert1959
    (2111 Beiträge)

    06.12.2020 15:13 Uhr
    Und warum kein Konzert für geimpfte?
    Ich sehe da keinen medizinischen Hinderungsgrund! Und es würde auch der Wirtschaft guttun
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