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Karlsruhe Doch kein "Sorgen-Herbst"? Gesundheitsamt erklärt, warum in Karlsruhe momentan die Corona-Zahlen sinken

Seit über einem Jahr beeinflusst das Corona-Virus das alltägliche Leben. Nach drei Corona-Wellen, die letzte im Frühjahr 2021, beginnen die Zahlen aktuell wieder nach oben zu klettern - doch wohin geht der Trend? Von den Anfängen bis heute: Jede Woche gibt es einen Überblick über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Karlsruhe und einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.

1. Aktuelle Corona-Lage: Inzidenz im Stadtkreis sinkt leicht

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, dass sich die Corona-Inzidenzen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe immer noch auf hohem Niveau bewegen.

Zum Vergleich: Waren am Mittwoch, den 29. September, 394 Personen mit dem Virus infiziert, so sind es am Dienstag, den 5. Oktober, 357. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt im Stadtkreis Karlsruhe bei 62,9 und im Landkreis bei 94,9 (Stand: Montag, 04. Oktober, 16 Uhr). Die 7-Tage Hospitalisierungsinzidenz liegt mit aktuell 190 belegten Intensivbetten in Baden-Württemberg bei 2,2. Damit befindet sich das Land in der Basisstufe.

Bild: Landratsamt Karlsruhe

Doch kein "Sorgen-Herbst" in Karlsruhe?

Mit diesen Werten wird allerdings auch erkenntlich: Die Inzidenz in Karlsruhe ist zwar hoch, beginnt aber mittlerweile wieder zu sinken. Nur ein vorübergehender Trend? Zu gut sind uns noch die Warnungen vom Gesundheits-Bundesminister, Jens Spahn, in Erinnerung, die einen enormen Anstieg der Corona-Zahlen infolge des "Sorgen-Herbstes" vorhersagten. Da stellt sich doch die Frage: Was sind die Gründe für diese sinkenden Zahlen? Kommen wir womöglich um den "Sorgen-Herbst" herum?

Auf Nachfrage der Redaktion beim Karlsruher Gesundheitsamt fällt hier die Antwort ernüchtern aus, denn: Das Amt sieht die derzeit sinkenden Zahlen unter anderem als Konsequenz des milden Wetters.

Wetter, weniger Reiserückkehrer und mehr geimpfte Personen

"Wenn Sie auf das Wetter der vergangenen Wochen sehen, stellen Sie fest, dass wir einen schönen Spätsommer hatten. Erst jetzt gibt es einen Temperatureinbruch und es wird zunehmend unwirtlich. Es bleibt daher abzuwarten, ob die Infektionszahlen wieder hochgehen", teilt das Amt in einem Statement mit.

Eine Person fährt Fahrrad vor der untergehenden Sonne im Hintergrund .
Der September war mit milden Temperaturen eher "spätsommerlich" als "herbstlich". | Bild: Julian Stratenschulte/Archiv

Weitere Faktoren, die für den Inzidenzen-Rückgang verantwortlich sein könnten, sieht das Amt bei den Durchimpfungen und der rückläufigen Anzahl der Reiserückkehrer. Ob die Inzidenzen auch weiterhin rückläufig sein werden oder der "Sorgen-Herbst" gar glimpflich ausfallen wird, kann das Amt nicht eindeutig beantworten. 

"Im Stadt- und Landkreis Karlsruhe sind die Infektionszahlen im Zuge der Reiserückkehrer angestiegen und verweilen seit einiger Zeit auf einem Plateau beziehungsweise gehen aktuell leicht zurück. Die Sorge, dass die Zahlen im Herbst steigen - die auch das Robert-Koch-Institut teilt - rühren daher, dass sich ein Teil des öffentlichen Geschehens wieder auf die Innenräume verlagert, wo sich das Virus leichter verbreiten kann. Insofern können wir heute keine Vorhersage treffen, wie sich die Infektionslage im Stadt- und Landkreis ändert - wir müssen noch abwarten", heißt es abschließend.

Eine Frau wird während einer Impfaktion auf dem Wochenmarkt mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gegen das Coronavirus geimpft.
Einer der Gründe, warum die Zahlen in Karlsruhe nicht mehr stark ansteigen: Die Corona-Impfung. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa

2. Entwicklungen der Neuinfektionen in Karlsruhe

Im Verlauf der Corona-Pandemie hat Karlsruhe nun mehrere Hochs und Tiefs hinter sich. Wie die Grafik zeigt, kletterte die Rate der Neuansteckungen im November 2020 in die Höhe, danach im März 2021 und erneut im Sommer 2021. Verantwortlich dafür ist die zurzeit vorherrschende Delta-Variante. 

Das Problem: Häufig sind Infektionsketten nicht mehr bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen, weshalb eine eindeutige Zuordnung schwierig ist. Dies nennt das Gesundheitsamt ein "diffuses Infektionsgeschehen."

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen jeweils ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils rund eine Woche nach Einführung der Restriktionen war die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) fünf bis sechs Tage.

In anderen Worten: Sollte es aufgrund der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später an den Zahlen abgelesen werden.

Mehr zum Thema
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus hält Karlsruhe in Atem: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für die Fächerstadt und die Region in diesem Dossier.
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  •   udoh
    (2015 Beiträge)

    06.10.2021 16:46 Uhr
    Weniger testen, weniger Infektionen
    Da bei Geimpften nicht mehr getestet wird fallen viele "Durchbrüche" genau so wenig auf wie die häufig milden Verläufe bei Jüngern wenn sie ohne Arzt auskommen und verheimlicht werden.

    Wenn ich die (aus manchen Ländern sogar unplausiblen) Infektionskurven sehe und die "ich geimpft - > ich 100% immun und steril" Mentalität betrachte hat das Virus und nicht wir allen Grund zum Optimismus
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  •   Kommentar
    (1121 Beiträge)

    06.10.2021 17:32 Uhr
    Es ist aber sehr positiv,
    dass neben der Test-Inzidenz auch die Test-Positiv-Rate fällt seit ein paar Wochen. Das spricht eigentlich eher dafür, dass die Test-Inzidenz zur Zeit dichter an der tatsächlichen Inzidenz liegt.
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  •   Mondgesicht
    (2752 Beiträge)

    06.10.2021 13:02 Uhr
    "Sorgen-Herbst"
    Es wäre ehrlich, wenigstens im Nachhinein zuzugeben, dass man verfehlte, unberechtigte Panik gemacht hat. Aber diese Größe fehlt natürlich einem Politiker vom Schlage Jens Spahns. Und das örtliche Gesundheitsamt will auch nicht einsehen, dass es mit seinen negativen Prognosen falsch lag. Jetzt liegt es angeblich am schönen Wetter, dass die Sorgen-Inzidenz 400 nicht erreicht wurde - Entschuldigung, aber diese Begründung ist eine Lachnummer.

    Panik-Politiker und übereifrige Virologen leben in einer sehr speziellen Blase. Es wird Zeit, dass wir ihnen keine allzu große Beachtung mehr schenken. Wenn es nach denen geht, kommt nämlich ein normales Leben nie mehr zurück.
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  •   tom1966
    (1691 Beiträge)

    06.10.2021 13:17 Uhr
    "Panik-Politiker und übereifrige Virologen"
    Ich kann mich daran erinnern, dass auch vor einem Jahr ähnliche Äußerungen getätigt wurden, wenn vor steigenden Infektionszahlen in der kalten Jahreszeit gewarnt wurde. Ich kann mich jedoch nicht an Panikmache erinnern. Die einzige Panik wurde von denen verbreitet, die die "bösen Politiker" verdächtigten, dem Volk die Freiheit entziehen zu wollen.

    Ich gehe auch davon aus, dass die Zahlen in den nächsten Wochen steigen werden, da die Menschen sich vermehrt im Inneren aufhalten. Der Anstieg dürfte aufgrund der Impfungen nicht so stark sein, aber er dürfte kommen.
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  •   Kommentar
    (1121 Beiträge)

    06.10.2021 17:36 Uhr
    Ich hätte gern mal
    die massiv überhöhten Prognosen aus dem Frühjahr erklärt gehabt: Wie ist das passiert? Wer hat das berechnet auf welcher Grundlage? Warum sind die so veröffentlicht worden?

    Die waren sowas von daneben, dagegen ist 400 für Oktober extrem treffsicher gewesen.
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  •   Mondgesicht
    (2752 Beiträge)

    06.10.2021 16:58 Uhr
    Vielleicht
    ist es Ihnen entgangen - aber die Ausgangslage ist eine völlig andere als 2020. Damals gab es keine Impfstoffe und die Risikogruppen waren ungeschützt. Dementsprechend waren steigende Infektionszahlen natürlich ganz anders zu bewerten.

    Ja, wir können selbstverständlich auch an der Denkweise von 2020 auf ewig festhalten. Wir können weiterhin den Panikmachern folgen und uns am Idealbild "zero covid" orientieren. Leider heißt das dann, dass wir auf Jahrzehnte keine Freiheit mehr haben werden. Dazu bin ich nicht bereit. Jeder hatte die Chance, sich durch eine Impfung zu schützen. Es kann nicht sein, dass jetzt mit den gleichen Argumenten wie im Herbst 2020 Panik verbreitet wird um wieder in einen (völlig ungerechtfertigten) Lockdown zu steuern.
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  •   Motorhead
    (947 Beiträge)

    07.10.2021 16:32 Uhr
    Ja die Ausgangslage
    Ist eine andere..da haben Sie Recht. Aber in 2021 haben wir dafür die schöne Deltavariante.
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  •   Mondgesicht
    (2752 Beiträge)

    07.10.2021 18:50 Uhr
    Delta
    Na und, auch in dieser Hinsicht hat sich keine der furchterregenden Prognosen von Spahn, Wieler, Lauterbach, Brinkmann und Co. bestätigt. Keine überfüllten Intensivstationen, keine Massen von Toten. Im Gegenteil, viele Länder haben längst fast alle Freiheiten wiederhergestellt und trotz Delta bleibt alles im grünen Bereich.

    Wen soll die Delta-Panik noch beeindrucken.?
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