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Karlsruhe Erster "coronafreier" Tag am Klinikum Karlsruhe - doch Patienten haben Angst vor einer Infektion im Krankenhaus

Am vergangenen Freitag war das Städtische Klinikum Karlsruhe zum ersten Mal seit Monaten "coronafrei": Kein einziger Patient war an diesem Tag mit dem neuartigen Virus infiziert. Der Schwerpunkt fällt nun wieder auf reguläre Operationen und Behandlungen. Doch viele Menschen haben Angst, sich im Krankenhaus mit dem Virus zu infizieren. An sie appelliert Klinik-Chef Uwe Spetzger: "Nicht warten, bis der kleine Schlaganfall zu einem großen wird oder der beginnende Krebs in einer Notfalloperation endet."

Im Städtischen Klinikum ist zu großen Teilen wieder Normalität eingekehrt. Im Vergleich zum Regelbetrieb sind wieder 70 Prozent der Betten belegt, das Tagesgeschäft wird wieder hochgefahren. "Wir waren am Freitag zum ersten Mal ein Großkrankenhaus, das coronafrei war", sagt der medizinische Geschäftsführer Uwe Spetzger. 

Das Städtische Klinikum in Karlsruhe. | Bild: ka-news.de

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat sich das Krankenhaus in zwei Kliniken unterteilt: Eine Corona-Seite und eine Nicht-Corona-Seite. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen und stetig sinkenden Infektionszahlen, haben viele Patienten Angst vor einem Besuch. "Sie denken, sie infizieren sich im Krankenhaus", so Spetzger weiter. 

"Wir sind auf einem Marathon"

Es werde strikt zwischen den Bereichen getrennt und der Schutzwall - auch wenn er personalintensiv ist - aufrechterhalten. Jeder neue Patient wird "triagiert", das bedeutet, es wird überprüft, ob er das Corona-Virus in sich trägt. Erst danach wird entschieden, zu welchem Klinik-Bereich die Person zugewiesen wird. 

Auch wenn die Corona-Lage am Städtischen Klinikum in diesen Tagen ruhig ist, sieht der Klinik-Chef die Lockerungen der Regierungen kritisch: "Wenn uns etwas auf die Füße fällt, dann ist es vielleicht diese zu liberale Handhabe", sagt er in einem Video-Statement der Stadt Karlsruhe.

"Wir sind in einem Marathon und wir sind erfolgreich ein Stück gelaufen. Doch wir sollen es uns jetzt nicht verscherzen, indem wir medizinischen Unsinn machen." Die Abstands- und Maskenpflicht weiterhin aufrecht zu erhalten sei demnach sinnvoll, um eine neue Infektionswelle zu verhindern. 

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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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  •   UngueltigDannZuLang
    (74 Beiträge)

    28.05.2020 12:27 Uhr
    Ein Besuch in einem Krankenhaus ...
    in Frankreich hat mir schon schon gereicht. Was wir hinter uns haben und was noch kommt wissen die Goetter. Ich glaube die heissen Aufmerksamkeit, Ruecksicht und Vorsicht. Wir waren auch vorgewarnt nach Italien, Spanien und Frankreich. Man muss es halt nur sehen wollen. Mir faellt das gar nicht mal schwer. Wir sind unglaublich gimpflich davon gekommen. Bei anderen Grosstoenern wie Johsson, Bolsonaro oder Trump ist kein Ende des Leids in Sicht. Wollten die Katastrophe halt auch nicht sehen.
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  •   UngueltigDannZuLang
    (74 Beiträge)

    28.05.2020 12:35 Uhr
    Korrektur
    War etwas zu schnell beim Tippen. Muss natuerlich Johnson und Glimpflich heissen. Bin aber sicher dass die, die es wollen. begriffen haben.
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  •   107
    (490 Beiträge)

    27.05.2020 19:59 Uhr
    Dank
    der "Politik", die diesen Fallpauschalen-Irrsinn erst herbeigeführt hat.

    Die im Städtischen Klinikum Tätigen leisten ständig bis an ihre Grenzen.
    Etwas mehr Personal wäre schon ´mal ein Anfang.
    Etwas mehr Gehalt täte ein Übriges.
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  •   UngueltigDannZuLang
    (74 Beiträge)

    28.05.2020 12:46 Uhr
    Oder ein Aufbaupraemie?
    fuer Pflegerinnen und Aerztinnen. Maennliches Pendant natuerlich eingeschlossen. Statt einer Abwrackpraemie? Applaus ist einfach viel zu billig. (Bin kein Pfleger oder Arzt)
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    (820 Beiträge)

    28.05.2020 13:38 Uhr
    Applaus
    sollte den Autokonzernen reichen, lieber zahlen wir von dem Geld was die nicht kriegen unsere Pflegekräfte uns Supermarktmitarbeiter besser und greifen kleinen Unternehmen unter die Arme. Da wo das Geld der Steuerzahler hin gehört.
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  •   AlterMann
    (172 Beiträge)

    27.05.2020 13:16 Uhr
    Infektionsgefahr
    Eine Angst vor einer Infektion im Krankenhaus ist durchaus berechtigt. Immerhin sterben jedes Jahr 40.000 Menschen an "Krankenhauskeimen", eine Million ist jährlich damit infiziert.
    https://medtipp.com/index.php/allgemeines/1125-krankenhauskeime-40000-tote-jaehrlich-in-deutschen-hospitaelern
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  •   schmidmi
    (2585 Beiträge)

    27.05.2020 16:08 Uhr
    Dank
    der industriellen Fleischproduktion...
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    (820 Beiträge)

    27.05.2020 16:33 Uhr
    Dank
    der Käufer die 1 kg Fleisch für 2.99 € wollen..und zack noch ein paar Tonnen mehr Antibiotika und Wachstumshormone ins Futter...
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  •   Chris23
    (540 Beiträge)

    28.05.2020 11:26 Uhr
    Mein Gefühl sagt mir
    Auch wenn ich für das Fleisch mehr zahle, optimieren die Produzenten ihre Abläufe daraufhin möglichst billig zu produzieren. Also wenn ich 10€ zahle statt 3 steigt eher die Gewinnmarge.

    Man muß hier eher auf die gesetzlichen Rahmen schauen, hier insbesondere die Mindeststandards erhöhen. Bis dahin kann man natürlich etwas auf die Siegel achten (Bio), aber wenn du dir ne Pizza Salami kaufst bekommst du dazu auch keine Informationen.
    Und da es mit Corona etwas in die öffentlichkeit geruscht ist, sollte man in deutschland vllt auch über Fairtrade Siegel in deutschen Schlachthöfen nachdenken ob die Arbeiter in dem Fleischfabriken auch 'Artgerecht' gehalten werden.
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  •   Avatar
    (820 Beiträge)

    28.05.2020 13:40 Uhr
    Ganz einfach
    Wenn keiner mehr von diesen Produzenten kauft, ändern die ihr Verhalten. Solange der Verbraucher nach diesem Billigfleisch schreit, egal wie sehr die Tiere und Arbeiter leiden müssen, wird sich nie was ändern.
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