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Karlsruhe Corona-Wettlauf mit dem "Sorgen-Herbst": Wie gut sind Karlsruher Schulen auf das neue Schuljahr vorbereitet?

Im Herbst zurück ins Home-Schooling, weil die Corona-Zahlen wieder steigen? Für Schulen, Politik und vor allem viele Eltern und Schüler stellt das keine Alternative zum Präsenzunterricht dar. Doch damit dieser auch nach den Sommerferien weiter stattfinden kann, müssen Vorkehrungen in den Schulen getroffen werden. Allem voran: Der Einbau von Luftfiltergeräten. Aber wie weit sind die Schulen damit überhaupt und was ist noch geplant, um Schüler und Lehrkräfte gleichermaßen vor Corona zu schützen?

Masken, Testungen, Luftfiltergeräte. Ungefähr so lassen sich die Schutzmaßnahmen für den kommenden Herbst grob zusammenfassen. Vor allem das Ausstatten der Klassenzimmer mit Luftfiltern rückte zuletzt immer weiter in den Vordergrund. Einer der Verfechter dieser Maßnahme: Der Gesamtelternbeirat aus Karlsruhe, welcher sich nun in einem Schreiben direkt an die Stadt Karlsruhe gewandt hat.

60 Millionen Euro für Luftraumfilter in Baden-Württemberg

"Die Delta-Variante des Corona-Virus, die die bisherigen Varianten verdrängt, bedroht die jetzige Situation. Es gibt bereits Warnungen, dass man angesichts der Reiserückkehrer in den ersten 14 Tagen nach den Sommerferien wieder eine allgemeine Maskenpflicht einführen müsse, der Präsenzunterricht steht wieder in Frage. Wie viele Schüler bis nach den Ferien geimpft sein werden, kann niemand wissen. Aber es geht auch um die psychischen Folgen einer erneuten Schulschließung", heißt es in dem Schreiben.

Im kommenden Schuljahr soll möglichst durchgängig Präsenzunterricht stattfinden. Doch wie viele Schulen bis dahin mit Luftfiltern ausgestattet sein werden, ist unklar.
Im kommenden Schuljahr soll möglichst durchgängig Präsenzunterricht stattfinden. Doch wie viele Schulen bis dahin mit Luftfiltern ausgestattet sein werden, ist unklar. | Bild: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Das Land hat für die Ausstattung der Klassenräume ein Förderprogramm mit 60 Millionen Euro bewilligt - Allerdings für Schulen in ganz Baden-Württemberg. Aus diesem Grund fordert der Gesamtelternbeirat dazu auf, "sofort mit dem Kauf von Luftfiltergeräten und da, wo es möglich ist, mit dem Einbau von Luftfilteranlagen zu beginnen". Doch da stellt sich die Frage: Wie weit sind die Karlsruher Schulen hierbei überhaupt? Wird diese Umstrukturierung bis zum Herbst vollendet sein?

Startschuss für den Einbau der Anlagen noch unklar

Wie das Schul- und Sportamt Karlsruhe auf Anfrage von ka-news.de mitteilt, stehe man hier allerdings noch komplett am Anfang. So sei etwa noch gänzlich ungewiss, wie viel Geld des Millionen-Förderprogramms in Karlsruher Schulen fließen soll, ebenso, wann mit dem "Aufrüsten" der Klassenzimmer begonnen wird und wie viele Luftfilter überhaupt zur Verfügung gestellt werden.

Eines von den mobilen Filtergeräten steht im Klassenraum einer Schule.
Eines von den mobilen Filtergeräten steht im Klassenraum einer Schule. | Bild: Henning Otte/-/dpa

"Die Stadt Karlsruhe prüft derzeit, welche Klassenräume aller Schularten die Fördervoraussetzung 'schlecht lüftbar' erfüllen und ein mobiles Luftfiltergerät erhalten sollen. Die entsprechende Förderrichtlinie des Landes ist auch noch nicht veröffentlicht. Diese wird Aussagen enthalten, wann mit der Ausschreibung der Geräte förderunschädlich begonnen werden kann", so das Amt gegenüber ka-news.de.

Des Weiteren stehe den Schulen noch das übliche Schulbudget und Restmittel aus dem Förderprogramm "Schulbudget Corona" zur Verfügung, wovon zusätzliche mobile Geräte für die Schüler angeschafft werden könnten.

Wie viel Geld dafür konkret in die Hand genommen und wie viele Geräte davon finanziert werden sollen, ist jedoch unklar. Auf die Frage, wie gut man hier mit dem Gesamtelternbeirat kommuniziere, antwortet das Amt knapp: "Die Stadt steht im Austausch mit den Schulleitungen, die Infos auch an die Eltern weitergeben können."

Schulen sehen sich gut vorbereitet

Auch wenn die Verteilung der Luftfilter-Anlagen in Karlsruhe noch am Anfang steht - um der erneuten rasanten Verbreitung des Corona-Virus in den Schulen allerdings schon jetzt entgegenzuwirken, greift man nun auf andere Maßnahmen zurück.

So soll etwa das Tragen von Masken in den ersten beiden Schulwochen wieder verpflichtend eingeführt werden - in allen Schularten. Des Weiteren sollen Testungen der Schüler sowie der am Schulalltag Beteiligten stattfinden. Die Regelungen zum Abstand, zum Hygieneplan und zum Lüftungsmanagement sollen ebenfalls intakt bleiben. 

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Ein Kind führt einen Corona-Selbsttest durch | Bild: Sven Hoppe/dpa

Hinken Land und Schulen - angesichts der bereits wieder steigenden Zahlen - dann nicht trotzdem etwas hinterher? Das weist das Schul- und Sportamt auf Anfrage von ka-news.de zurück. Die Karlsruher Schulen seien bis zum "Sorgen-September" gut vorbereitet, heißt es.

"Die Karlsruher Schulen sind mit einem kontrollierten Lüftungsmanagement, unterstützt durch ebenfalls förderfähige CO2-Messgeräte, dem individuellen Hygieneplan, den mobilen digitalen Endgeräten für Schüler und für Lehrkräfte sowie teilweise vorhandenen fest verbauten raumlufttechnischen Anlagen auf das nächste Schuljahr vorbereitet."

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  •   Genervt_KA
    (76 Beiträge)

    18.07.2021 15:30 Uhr
    SCHLUß mit dem Zaudern !
    Sonst wird das nächste Gremium noch zur 8. Welle tagen bis mal was in die Gänge kommt-über ein Jahr wurde schon verdaddelt auf Kosten der Kinder-> UNSERER ZUKUNFT.

    Prüfen, bestellen, einbauen. Und zwar JETZT und nicht erst im Herbst.
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  •   Apu
    (241 Beiträge)

    16.07.2021 20:20 Uhr
    Verpennt wurde
    Der sommer 2020 nach der 1. Welle und jetzt passiert wieder nichts. Im herbst werden schulen wieder geschlossen. Diese Politik hat die Zukunft unserer jugend bewusst in den sand gesetzt. Und es nimmt kein ende. Weitethin Panikmache obwohl die intensivbetten leer sind.
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  •   Schattegustl
    (233 Beiträge)

    16.07.2021 15:16 Uhr
    Löppt
    9 Milliarden für die Lufthansa, 60 Mille für die Schulen.
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  •   GravelAndSand
    (139 Beiträge)

    16.07.2021 13:29 Uhr
    Die Aussagen
    der Stadt sind an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Dir Schulen sind derzeit überhaupt nicht auf einen "Corona Herbst" vorbereitet.
    Und sich wieder auf "Lüftungen mittels geöffneter Fenster" als einzige Maßnahme zum Luftaustausch zurückzuziehen, ist der Gipfel der Frechheit. Liebe Beamte der Stadt KA, ichvschlage vor, dass alle Luftfiltersysteme und Luftaustausch Anlagen von städtischen Büros in die Schulen gebracht werden, und dafür die Beamten im Herbst und Winter bei teils Minusgraden, wobei ja auch plus 5 Grad recht kalt ist, in ihren Büros 8 Stunden und mehr sitzen und arbeiten, schön mit 2 Jacken an.

    Und dieser Gesamtelternbeirat ist eine Farce, seine Petition ist nur gemacht worden, um den Anschein zu erwecken, man kümmere sich.
    (Ich hatte den GEB Vorditzenden direkt angeschrieben mit Vorschlägen zur besseren Petition und Einforderung weiterer Maßnahmen von der Politik, und hab von ihm direkt eine Abfuhr erhalten)
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  •   andip
    (11180 Beiträge)

    16.07.2021 14:01 Uhr
    Viel anders wird es nicht gehen
    Mobile Luftfilter bringen nicht viel, wie man vor kurzem festgestellt hat, man muss auch mit denen weiterhin die Fenster offen lassen.
    Fest installierte muss man erst einbauen, das geht nicht von heute auf morgen.
    Und welche Filtersysteme von städtischen Büros meinst du?
    Die haben auch keine, die haben höchstens ein fest eingebaute Klimaanlage, die man nicht rausreissen und woanders wieder einbauen kann.
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  •   AhmedDerAufklärer
    (612 Beiträge)

    16.07.2021 23:21 Uhr
    Äh,
    "Mobile Luftfilter bringen nicht viel", aha, wer hat das denn festgestellt, bitte?
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  •   Kommentar
    (956 Beiträge)

    17.07.2021 01:43 Uhr
    Wer hat denn festgestellt,
    dass sie etwas bringen?

    So wie das Gerät im Foto aufgestellt ist an der Wand, bringt es absolut gar nichts.

    In den Studien, in denen natürlich auch nur mit ähnlichen Partikeln gemessen wurden, wurden riesige Geräte mitten im Raum eingesetzt. Da lernt dann keiner mehr.

    Und dazu gibt es auch noch Studien, dass die meisten schulbezogenen Infektionen außerhalb der Schule bei zum Beispiel Treffen am Nachmittag stattfinden.

    Es wird viel Geld aus dem Fenster geworfen, für unpassende Technik. Maskendeals lassen grüßen.

    Lösung wäre: mehr Lehrer, zum Beispiel auch Referendare von den Hochschulen, und ehemalige Lehrer. Klassengröße durch 3 oder 4. Unterricht in wirklich streng getrennten, kleinen Gruppen und zwar den ganzen Tag, notfalls auch am Samstag und durch die Ferien.

    Aber hey, das kostet doch Geld ...
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  •   GravelAndSand
    (139 Beiträge)

    17.07.2021 08:55 Uhr
    Wir hatten
    schon vor Corona einen massiven Lehrkräfte-Mangel, wo sollen dann jetzt auf einmal diese herkommen?
    Und wie soll die Betreuung der Kinder, die vormittags nicht in die Schule gehen, organisiert werden? Wieder alle in die Notbetreuung, damit dann doch wieder 80 Prozent aller Schüler da sind?
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  •   Kommentar
    (956 Beiträge)

    18.07.2021 12:38 Uhr
    Geld, ganz viel sinnvoll und überlegt eingesetztes
    Geld: einmal Lufthansa-Rettung pro Bundesland.

    Und wenn man den vorhandenen Lehrern das entsprechend anrechnet, wird ein großer Teil davon für einen begrenzten Zeitraum auch mehr arbeiten.
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  •   Kommentar
    (956 Beiträge)

    18.07.2021 12:44 Uhr
    ... und:
    Turnhallen, Sporthallen, Gemeindesäle. Die waren in den letzten Lockdown komplett ungenutzt. Oder Messehallen und Konzertsäle. Davon haben wir hier in Karlsruhe auch in Nicht-Corona-Zeiten mehr als genutzt wird.

    Kostet natürlich auch wieder Geld, und ist kein großer Konzern - darum sieht das ganz schlecht aus, ist ganz doll unverhältnismäßig und noch viel doller gar nicht umsetzbar.
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