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Amsterdam Weg frei für Corona-Medikament Remdesivir: EU-Behörde empfiehlt Zulassung

Bislang gibt es gegen das Coronavirus kein zugelassenes Medikament. Nun hat die Europäische Arzneimittel-Agentur grünes Licht für das Mittel Remdesivir gegeben. In Deutschland kam der Wirkstoff im Rahmen eines Härtefallprogramms bereits zum Einsatz: Ärzte durften einzelnen Patienten, die keine Therapiealternative mehr hatten, den Wirkstoff verabreichen.

Der Wirkstoff Remdesivir könnte bald auch in Europa als erstes Mittel gegen eine schwere Corona-Erkrankung auf den Markt kommen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat in Amsterdam eine Zulassung unter Auflagen für das Mittel mit dem Handelsnamen Veklury empfohlen. Die EU-Kommission muss dem noch zustimmen, was aber als Formsache gilt. Die Entscheidung der Kommission soll laut EMA in der kommenden Woche fallen.

Auch am UKE in Hamburg laufen Studien zu dem Ebola-Medikament Remdesivir.
Auch am UKE in Hamburg laufen Studien zu dem Ebola-Medikament Remdesivir. | Bild: Ulrich Perrey/dpa-POOL/dpa

Die Empfehlung der EMA gilt für die Behandlung von Erwachsenen und Heranwachsenden ab 12 Jahren. Voraussetzung für eine Behandlung ist, dass der Patient eine Lungenentzündung hat und mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt werden muss. Die EMA-Empfehlung wertet der an Studien beteiligte Münchner Mediziner Clemens Wendtner als Lichtblick für Corona-Patienten. "Auch wenn Remdesivir noch nicht das Allheilmittel ist, so ist die heutige Empfehlung der EMA für eine Zulassung der Substanz ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen Covid-19", sagte der Chefarzt der Klinik für Infektiologie an der München Klinik Schwabing.

Medikament verkürzt Genesungsdauer

Eine internationale Studie mit über 1.000 Teilnehmern hatte Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann - von 15 auf 11 Tage. Die Sterblichkeit ging in der Untersuchung geringfügig zurück, was statistisch jedoch nicht signifikant war.

Das Medikament Remdesivir soll in Europa zur Behandlung von Covid-19-Patienten eingesetzt werden.
Das Medikament Remdesivir soll in Europa zur Behandlung von Covid-19-Patienten eingesetzt werden. | Bild: Ulrich Perrey/dpa-POOL/dpa

Die USA hatten bereits Anfang Mai eine Ausnahmegenehmigung für den begrenzten Einsatz des Wirkstoffes in Krankenhäusern erteilt. Auch in Deutschland war das Mittel bislang schon innerhalb eines Arzneimittel-Härtefallprogrammes zugänglich und wird in klinischen Studien getestet. Damit durften auch bislang schon Ärzte hierzulande einzelnen Patienten, die keine Therapiealternative mehr hatten, den Wirkstoff verabreichen.

Remdesivir wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt, zeigte aber eine zu geringe Wirkung. Es ist bislang in keinem Land der Welt uneingeschränkt als Medikament zugelassen. Bislang gibt es keine Impfung gegen das neuartige Coronavirus und auch keine zuverlässige zugelassene medikamentöse Therapie.

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