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Karlsruhe Darum steigt in Karlsruhe der Inzidenzwert wieder: Sind die Lockerungen jetzt in Gefahr?

Nach Wochen, die von einer stets weiter sinkenden Sieben-Tages-Inzidenz geprägt waren, macht sich jetzt eine langsame Tendenz in die andere Richtung bemerkbar. Kurzum: Die Zahlen steigen wieder - und haben mittlerweile wieder die 10-er Marke überschritten. Aber woran liegt das eigentlich und worauf müssen sich die Bürger jetzt gefasst machen? ka-news.de hat beim Karlsruher Gesundheitsamt nachgefragt.

Sind nun die Zeiten der sinkenden Zahlen vorbei? Während der Karlsruher Landkreis seit Tagen stabil unter der 7-Tages-Inzidenz von 10 stagniert, klettern im Stadtkreis die Zahlen wieder langsam in die Höhe.

Inzidenz Ende Juni bei 1,6

Zum Vergleich: Lag der Wert am Freitag, den 2. Juli, noch bei 7,7, stieg er einen Tag später bereits auf 10,3. Inzwischen hat die Inzidenz mit 10,6 fast die 11 geknackt (Stand 6. Juli). Ende Juni lag die Sieben-Tages-Inzidenz sogar nur bei 1,6.

Mit der steigenden Inzidenz hat Karlsruhe nicht nur seine Stellung als Kreis mit den niedrigsten Inzidenzen eingebüßt. Auch die Lockerungen, die die Corona-Verordnung für Kreise unter einer Inzidenz von 10 vorsieht, geraten ins Wanken.

Zwei Ausbrüche in Karlsruhe

Ein Grund zur Sorge sei das aber nicht, wie Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup gegenüber dem SWR mitteilt. Dies bestätigt auf ka-news.de-Anfrage auch das Karlsruher Gesundheitsamt. Der Grund für den rasanten Anstieg sei zwei Ausbrüchen in einem Kindergarten in Daxlanden und der Landeserstaufnahme für Flüchtlinge (LEA) geschuldet.

"Bei den derzeitigen sehr geringen Infektionszahlen wirken sich zusätzliche Fälle - auch im niedrigen Bereich - recht drastisch auf die Inzidenz aus. An der LEA sind vor einigen Tagen sieben und an einem Kindergarten in Daxlanden drei Fälle aufgetreten. Das macht sich dann in der Inzidenz schon bemerkbar", heißt es gegenüber ka-news.de.

Das Gesundheitsamt hält weitere Ausbrüche in Kindergärten für denkbar. | Bild: Thomas Riedel

Speziell bei der höher ansteckenden Delta-Variante seien jedoch gerade bei den weitgehend ungeimpften Kindern und Jugendlichen weitere größere Ausbrüche denkbar, welche dann - so das Gesundheitsamt - schnell zu einem deutlichen Anstieg über die 10er Inzidenz führen können. Auch durch die Lockerungen die "von den Menschen zu Recht angenommen" werden, könnte es zu einer weiteren Erhöhung der Infektionszahlen kommen. 

Was heißt das jetzt für die Karlsruher? 

Sollte die Inzidenz bis Mitte dieser Woche nicht abgeflacht sein, müssen die Bürger wieder mit einigen Verschärfungen rechnen, da Karlsruhe im Corona-Stufenmodell von Stufe eins in Stufe zwei aufsteigen würde. Die Stufe zwei umfasst die Inzidenz zwischen zehn und 35.

Privatveranstaltungen: In der Stufe zwei des Corona-Stufen-Modells müsste die Anzahl der Teilnehmer wieder reduziert werden. | Bild: J.Schurr

Tritt dieser Fall ein, dürfen sich unter anderem noch 15 Personen aus vier Haushalten treffen. Private Veranstaltungen dürfen statt mit 1.500 Personen nur noch mit 750 Personen im Freien stattfinden. In geschlossenen Räumen muss die Personenanzahl von 300 auf 200 Personen reduziert werden.

In der Gastronomie kehrt dann das Rauchverbot in die Innenräume zurück.  Für Kultur- oder Freizeiteinrichtungen, Einzelhandel und körpernahe Dienstleistungen würde sich zum Beispiel nichts ändern. 

Mehr zum Thema
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus hält Karlsruhe in Atem: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für die Fächerstadt und die Region in diesem Dossier.
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Kommentare (24)
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  •   Sheriff
    (19 Beiträge)

    11.07.2021 01:57 Uhr
    Raucher pustet
    Ich denke, es geht darum, dass ein Raucher den Rauch normalerweise mit einem stärkeren Puster aus dem Mund pustet. Dadurch werden natürlich mehr Tröpfchen und Partikel und eventuelle Viren in den Raum freigesetzt, als wenn man ruhig durch die Nase ausatmen. Ein anderer Grund erschließt sich mir nicht.
    Ich glaube nicht, dass man die Raucher einfach nur ärgern will.
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  •   GravelAndSand
    (161 Beiträge)

    07.07.2021 18:22 Uhr
    Wahrscheinlich
    hoffen die Politiker, dass durch das Verbot sich die Leute nicht mehr in Raucherkneipen treffen... (da ja wegen Rauchverbot der Anreiz, dahin zu gehen, wegfällt)
    Aber auch ich muss gestehen, diese Regelung ist so sinnlos...
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  •   BMWFahrer
    (767 Beiträge)

    07.07.2021 18:17 Uhr
    Dahinter steckt die Annahme,
    dass die Viren an den ausgeatmeten Rauchpartikeln anhaften, so dass der Rauch zur Verbreitung des Virus beiträgt.
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  •   Felix1999
    (118 Beiträge)

    07.07.2021 12:44 Uhr
    Es stellt
    sich die Frage, ob Nikotin die Viren vielleicht abtötet? Bei soviel Teer in der Lunge ....
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  •   Gevatter
    (631 Beiträge)

    06.07.2021 17:49 Uhr
    Nun ist eine neue Mutation im Rennen.
    Lambda, soll nach einem Bericht im Focus nach Angaben der WHO U.U. ansteckender sein, oder vom menschlichen Immunsystem schlechter bekämpft werden. Aus der Nummer kommen wir nicht mehr raus, wie schon die Delta Variante uns zeigt.
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  •   BMWFahrer
    (767 Beiträge)

    07.07.2021 18:13 Uhr
    Die Lambda-Variante C.37 ist von der WHO
    als beobachtungsbedürftig eingestuft, nicht als besorgniserregend.

    Kann man leicht nachlesen: Wikipedia, anstatt in Lauterbach-Manier Panik zu schüren.
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  •   Kicherente
    (178 Beiträge)

    06.07.2021 16:37 Uhr
    Bitte LEA-Ausbruch herausrechnen
    Wenn die Inzidenz knapp über 10 ist kann ein kleinerer Ausbruch sehr wohl den Unterschied machen zu unter 10. Der LEA-Ausbruch muss herausgerechnet werden, denn er hat mit dem Infektionsgeschehen in der Stadt nichts zu tun. Die Karlsruher dürfen dafür nicht bestraft werden.
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  •   Sheriff
    (19 Beiträge)

    07.07.2021 09:19 Uhr
    Herausrechnen
    Den Kindergarten auch bitte herausrechnen. Die meisten Karlsruher haben mit Daxlandener Kindern auch nichts zu tun (Achtung: Ironie-Alarm)
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  •   GravelAndSand
    (161 Beiträge)

    06.07.2021 14:09 Uhr
    Wenn doch
    klar ist, dass der allergrößte Teil der Neuinfektionen auf einen Ausbruch in der LEA zurückzuführen ist, der ja für den Resg von KA völlig irrelevant ist (da Neuankömmlinge, die sofort separiert werden), wieso kann dann die Inzidenz nicht um diese Zahlen korrigiert werden?

    Das ist doch Irrsinn, dass ansonsten in KA so gut wie niemand sich ansteckt und trotzdem Lockerungem zurückgenommen werden...

    Der Fall im KiGa in Daxlandrn ist natürlich etwas anderes...
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  •   BMWFahrer
    (767 Beiträge)

    07.07.2021 18:16 Uhr
    Noch krasser in anderen Städten,
    beispielsweise in Kaiserslautern, wo zwar die Fälle im US-Wohnquartier im Zähler der Inzidenzberechnung eingehen, aber die Einwohnerzahl dieses Quartiers nicht berücksichtigt wird. Ergibt eine völlig verzerrte Statistik.
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